Geilenkirchen - Ein neues Projekt des Bürgertreffs: Kunst kommt auf die Tüte

Ein neues Projekt des Bürgertreffs: Kunst kommt auf die Tüte

Von: Kristina Toussaint
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Jürgen Benden (r.), Nicole Abels (hinten, 4. v. r.) und Gerda-Marie Kobilke (Mitte) vom Bürgertreff mit jungen Künstlern und Mitgliedern des Vereins Kulturgut. Foto: Kristina Toussaint
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Ab sofort gegen eine Spende im Bürgertreff an der Gerbergasse zu bekommen: Kunst auf der Tüte.

Geilenkirchen. Die Idee kam Gerda-Marie Kobilke beim Materialeinkauf in Sittard: Ein Geschäft für Künstlerbedarf bot von Kindern und Menschen mit Behinderung gestaltete Tüten zum Transport der Einkäufe an. Kobilke war so begeistert, dass sie sich ein Exemplar gleich zu Hause aufhängte – und als Jürgen Benden bei der nächsten Teamsitzung des Bürgertreffs anregte, doch einmal etwas zum Thema Nachhaltigkeit zu machen, stand fest: auch in Geilenkirchen soll Kunst auf die Tüten.

Die mehr als 200 Tüten, die aktuell im Bürgertreff im Stadtzentrum zu bewundern sind, sind von Kindern, Künstlern und Besuchern des Bürgertreffs gestaltet worden. Bei einigen Tütengestaltern musste Benden noch etwas Überzeugungsarbeit leisten. „Ich kann nicht malen“, hätten viele als Ausrede vorgebracht. Das habe man aber nicht gelten lassen – zum Glück: Denn so sind neben kunstvollen Gemälden auch Tüten mit Sprüchen oder Schnittmustern entstanden.

Die Vertreter des Kindergartens Teveren mussten nicht lange überredet werden: Geschlossen hat die Einrichtung an der Gestaltungsaktion teilgenommen und zahlreiche Papiertüten verschönert. Aus der Nachbarschaft haben sich viele Schulkinder beteiligt, und auch die Kinder der Bürgertreff-Besucher waren mit Begeisterung beim Tütenbemalen dabei. Für eine weitere große Zahl von Tüten zeichnet der Verein Kulturgut verantwortlich. „Der Zweck des Ganzen war, dass jeder sich beteiligen kann“, erklärt Kobilke. Vielfalt und Unterschiedlichkeit sei schließlich auch, was den Bürgertreff ausmache.

In den vergangenen Monaten sind also künstlerische Tüten von Menschen zwischen vier und 80 Jahren entstanden. „Es sind total viele tolle Sachen dabei“, sagt Benden. Und: „Wir sehen die Gesamtheit der mehr als 200 Tüten als Kunstwerk an – in dem aber von nun an auch nach und nach Lücken entstehen können und sollen“.

Gegen eine Spende können die kunstvollen Transportbehälter nämlich ab sofort im Bürgertreff ausgesucht und mitgenommen werden. „Mit Blick auf Weihnachten könnten die Tüten zum Beispiel als originelle Geschenkverpackung dienen, die man sich hinterher sogar noch aufhängen kann“, regt Benden an. Bei der Bemessung der Spende solle daher nicht nur der materielle, sondern auch der künstlerische Wert bedacht werden.

Zeitgleich hat die Tüten-Aktion übrigens in Simbabwe stattgefunden: eine mit Gerda-Marie Kobilke befreundete Aachener Lehrerin war so begeistert von der Idee, dass sie das Projekt an eine Schule in Afrika exportiert hat.

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