Geilenkirchen - Ein Tannenbaum ohne politisches Lametta

Ein Tannenbaum ohne politisches Lametta

Von: g.s.
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Hünshoven soll nicht auf Weihnachssymbol verzichten. Grüne laden ein und Schützen stemmen Aktion. Foto: dpa

Geilenkirchen. „Geilenkirchen hat kein Geld für Weihnachtsbäume“, hatte Bürgermeister Thomas Fiedler kürzlich den Stadtverordneten mitgeteilt. Doch wie trostlos muss einem Christen der Dezember ohne jene schön beleuchteten Bäume vorkommen.

Das Thema rief Geilenkirchens Grünen-Chef Jürgen Benden auf den Plan, und so lud er die Bürgerinnen und Bürger seines Stadtteils Hünshoven zu einer Versammlung in das Hotel „Zum Stern“ ein.

Wie bereits im vergangenen Jahr könne die Stadt Geilenkirchen die Ausgaben von mehr als 30.000 Euro für die Weihnachtsbäume im gesamten Stadtgebiet nicht mehr stemmen.

„Damit wir aber trotzdem in Hünshoven einen Tannenbaum mit weihnachtlichem Glanz bekommen, möchte ich Sie alle einladen, eine private Initiative zu starten“, warb Benden per Flugblatt für die Versammlung. Der Sprecher der Grünen rief auf, sich gemeinsam für einen strahlenden Tannenbaum zu engagieren.

Genau 20 Personen waren der Einladung gefolgt, davon alleine 18 Mitglieder der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Hünshoven. Benden verwies darauf, dass die Stadt zwar die Lichterketten stelle, aber der Weihnachtsbaum selber besorgt werden muss.

Zudem seien die vom Stromanbieter West geforderten Anschlusskosten in Höhe von 100 Euro selber zu tragen. Jürgen Benden schlug eine Spendensammlung vor.

„Wir von den Schützen haben letztes Jahr schon einen Weihnachtsbaum hinbekommen“, meldete sich deren Präsident Berto Latten zu Wort. Man wundere sich, dass den Schützen per Wurfzettel mitgeteilt werde, dass es in Hünshoven keinen Tannenbaum geben werde.

„Der Vorschlag für die Initiative kommt von den Grünen, es wird also politisch“, so Latten. „Wir möchten, dass Weihnachten als christliches Fest aus der Politik rausgehalten wird“, so der Schützenpräsident weiter.

In Hünshoven brauche man auch keine Geldsammelaktion, denn die Schützen würden wie im vergangenen Jahr die Kosten für den auf dem Hünshovener Marktplatz aufzustellenden Tannenbaum wieder stemmen. „Wenn Sie einen Baum aufstellen, kann ich das nur begrüßen, Hauptsache wir haben einen Weihnachtsbaum in Hünshoven“, erwiderte Jürgen Benden.

Er dränge sich nicht auf, aber auch ein grüner Stadtabgeordneter dürfe sich um Bürgerinteressen kümmern. Seine Vorstellung sei es zudem gewesen, die Inbetriebnahme der Beleuchtung mit Chor und Glühwein zu begleiten, sagte Benden und versprach – wenn gewünscht – einen Chor zu besorgen.

Berto Latten ließ wissen, dass die Schützen unter dem Tannenbaum ohnehin vorhatten, mit Glühwein zu feiern. „Einen grünen Tannenbaum bekommen wir ohnehin“, freute sich Jürgen Benden am Ende der 25-minütigen, harmonisch verlaufenen Versammlung.

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