Ein Stück Anden am Naturpark

Von: Karl-Heinz Hamacher
Letzte Aktualisierung:
alpakas-foto
Abends geht es nach Hause in den Stall. Wolfgang Houben holt Cäsar und Soraya von der Weide. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Wenn Cäsar und Soraya auf der Wiese vor der Dahlmühle am Gangelter Naturpark grasen, bleiben Wanderer und Radfahrer oft stehen und glauben nicht, was sie dort sehen. Zwei Alpakas, die dem Tierfreund Wolfgang Houben gehören und eigentlich nur ein Ersatz für einen größeren Wunsch waren.

„Mein Traumtier ist ein Kamel”, lacht Wolfgang Houben (50). Er weiß aber, dass die Haltung der Höckertiere weitaus problematischer ist und hat sich deshalb erst einmal auf die Alpakas konzentriert.

„Die gehören allerdings zur Gattung der Kameliden und sind wie Lamas, Vikunjas und Guanakos mit dem Kamelen verwandt”, tröstest er sich.

In Valkenburg habe er des Öfteren einen älteren Mann gesehen, der ein Kamel ausführte. Da habe er sich mit der Sache beschäftigt, sich Wissen angelesen und sich nach rund zwei Jahren Vorbereitung für die ersten beiden Alpakas entschieden.

Die scheuen Tiere kommen von einem Züchter aus der Eifel und bilden mit rund 30 weiteren den Privatzoo des Gangelter Gemeindemitarbeiters.

Ganz besonders beliebt bei Kindern sind die putzigen Miniponys, die er auf einer anderen Wiese hält und vor deren Zaun Kinder oft schon im Sommer den Eltern den einzigen Weihnachtswunsch diktieren. Hinzu kommen Schafe, Hühner und Kleintiere. Ein weiterer Star ist das Hängebauchschwein. „Da muss ich aufpassen, dass der Nachbar sich das nicht mal zum Grillen ausleiht”, heißt es über den Zaun und zeigt auch, dass es rechts und links vom Haus Houben keine Probleme mit dem Hobby gibt.


Ein trauriges Schicksal ereilte Babsy und Bonny, zwei weitere Alpakas. Die sollten zum Züchten in die Eifel gebracht werden. Dabei brach die Deichsel des Anhängers; beide Tiere überlebten den Unfall nicht.

Der Winter in Gangelt ist für Cäsar (5) und Soraya (2) kein Problem. „Da, wo die herkommen, ist es wesentlich kälter”, erinnert Wolfgang Houben an die südamerikanische Anden-Heimat. Alpakawolle ist ein gesuchter und teurer Kleiderstoff.

Einen Eimer voll habe er im Keller, erzählt Houben. „Ich suche nur noch jemanden, der mir die Wolle spinnt.” Aus dem weißbraunen Duo soll in Kürze ein Trio werden, „einen schwarzen Wallach hätte ich noch gerne dazu”, zeigt sich der Tierliebhaber als Freund einer abgerundeten Farbpalette.

„Ja, die spucken auch”, ist die Antwort auf eine oft gehörte Frage. Wenn man sie ärgert oder wenn sie sich angegriffen fühlen. „Die spucken dir genau auf die Brille”, weiß Houben ein Lied über die Treffsicherheit der Tiere zu singen. „Aber das schmeckt nur nach Gras”, lacht er. Gras und Heu sind die Hauptnahrungsmittel. Ein Salzstein hänge im Stall, und ab und an gibt es eine Handvoll Kraftfutter. <

Wichtig ist Wolfgang Houben, dass seine Tiere, die man auf den Wiesen an der Dahlmühle findet, nicht gefüttert werden. „Gucken ist natürlich erlaubt!”

Jetzt, nachdem es mit den Alpakas so gut klappt, was steht da dem Kauf eines Kamels im Wege? „Mein Konto!”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert