Übach-Palenberg - Ein Stück Viehweide vom „Nachbarn“ bietet Schutz

Ein Stück Viehweide vom „Nachbarn“ bietet Schutz

Von: Manfred Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Bauamtsleiter Achim Vogelheim erklärt vor Ort, wie unzureichend das Rückhaltebecken an der Kreuzgracht ist. Rechts Ausschussvorsitzender Peter Fröschen, links Ausschussmitglied Fred Fröschen.

Übach-Palenberg. Lehmiges, trübes Wasser in einer nicht allzu großen Grube hinter einem Drahtzaun. So präsentiert sich zurzeit noch die Anlage, die oberhalb der Kreuzgracht in Scherpenseel Überflutungen verhindern soll.

Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Sicherheit überzeugten sich am Mittwochnachmittag beim Ortstermin davon, dass diese Form des Rückhaltebeckens keinen wirklichen Hochwasserschutz bietet, und ließen sich von Achim Vogelheim, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes, schildern, wie die Situation in Scherpenseel verbessert werden soll.

Das derzeitige unzureichende Rückhaltebecken liegt auf niederländischem Gebiet, die Fläche wurde von Übach-Palenberg gekauft. Jetzt, so Achim Vogelheim, bietet sich nur wenige Schritte hinter dem Becken die Möglichkeit, eine größere Fläche – ebenfalls auf niederländischem Boden – zu erwerben. Hier verkauft die Gemeinde Landgraaf eine riesige Weidefläche an einen Landwirt, und Übach-Palenberg kann von diesem Landwirt eine Teilfläche erwerben, groß genug für ein Regenrückhaltebecken einschließlich „Schlammfang“.

Ein Becken, das zumindest zum Teil auch die Starkregenfälle auffangen kann, die sonst in Richtung Heerlener Straße ablaufen. Der niederländische Landwirt plant auf dieser Fläche Weidewirtschaft, und das, so Achim Vogelheim, könnte den Interessen der Stadt entgegenkommen, da das Vieh einen Teil der Bodenpflege mit übernehme.

An der anschließenden Beratung im Rathaus nahm Freed Janssen, Wethouder (Beigeordneter) der Gemeinde Landgraaf, teil und lieferte den Beweis dafür, wie herzlich die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden ist. Er hatte nämlich nicht nur Informationen, sondern auch Kuchen – den beliebten holländischen Vlaai – im Gepäck. Die Gemeinde Landgraaf, so Freed Janssen, fühle sich verpflichtet, das Problem Hochwasser gemeinsam mit Übach-Palenberg zu lösen.

Nachdem erste gemeinsame Pläne mit Übach-Palenberg wegen Schwierigkeiten beim Grunderwerb gescheitert seien, habe Landgraaf rund 800 000 Euro in eine moderne Regenrückhalteanlage investiert. Das Regenwasser wird dabei in einer zehn Meter tiefen Röhre gesammelt und kann von dort aus versickern. Etwa 2000 Kubikmeter können auf diese Weise zurückgehalten werden. Die Bürger von Landgraaf, so ergänzte Freed Janssen später, trügen mit zehn Euro pro Haushalt und Jahr bei den Schmutzwasserabgaben zur Finanzierung bei.

In der anschließenden Diskussion wollte Heiner Weißborn (SPD) unter anderem wissen, ob mit den beiden Maßnahmen die Hochwassergefahr für Scherpenseel gebannt sei. Dies sei nicht der Fall, stellte Dezernent Hans-Peter Gatzen dazu fest, man werde einige Probleme behalten. Wie Achim Vogelheim ergänzte, fehlen auch noch einige Berechnungen aus Landgraaf, die man brauche, um selbst weiter zu planen.

Die Möglichkeit, die Sicherheit mit einem geschlossen Rückhaltebecken am neuen Standort zu verbessern, ist nach Meinung von Hans-Pater Gatzen wohl keine Option, da die Kosten dadurch um bis zu 200 Prozent steigen würden.

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