Ein Römer im Kreisverkehr erinnert an die Via Belgica

Von: mabie
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Zur Übergabe des doppelt mannshohen eisernen Legionärs an der Boschelner Brünestraße gab es zum Spaß nicht nur von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (l.) und Initiator Horst Tacken (2.v.r.) einen Schirm zum Schutz vor dem Wetter und die Frage, „wohin er denn läuft“. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Wohin läuft er nun eigentlich? Diese Frage stellten sich bei der Enthüllung des neuen eisernen Römers wohl die wenigsten der Anwesenden. Klar war nur, dass doppelt mannshohe Römer mit Helm und angedeuteter Lanze einen Schirm braucht.

Das war natürlich nur ein Spaß, den sich Helmut Landscheidt vom Verein für Denkmalschutz und Landschaftspflege (VDL) gönnte, weil es zum Einweihungstag nicht das beste Wetter gab. Fest steht aber, dass der Römer auf der ehemaligen römischen Heerstraße, der Via Belgica, platziert ist.

Wie Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch angesichts der Übergabe der Figur am Kreisverkehr an der Brünestraße und David-Hansemann-Straße bemerkte, lief diese uralte römische Straße auf einem rund fünf Kilometer messenden Teilstück durch das heutige Stadtgebiet von Übach-Palenberg, Ursprünglich verband sie einmal den Straßenknotenpunkt Köln mit der Atlantikküste, reichte quer durch Westeuropa bis ins heute französische Boulogne-sur-Mer.

Beeindruckende Historie

Horst Tacken, der noch in seiner aktiven Dienstzeit für die Stadt Übach-Palenberg das Projekt intensiv betreute, freute sich besonders an der gelungenen Verbindung von heutigem Standort und der Historie, die zwei Jahrtausende zurückreichen dürfte.

„Ich frage mich immer, wie ein solch großartiger und beeindruckende Bau ohne die heutigen technischen Hilfsmittel möglich war“, dachte Bürgermeister Jungnitsch laut nach, meinte damit die Via Belgica und nicht die Römerfigur. Für die gab es aber auch nur lobende Worte durch den Ersten Bürger der Stadt. Solche Kunstwerke sind wichtig, denn sie erinnern an geschichtliche Ereignisse, die von Generation zu Generation weitergetragen werden müssen und nicht verloren gehen dürfen“, schloss er.

Und der Legionär passt wirklich gut an diese Stelle, denn auch die Heimatgeschichtler, die nicht nur eine nahe römische Siedlung in Baesweiler entdeckten, sondern kürzlich auch im Herbacher Wald fündig wurden, befestigten nochmals die Lage und den Verlauf der uralten Via Belgica.

Nur der Punkt, ob der Römer sich nun in Richtung Köln geht oder sich auf den Weg zur Atlantikküste zur Eroberung Britanniens aufmacht, bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis.

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