Eine rauschende Jubiläums-Gala für St. Ursula

Von: Johannes Gottwald
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Unter Leitung von Thomas Kamphaus musizierten die verschiedenen Gruppen des Schulorchesters – einzeln und natürlich auch im großen Verband. Foto: Gottwald
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Auch beim „Geburtstagsständchen dabei: Junior-Orchester, Streicherprojekt und das Orchester der Klassen 8 und 9. Foto: Gottwald

Geilenkirchen. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Nach monatelangen Vorbereitungen war für viele Schülerinnen und Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums endlich der Tag X gekommen, nämlich das Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen des Schulorchesters. Wie fast immer war die Aula bis auf den letzten Platz gefüllt – auf die mehr als 250 Zuhörer wartete ein interessantes und buntes Programm mit Musik von der Barockzeit bis zur Gegenwart.

Selbstverständlich kamen an diesem Abend alle Teilgruppen des Orchesters zum Einsatz. Den Anfang machte das Streicherprojekt, dass unter der Leitung von Thomas Kamphausen „Open Strings“ und „Spy Movie“ kraftvoll und überzeugend intonierte. Mit dem „Alla Hornpipe“ aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel machte dann das Orchester der Klassen 8 und 9 einen ersten Ausflug in die Barockzeit.

Die populäre Suite von Händel wurde übrigens tatsächlich auf dem Wasser gespielt: Der Komponist hatte ein Orchester organisiert, dass auf einer flachen Barke musizierend über die Themse fuhr – direkt hinter der Jacht von König Georg I., der sich über diese besondere Überraschung sehr geschmeichelt zeigte. Die Szene wurde später sogar auf einem Gemälde verewigt. Nach diesen barocken Klängen folgten die „Kurzen Streiche“ aus der Feder des zeitgenössischen Komponisten Joachim Reiser, die mit reizvoller, gemäßigt moderner Harmonik gefielen. Das Junior-Orchester präsentierte anschließend die Polka von Sheila Nelson.

Dann wurde es romantisch: Das Junior-Orchester und das Orchester der Klassen 8 und 9 hatten sich den Can-Can aus der Operette „Orpheus in der Unterwelt“ von Jaques Offenbach zum gemeinsamen Vortrag ausgesucht. Leider wurde dabei ein zu vorsichtiges Tempo genommen. Das war schade, denn dadurch ging etwas von der schmissigen und mitreißenden Wirkung des Stückes verloren. Umso besser aber entfaltete sich „La Cumparsita“ von Gerado Rodriguez, wobei noch Mitglieder des eigentlichen Schulorchesters und das Streicherprojekt hinzukamen. Die reizvolle südländische Folklore mitsamt der federnden Tango-Rhythmik verfehlte ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht – kein Wunder, dass der Applaus besonders groß war.

Infolge des Doppeljahrgangs 2013 – dem eher fragwürdigen Turbo-Abitur sei Dank – wird auch das Schulorchester am Schuljahrsende besonders viele Abgänge zu verzeichnen haben. Es war an diesem Abend also für zahlreiche Schüler und Schülerinnen der Klassen 12 und 13 der letzte Auftritt.

Professionelle Maßstäbe

Demzufolge bildete auch das Kammerorchester aus Mitgliedern der Abiturienta 2013 einen eigenen Programmblock. Zunächst kamen die Streicher zum Einsatz mit dem ersten Satz aus dem Konzert für vier Violinen und Cello in h-moll von Vivaldi und dem Vivace aus dem Doppelkonzert BWV 1043 für zwei Violinen und Streicher in d-moll von Johann Sebastian Bach. Obwohl man hier noch keine professionellen Maßstäbe anlegen konnte, zeigten die jungen Leute bereits eine sehr beachtliche Leistung, vor allem die unruhig flackernde Harmonik des Bach-Satzes kam vorzüglich zum Ausdruck.

Beim Divertimento Nr. 11 KV 251 von Mozart kam dann Verstärkung durch Holz- und Blechbläser hinzu. Auch hier gelang eine hübsche, schwerelos heitere Wiedergabe dieses anmutigen Rokokostückes – sogar die Saxophone bildeten einen nahezu perfekten Horn-Ersatz. Bei „You'll be in my heart“ von Phil Collins stand ausnahmsweise Laura Schmidt am Dirigentenpult und danach wurde das Publikum mit den temperamentvollen Klängen der „Braziliera“ aus „Scaramouche“ von Darius Milhaud in die Pause entlassen. Zuvor aber wurden die scheidenden Abiturienten von Thomas Kamphaus verabschiedet und erhielten allesamt eine Rose sowie ein Urkunde über ihre langjährige Mitwirkung im Schulorchester.

Der zweite Teil das Abends gehörte dann fast ausschließlich dem „großen“ Schulorchester, das mit drei prächtigen Nummern aufwartete. Mit herben russischen Klängen rauschte der Walzer Nr. 2 aus der „Suite für Varieté-Orchester“ von Schostakowitsch vorüber, der Danzon No.2 von Arturo Marquez führte dann nochmals in südliche Gefilde. „A tribute to the Big Bands“ von Calvin Custer durfte man vom Titel her durchaus wörtlich nehmen, denn jetzt wurde dem Publikum mit stürmischen Rhythmen eingeheizt.

Überhaupt zeigte sich das Schulorchester von seiner stärksten Seite bei denjenigen Stücken, die mehr zum Bereich der leichten Muse und der Unterhaltungsmusik gehören. Zum Abschluss kam dann das „Generationenorchester“ zum Zuge: Mit dem Marsch aus „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar setzte Thomas Kamphaus nochmals einen finalen Glanzpunkt.

Stürmischer, lang anhaltender Beifall für alle Orchestergruppen waren der verdiente Lohn für die gelungenen Darbietungen an diesem Abend. Das Geburtstagskind ist offensichtlich auch für das nächste Jahrzehnt gut aufgestellt.

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