Eine kleine To-do-Liste für Herrn Bürgermeister Schorsch

Von: Jan Mönch
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Es warten viele neue Erfahrungen auf Georg Schmitz, Langeweile zählt sicherlich nicht dazu. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Wenn Georg Schmitz in wenigen Wochen seinen neuen Job antritt, dann dürfte er der einzige Bürgermeister weit und breit sein, der von seiner ganzen Stadt geduzt wird. Weniger Arbeit wird er dadurch aber nicht haben, das Du schafft schließlich Nähe und man ist umso schneller dabei, ein Anliegen an jemanden heranzutragen.

Wir haben uns am Mittwoch unter einigen Geilenkirchener Funktionsträgern des öffentlichen Lebens umgehört, was ihrer Meinung nach so an Aufgaben auf den Bürgermeister zukommen.

Josef Kouchen, Bezirksbundesmeister der Schützen, erneuert seine Forderung nach einer größeren Wertschätzung für das Ehrenamt. Insbesondere hoffe er, dass der Schützenempfang wieder „in der alten Konstellation“ stattfinde. „Seit fünf Jahren dürfen wir uns ja selbst einladen“, erinnert Kouchen. Er habe Georg Schmitz auch schon signalisiert, dass er sich gern mit ihm zusammensetzen würde, und der habe „positiv reagiert“. Gerade weil die Wahl auch eine Protestwahl gewesen sei, erwartet Kouchen von den Ratsfraktionen, dass sie Schmitz nicht blockieren, sondern ihm Hilfestellung leisten und konstruktiv mit ihm arbeiten. „Wenn die Ratsleute ihn fallen lassen, dann bekommen das auch ganz schnell die mit, die ihn gewählt haben.“

Professor Gerd Wassenberg, Vorsitzender der Geilenkirchener Europa-Union, vergleicht Georg Schmitz mit einem „Phoenix aus der Asche“, dessen Erfolg sicherlich mit der Hoffnung der Bürger auf „frischen Wind“ zu begründen sei. „Er führte den bürgernahen Wahlkampf auf der Straße nicht nur sprichwörtlich, sondern wörtlich. Er hört den Menschen auf der Straße zu. Er ist ehrlich und gibt Defizite offen zu.“ Angesichts dieser Qualitäten wundert Wassenberg sich über das Wahlergebnis nicht. Für die Europa-Union erhofft er sich, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt Geilenkirchen wieder intensiviert wird und gemeinsame Projekte entstehen. „Deshalb lädt die Europa-Union den künftigen Bürgermeister, der den Stadtverband von zahlreichen Gelegenheiten her bestens kennt, sicher sehr bald nach seiner offiziellen Amtseinführung zu einem ersten Gedankenaustausch ein.“

Volker Reichardt, Brandoberinspektor der Feuerwehr, brennen vor allen Dingen der Brandschutzbedarfsplan sowie das neue Drehleiterfahrzeug auf den Nägeln. Den Bedarfsplan solle der Rat noch dieses Jahr absegnen, auf das neue Fahrzeug hofft er für 2017. Nach 20 Jahren sei dieses nämlich äußerst reparaturanfällig, die Beschaffung von Ersatz sei mit Kosten von rund 600.000 bis 700.000 Euro zwar teuer, aber eben notwendig. Auch sonst sei eine gute Ausstattung natürlich wichtig. Unabhängig von den Interessen der Feuerwehr, bei der Schmitz selbst Mitglied ist, wünscht sich Reichardt eine Belebung der Innenstadt. „Wenn keine große Veranstaltung stattfindet, ist es am Wochenende doch oft etwas trostlos in der Innenstadt. Es wundert mich nicht, dass meine Kinder dann lieber woanders hinfahren, besonders für die Jugend gibt es fast nichts.“ Auch die Leerstände von Ladenlokalen müssten reduziert werden.

Heinz Josef von St. Vieth, Geschäftsführer des Stadtsportverbands, erinnert an den schlechten Zustand vieler Sportanlagen. „Da ist über Jahre viel gespart worden, es besteht an vielen Stellen Handlungsbedarf.“ St. Vieth bezieht sich insbesondere auf zahlreiche Fußballplätze sowie beispielsweise auf die Sporthalle Lindern. Es komme einiges auf die Kommune zu, wichtig sei, die richtigen Fördertöpfe aufzutun und zu nutzen. Diese Erwartungen hätte er an jeden Bürgermeister, sagt der Geschäftsführer, was Schmitz betrifft, so traue er diesem natürlich auch zu, dass er die Sportvereine unterstützt. Andererseits werde natürlich auch Schmitz kein alleiniger Entscheidungsträger sein, daher sei erst mal abzuwarten. „Nun schon die ganz große Erwartungshaltung aufzubauen, wäre sicherlich verfrüht.“

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