Ein Volksfest der Rasanz und Geselligkeit

Von: Georg Schmitz
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Marktmeister Detlef Kerseboom
Marktmeister Detlef Kerseboom ist seit 1997 für die Gestaltung und Bestückung des Geilenkirchener Pfingstmarktes zuständig und schaut hier beim Aufbau des „Breakdance” nach dem Rechten. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Seit Anfang der Woche rollen die „Kirmeswagen” in Geilenkirchen an, und das hat seinen Grund im traditionellen Pfingstmarkt, der vom 10. bis 14 Juni wieder die Besuchermassen in die City locken wird.

Seit Montag herrscht rege Aktivität auf dem Beamtenparkplatz im Stadtzentrum von Geilenkirchen, denn hier sind die Aufbauarbeiten für den Jahrmarkt in vollem Gange. Seit über 560 Jahren zieht es die Menschen aus dem Umland in die Stadt an der Wurm. Anfangs waren es die Gaukler, Feuerschlucker und Zauberkünstler, die ihre Kunststücke auf dem Marktplatz vorführten, heute haben die Menschen ihr Augenmerk auf Geselligkeit und rasante Fahrten auf den Fahrgeschäften gelegt. Um die ansonsten als Parkplatz genutzte Fläche mit zahlreichen Attraktionen verschiedenster Art zu bestücken, bedarf es einer logistischen Meisterleistung, der eine Vielzahl von notwendigen Kenntnissen der Szene mit entsprechenden Kontakten zugrunde liegen. Seit 1997 ist Detlef Kerseboom als Marktmeister für die Bestückung des Pfingstmarktes zuständig und hat schon im vergangenen Jahr die Vorbereitungen 2011 in Angriff genommen.

Kirmesplatz freigeräumt

„Nach dem Pfingstmarkt ist vor dem Pfingstmarkt”, ist sein Resümee aus vergangenen Jahren. Auch in diesen Tagen ist Detlef Kerseboom täglich auf dem Platz unterwegs, denn es gibt noch einiges zu tun. Am Montag galt es zunächst einmal ein „Parkchaos” auf dem Kirmesplatz zu entzerren. Denn trotz Sperrung des gesamten Beamtenparkplatzes hatten Dutzende Autofahrer ihre fahrbaren Untersätze auf der für das Volksfest benötigten Fläche abgestellt. Da mussten dann die Halter festgestellt und zur Abholung ihres Fahrzeuges aufgefordert werden.

Kerseboom hat das Areal in diesem Jahr bis auf „den letzten Zentimeter ausgereizt”, so dass erstmals sieben Großfahrgeschäfte einen Platz finden. Neben dem obligatorischen Autoscooter und der Jaguarbahn werden auch der „Scheibenwischer” vom vorherigen Pfingstmarkt, ein „Geisterhotel” und der allseits beliebte „Breakdance” zu rasanten Fahrten einladen.

Eine „Gaudi-Schaukel”

Neu sind die „Gaudi-Schaukel”, die 15 Meter hoch ausschwingt und die „Schlittenfahrt” mit ihren schwingenden Gondeln. Im siebten Jahr zieht es Horst Sonnier mit seinem „Breakdance” nach Geilenkirchen. Das Unternehmen aus Bitburg/Eifel hat vor zehn Jahren das Rundfahrgeschäft angeschafft und ist seitdem auf den großen Kirmesplätzen ein gern gesehener Gast - besonders bei der Jugend und den Junggebliebenen. Innerhalb eines Tages haben die Mitarbeiter das Gerät aufgebaut. Das dies so schnell möglich ist, hat Horst Sonnier dem Mittelbauwagen zu verdanken. „Der wird ausgeklappt und in die Waage gestellt”, erklärt Sonnier das „Schnellaufbauprinzip”. Ist dieser Wagen erst einmal dem Niveau des Platzes angeglichen, wird er mit den Gondeln bestückt, die im Packwagen mitgeführt werden. Sonnier: „Zum Schluss erfolgt der Rundbau, die Deko wird angebracht und das Licht installiert.” Im vergangenen Winter hat der Schausteller seinen Breakdance auf LED-Technik umgerüstet.

„Das hat sich sofort bei der Stromrechnung bemerkbar gemacht”, freut sich Horst Sonnier. Den Strom stellt die NEW Energie gegen Gebühr zur Verfügung, und ein beauftragtes Unternehmen muss dann die Elektroarbeiten auf dem Platz ausführen. Marktmeister Detlef Kerseboom hat bei der Auswahl der Fahrgeschäfte selbstverständlich auch an die Jüngsten gedacht. „Drei Kinderkarussells, eine Schleife und ein Bungee-Trampolin werden den Jungen und Mädchen Vergnügen bereiten”, sagt der Mann von der Stadtverwaltung. Naturgemäß spielen die Randgeschäfte bei Jahrmärkten eine große Rolle. Dazu zählen neben Imbiss- und Ausschankbetrieben auch Los- und Schießbude, Geschicklichkeitsangebote und „Naschstationen” mit Leckereien.

Apropos Ausschankbetrieb. Hans Heitkämper und sein Kompagnon Ingo Wenzel betreiben den bekannten „Almhof” und sind seit nunmehr 27 Jahren regelmäßig auf dem Pfingstmarkt anzutreffen. 170 Kilometer sind sie aus Lüdenscheid angereist, nach dem Geilenkirchener Pfingstmarkt geht es weiter nach Gevelsberg. „Ich komme zum Pfingstmarkt, weil das Standgeld für den Platz in Geilenkirchen noch bezahlbar ist”, macht Heitkämper deutlich. Viele andere Plätze seien stark überteuert und da bleibe dann kaum noch Gewinn übrig. Das Duo aus Schwelm achtet stark auf die Einhaltung der Hygienevorschriften. „Putzen, Putzen und nochmals Putzen sowie das Durchspülen der Bierleitungen sind an der Tagesordnung. Alle Schausteller sind voll des Lobes über den sanierten Platz, der sich nun ohne Hügel, Löcher und Wasserpfützen präsentiert. Das kommt natürlich auch den vielen tausend Besuchern zugute, die alljährlich den Pfingstmarkt aufsuchen. Der Marktmeister hat in diesem Jahr im Eingangsbereich des Beamtenweg zwei Parkplätze für behinderte Menschen reserviert.

Am morgigen Freitag geht es los. Für 17 Uhr sind Bewohner von Behindertenwohnstätten von den Schaustellern zu kostenlosen Fahrten eingeladen. Um 18.30 Uhr erfolgt der Fassanstich durch Bürgermeister Thomas Fiedler.

Öffnungszeiten an den fünf Kirmestagen

Die Öffnungszeiten des Pfingstmarktes sind wie folgt:

Freitag, 10. Juni, 17 bis 23 Uhr; Eröffnungsfeier mit Fassanstich und Unterhaltung durch das Trommler- und Pfeifercorps Prummern;

Samstag, 11.Juni,14 bis 23 Uhr;

Sonntag, 12. Juni, 11 bis 23 Uhr; Krammarkt 11 bis 20 Uhr;

Montag, 13. Juni, 11 bis 23 Uhr; Krammarkt 11 bis 20 Uhr;

Dienstag, 14. Juni, 14 bis 23 Uhr; Abschlussfeuerwerk ab 22.30 Uhr.

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