Ein Leben in der DDR: Journalist liest vor

Von: g.s.
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Der Budo-Sport-Club (BSC) baut neue Judo-Kids-Gruppen auf. Bei einem ersten Training konnten Interessierte reinschnuppern. Gruppenleiterin Karin Hölscher (v.r.) vermittelt nicht nur die Technik, sondern auch den historischen Hintergrund des Sports. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit dem Unrecht in der ehemaligen DDR setzt sich der Journalist und Filmemacher Roman Grafe seit Jahren auseinander. Der 44-Jährige ist in der DDR aufgewachsen, nach den Öffnung der innerdeutschen Grenze zog er nach Bayern, studierte in der Schweiz Journalistik und wohnt jetzt in Frankfurt/Main.

Roman Grafe ist seit 2010 an Schulen in Deutschland unterwegs und ließ auch die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe elf der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Geilenkirchen an seinen Geschichten teilhaben. Sechs Bücher hat er zwischenzeitlich geschrieben, und alle befassen sich mit dem Regime und Leben in der Deutschen Demokratischen Republik. „Wenn einer sagt, die DDR war schlimm, bekommt man heute kaum Widerspruch“, wendete er sich den Schülern zu. 150.000 Menschen hätten aus politischen Gründen in der DDR in Gefängnissen gesessen, auch seien viele bei der Flucht von den DDR-Grenzschützen erschossen worden.

Grafe vermittelte den Jungen und Mädchen einen Einblick in die Lebensbedingungen in der DDR, die sich stark von Demokratien mit materiellem Wohlstand unterschieden hätten. „Die Schuld der Mitläufer“ ist der Titel eines seiner Bücher, das sich mit der Anpassungsfähigkeit und dem Widerstand in der DDR befasst. „Ohne die Mitläufer hätte die Diktatur nicht 40 Jahre lang funktioniert“, so Grafe. Roman Grafe sprach in Anlehnung an sein weiteres Buch „Das Schweigen der Mehrheit“ über Befehlsempfänger und Unterwürfigkeit, Unterdrückung und Willkür, über die Verleugnung von Taten des Staatssicherheitsdienstes.

Die Täter hätten sich auf das Schweigen der Mehrheit verlassen können. Was hätte man schon dagegen tun können? Der Propaganda gegen den Westen habe die Verherrlichung der DDR gegenüber gestanden. Grafe: „Der Dreckdampfer der DDR lag lange genug im Hafen, um von Bord gehen zu können, aber dann war er auf hoher See.“ 28 Jahre lang sei alles seinen sozialistischen Gang gegangen. Der unter anderem für die ARD arbeitende Journalist stieg anschließend in eine Diskussionsrunde mit den Schülerinnen und Schülern ein, die ihrerseits Fragen an Roman Grafe stellen konnten.

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