Geilenkirchen - Eine Auszeit für pflegende Angehörige

Eine Auszeit für pflegende Angehörige

Von: Renate Kolodzey
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Zehn Teilnehmer erhielten nun von Haus- und Sozialdienstleiter Mario Ohnesorg ihre Zertifikate. Zur Feier des Tages schenkte er ihnen sogar Sekt ein. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. Trauer, Wut, Verzweiflung – diese Gemütszustände Demenzerkrankter sind echte Herausforderungen für ihre Angehörigen. Auch wenn sie ihre eigenen Kinder nicht mehr erkennen, was nicht selten vorkommt, ist dies eine schwierige und absolut ungewohnte Situation für die Familienmitglieder.

An Demenz leiden etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland. Zwei Drittel von ihnen werden zu Hause betreut. Durch die daraus resultierende Belastung stoßen die pflegenden Angehörigen allerdings immer wieder an ihre Grenzen. Um sie zu unterstützen, hatten vor circa einem Jahr die Mitarbeiter der Geilenkirchener Franziskusheim gGmbH, Melanie Jordans, Sozialwirtin, und Mario Ohnesorg, Haus- und Sozialdienstleiter, ein neues Konzept für sogenannte Häusliche Betreuung durch Freiwillige entwickelt. Schnell waren die ersten zwölf freiwilligen Helfer geschult.

Wegen des großen Bedarfs sind inzwischen auch weitere zwölf freiwillige Betreuer ausgebildet worden und konnten nun ihr Zertifikat entgegennehmen. Ihre Aufgabe wird sein, sich stundenweise als eine Art Begleiterin um hilfsbedürftige Menschen zu kümmern. Sie können vorlesen, sich unterhalten, zusammen kochen, backen, basteln, alte Fotoalben ansehen, spazieren gehen, auf dem Friedhof verstorbene Angehörige besuchen oder gemütlich Kaffee trinken – ganz wie gewünscht. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten werden jedoch nicht übernommen.

In einer 30 Stunden umfassenden Schulung, zwei Praxistagen und einem Erste-Hilfe-Kurs zur Erstversorgung im Notfall, lernten die Betreuerinnen alles Nötige, um für ihre Aufgabe gerüstet zu sein. Auch Kommunikation und Beschäftigungsmöglichkeiten mit den zu Betreuenden wurde vermittelt. Im Mittelpunkt stand jedoch vor allem das Auftreten in den Familien: Freundlich, offen und dem Menschen zugewandt – ganz im Sinne der christlichen Philosophie des Franziskusheims.

Sozialwirtin Melanie Jordans ist derzeit viel unterwegs, um das Projekt bekannt zu machen, beispielsweise in Frauengemeinschaften und Seniorenvereinen. Sie sagte: „Ich habe das Gefühl, dass viele solch ein Angebot nützen möchten, aber nichts über die Unterstützungsmöglichkeiten der Pflegekassen wissen oder Sorge haben, die Kosten selbst tragen zu müssen.“ Ohnesorg ergänzt, dass das Franziskusheim ab dem 1. April Leistungen der ambulanten Pflege anbietet, hierüber können hauswirtschaftliche Dienstleistungen abgerufen werden.

Der Haus- und Sozialdienstleiter des Franziskusheims sagte: „Sie sind die Gesichter, die das Franziskusheim nach draußen tragen – quasi die Visitenkarte unserer Einrichtung!“ und wünschte Freude bei dieser verantwortungsvollen Tätigkeit.

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