Übach-Palenberg - Ein letztes Mal läuten die Glocken der Kreuzkirche

Ein letztes Mal läuten die Glocken der Kreuzkirche

Von: Georg Schmitz
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Nach dem Verlesen der Entwidmungserklärung bläst Pfarrer Thomas Reppich die Kerzen aus. Foto: Georg Schmitz

Übach-Palenberg. „Gottes Weg mit dieser Gemeinde geht weiter. Es wird uns gelingen, unsere Trauer durch Zuversicht zu überwinden”, munterte Pfarrer Johannes de Kleine in seiner Predigt anlässlich des letzten Gottesdienstes in der Boschelner Kreuzkirche der evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg die Gläubigen auf.

Wie berichtet, geht die Kreuzkirche in Boscheln in das Eigentum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Herzogenrath-Merkstein über. Im Beisein von Superintendent Jens Sannig gestalteten neben Johannes de Kleine auch der Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrer Thomas Reppich, und Pfarrer Thomas Fresia am Silvesterabend den Abschiedsgottesdienst, bei dem nach Ende der normalen Liturgie die Kreuzkirche außer Dienst gestellt wurde.

„Unsere Kirche, in der wir seit 1953 Sonntag für Sonntag Gottesdienst gefeiert haben, muss geschlossen werden. Lasst uns in dieser Stunde alles vor Gott bringen, was uns bewegt”, richtete Johannes de Kleine nach dem Einzug der Geistlichen und der Helferinnen und Helfer die ersten Worte an die rund 140 Gläubigen.

Im Laufe des Entwidmungsgottesdienstes wurde an die besonderen Gedanken, Gefühle und Erfahrungen erinnert, die die Menschen mit dieser Kirche verbinden. An unzählige Gottesdienste mit Alten und Jungen, mit Familien. Kinder wurden getauft und Jugendliche gesegnet, Paare erbaten den Segen für ihr gemeinsames Leben, Trauernde suchten bei Gott Kraft und Trost. Erinnert wurde an die vielen Abendmahlfeiern, an Jubiläen, Feste und besondere Ereignisse, die in der Kreuzkirche gefeiert wurden. „Lass dich nie vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem”, lautete das Thema der Predigt von Johannes de Kleine. Und auch hier stand der Abschied von dem lieb gewonnenen Gotteshaus im Fokus der Rede.

„Den finanziellen Problemen fällt diese Kreuzkirche als erste im Kirchenkreis Jülich zum Opfer”, sagte der Pfarrer. Es sei ein trauriger Moment des Abschiednehmens, aber auch ein Anlass, Gott zu danken für alle Begegnungen in dieser Kirche. „Auch in der evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg wird das Gute das Böse überwinden”, kam de Kleine auf den Ausgangspunkt seiner Predigt zurück.

Nach den Fürbitten kam dann für die Besucher des Gottesdienstes der traurige Moment des Abschieds, als die Entwidmungserklärung von Thomas Reppich verlesen wurde: „Gemäß dem Entwidmungsbeschluss des Presbyteriums vom 16. Dezember 2010 stellen wir nun die Kreuzkirche außer Dienst.” Die zu Beginn des Gottesdienst angezündeten Kerzen wurden nach dieser Erklärung gelöscht. Pfarrer Thomas Fresia oblag dann die Aufgabe der Schlüsselübergabe an Detlef Brall, dem Vertreter des neuen Eigentümers, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Merkstein.

Zum letzten Mal verließen die evangelischen Christen die Kreuzkirche in Boscheln und nahmen die Prinzipalien, das Taufbecken, die Osterkerze, Kerzenleuchter, die Bibel vom Abendsmahlstisch und die Kanzelbibel mit. Es war nicht zu übersehen, dass vielen Gläubigen die Tränen in den Augen standen. Die von Regina Rüland während des Gottesdienstes gespielte Orgel schwieg am Ende des Auszugs, und ein letztes Mal erklangen die Glocken der ehemaligen Kreuzkirche für die evangelische Kirchengemeinde Übach-Palenberg zum Abschied.
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