Eine Regelung für Altanen und viele neue Baugebiete

Von: Thorsten Pracht
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Noch ein Paradies für Spaziergänger: Der erste Abschnitt für das Baugebiet „Gangelt Nord V“ wurde auf den Weg gebracht. Foto: Bienwald
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Anschließend an Gangelt Nord III und IV (rechts) entsteht das Baugebiet Gangelt Nord V mit dem ersten Bauabschnitt.

Gangelt. Die Diskussionen um die nicht genehmigten Altane im Baugebiet Jankerfeld III in Birgden haben Folgen. Der Bauausschuss der Gemeinde Gangelt beschloss am Dienstagabend, dass in zukünftigen Bebauungsplänen folgende Regelung gelten soll: Bei einer Bautiefe von 16 Metern und mehr müssen die Außenkanten von Altanen, Terrassenüberdachungen und Balkonen innerhalb der Marke von 16 Metern liegen.

Ist die genehmigte Bautiefe des Grundstücks kleiner, dürfen die Anbauten bis zur Marke von 16 Metern herausragen. Beträgt die Bautiefe also beispielsweise 14,50 Meter, dürfte der Balkon eine Tiefe von 1,50 Meter haben.

Diesem Vorschlag der CDU-Fraktion, den Karl-Heinz-Milthaler vortrug, schloss sich der Ausschuss bei einer Gegenstimme von Achim Philippen (SPD) an. Hans-Günter Heinen (Freie Wähler) forderte, diese Regelung rückwirkend auf den Birgdener Fall anzuwenden. „Das ist etwas völlig anderes“, argumentierte Milthaler und betonte, in Birgden sei ohne Genehmigung gebaut worden. Jetzt schaffe man eine neue Regelung, an der sich alle orientieren könnten. Zur Erinnerung: Altane, also Terrassenüberdachungen, die oben als Balkon nutzbar sind, waren im Bebauungsplan für das Jankerfeld nicht vorgesehen. Zwei Bauherren hatten unwissentlich dennoch welche gebaut und nachträglich umÄnderung des Bebauungsplanes gebeten. Das hatte der Ausschuss abgelehnt.

Die neue Regel dürfte bald Anwendung finden, denn in Gangelt wird sich auch künftig viel ums Bauen drehen. Der Ausschuss beschloss die Aufstellung des Bebauungsplanes „Gangelt Nord V“, Bauabschnitt 1. „Die Nachfrage nach Wohnbebauung ist in Gangelt weiter sehr hoch“, erklärte Ann-Kathrin Hohaus vom VDH Projektmanagement in ihrem Vortrag. In den benachbarten Baugebieten Gangelt Nord III und IV seien „die meisten Gruinstücke verkauft“.

Im ersten von drei geplanten Bauabschnitten stehen in Gangelt Nord V 60 Grundstücke in zweigeschossiger Bauweise für Einzel- und Doppelhäuser zur Verfügung. Die Erschließung erfolgt über eine Verlängerung der Wolfsgasse. „Wir haben Bedenken, dass sich hier größere Verkehrsströme entwickeln könnten“, erklärte Heinen. Bürgermeister Bernhard Tholen merkte an: „Wenn 2017 die ersten einziehen, wird man hoffentlich bei der Ortsumgehung Vinteln Fortschritte sehen.“ Dann könne man einen Durchstich in Richtung Hastenrather Straße machen. Am Ende blieb der Eindruck, dass die Verkehrsführung in diesem Bereich noch reich Diskussionsstoff bieten wird.

Für ein weiteres Baugebiet stehen die Zeichen auf Grün. Bei der Offenlage der Pläne für „Hinter dem Kamp“ in Hastenrath hätten sich keine Bedenken ergeben, teilten die Planer von VDH mit. Zwischen dem Sportplatz und den Baugrundstücken wird ein Erdwall als Trennung errichtet. „Diese 20 Grundstücke waren die Obergrenze, wir haben lange mit der Bezirksregierung diskutiert“, erklärte Tholen. Hintergrund ist der neue Landesentwicklungsplan, der für die Gemeinde eine Entwicklung insbesondere in Birgden und Gangelt vorsieht.

Apropos Birgden: Auch beim Bebauungsplan „Philippenkuhle“ ergaben sich bei der Offenlegung keine Einwände. Dort plant ein Investor den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie von seniorengerechten Wohnformen. In dem knapp zwei Hektar großen Gebiet zwischen der Trasse der Selfkantbahn im Westen, der Straße „Philippenkuhle“ im Norden und dem Spielplatz im Süden sollen 33 Häuser entstehen. Die endgültige Planfassung wurde vom Ausschuss einstimmig gebilligt.

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