Eine Keinbahnstraße nach Hastenrath

Von: Jan Mönch
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Seit fast zehn Jahren gesperrt: Von dem einen oder anderen Radler abgesehen bleibt die Hastenrather Straße ungenutzt. Foto: Jan Mönch

Gangelt. Die anhaltende Sperrung der Hastenrather Straße ist auch auf ein Schreiben des Kreises Heinsberg zurückzuführen. In diesem lieferte das Straßenverkehrsamt bereits im Mai vergangenen Jahres eine Einschätzung zu dem Vorschlag, die seit nunmehr nahezu zehn Jahren stillgelegte Verbindung zwischen Ortskern Gangelt und Hastenrath zumindest als Einbahnstraße zu öffnen.

Einen entsprechenden Antrag hatte die UB-Fraktion zuvor an den Bau- und Umweltausschuss gerichtet. Der Ausschuss berief sich auf das Schreiben, in dem das Amt zu einer ablehnenden Einschätzung gekommen war, und stimmte gegen den Antrag. Die SPD immerhin, so steht es im Sitzungsprotokoll, will das Thema erneut aufgreifen, sobald die Ortsumgehung Gangelt fertiggestellt ist. Dennoch: Aus der Hastenrather Straße wurde keine Einbahnstraße, sie blieb sozusagen eine Keinbahnstraße. Das ist sie bis heute. Verkehrsteilnehmer müssen einen Umweg über das Nahversorgungszentrum in Kauf nehmen, dessen Eröffnung zeitlich recht nahe zusammenfiel mit der Schließung der Straße.

Bis zuletzt stellten Ratsleute der CDU die Behauptung auf, die Hastenrather Straße sei vor der Sperrung ein Unfallschwerpunkt gewesen. Anfragen unserer Redaktion bei Polizei und Kreis Heinsberg ergaben vergangene Woche, dass dies nicht der Wahrheit entspricht (siehe hierzu unsere Ausgabe von Montag).

In der Einschätzung des Straßenverkehrsamts heißt es, dass die Öffnung der Hastenrather Straße „keinesfalls notwendig“ sei. Ohnehin habe man damit einst schlechte Erfahrungen gemacht, als man wegen einer Baustelle vorübergehend eine „unechte Einbahnstraße“ einrichtete. Hundertfach seien die Autos da in die verbotene Richtung unterwegs gewesen. Dies zeige, „dass die nun von der UB-Fraktion vorgeschlagene Einbahnstraßenregelung für die Hastenrather Straße (...) keine Akzeptanz findet“. Ferner wird auf die „unglückliche Einmündungssituation“ verwiesen, durch die es „auch immer wieder zu Unfällen gekommen war“.

Roger Schröder, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der UB, erkennt in diesem Punkt einen klaren Widerspruch gegenüber der jüngsten Aussage des Kreises, bei der Einmündung auf die B56 handele es sich mitnichten um einen Unfallschwerpunkt. „Liegen diesbezüglich nur Gedächtnislücken vor oder gibt es andere Gründe für die Sperrung, die die Öffentlichkeit nicht erfahren darf?“, fragen Schröder und seine Fraktion in einer schriftlich an unsere Redaktion gesandten Mitteilung.

„Aus dem Ärmel gezogen“

Darin wird auch jene Sitzung des Bauausschusses geschildert: Bürgermeister Tholen habe das Schreiben „erst in der Sitzung aus dem Ärmel gezogen und den Ausschussmitgliedern überraschend vorgelegt“. Eine Darstellung, die (freilich wertungsfrei formuliert) durch das Sitzungsprotokoll bestätigt wird. Die Haltung von Schröder und der UB jedenfalls ist unverändert: „Die Straße stellt eine mit Steuergeldern gebaute Sackgasse dar, deren Nutzen nur noch als verkehrsberuhigte Zone für die dortigen (vielleicht privilegierten?) Anlieger zu sehen ist.“

Am Donnerstag ergänzte Amtsleiter Alfred Theißen schriftlich, dass „an der Einmündung der B56, Sittarder Straße/Hastenrather Straße (...) ausschließlich im Jahr 1999 eine Unfallhäufung im Sinne des Erlasses festgestellt worden (ist)“. Von 2000 bis zur „Abbindung“ im 2004 sei dies jedoch jedoch nicht mehr der Fall gewesen.

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