Übach-Palenberg - Ein kleines Stück Plastik, das es in sich hat

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Ein kleines Stück Plastik, das es in sich hat

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:
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Michael Wirth, Leiter des Bürgerbüros, hält eines der Terminals in Händen, mit dem er und seine Kolleginnen Anja Schade (r.) und Alina Janowski die elektronischen Personalausweise bearbeiten. Foto: Windelen

Übach-Palenberg. Es sind nur einige Quadratzentimeter Plastik, die bislang nicht einmal real existieren. Aber der Wirbel, den der neue elektronische Personalausweis schon vor seiner Premiere ausgelöst hat, ist umso größer.

Das neue Dokument, das über einen PIN- und PUK-Code verfügt und für Online-Shopping verwendet werden kann, könnte - so der Chor der kritischen Stimmen - Internet-Ganoven Tür und Tor öffnen und zu Datenmissbrauch führen. Ab dem 1. respektive 2. November - da der erste Monatstag auf Allerheiligen fällt - können die E-Ausweise in den Rathäusern beantragt werden.

Bedenken oder gar laute Kritik von Bürgern sind Michael Wirth, dem Leiter des Übach-Palenberger Bürgerbüros, und seiner Kollegin Anja Schade bislang nicht zu Ohren gekommen, das Gegenteil ist nach Erkenntnis von Michael Wirth der Fall: „Das Interesse an dem elektronischen Ausweis hält sich in Grenzen. Das kann sich aber ab dem 2. November ändern.”

Eines ist schon jetzt für den Abteilungsleiter Fakt: „Die Beratungsgespräche bei der Beantragung werden erheblich länger dauern. Beim bisherigen maschinenlesbaren Ausweis haben wir gerade mal 7,5 Minuten im Schnitt gebraucht, künftig werden es 24 bis 28 Minuten sein.” Eine halbe Stelle werden die vier Vollzeit- und drei Halbtagskräfte des Bürgerbüros dazuerhalten, um die zeitlich aufwendigen Anträge abzuarbeiten.

Auch in finanzieller Hinsicht setzt der E-Ausweis neue Maßstäbe. „Der alte kostete acht Euro, der neue 28,80 Euro; unter 24-Jährige zahlen 22,80 Euro”, erläutert Anja Schade. Dafür bietet der neue E-Ausweis drei - zum Teil bei Kritikern umstrittene - Funktionen:

Er speichert die biometrischen Daten; die Entscheidung darüber, ob seine Fingerabdrücke verewigt werden sollen, bleibt dem Inhaber selbst überlassen.

Er verfügt über eine elektronische Identifikation, sprich einen Online-Ausweis, der mittels eines zusätzlichen Lesegerätes und einer Software Einkäufe im Internet erlaubt.

Und er ermöglicht eine elektronische Signatur, das heißt, der Ausweisinhaber kann ein Dokument rechtsgültig über Mausklick unterschreiben - vorausgesetzt, er besorgt sich ein Zertifikat eines entsprechenden Anbieters, der diesen Service freischaltet.

Feststeht: Der E-Ausweis kann mit vielen Daten beladen werden. Kann. Und genau deshalb sehen Michael Wirth und Anja Schade die Datenschutz-Debatte über den neuen Ausweis gelassen und beruhigen mögliche Bedenkenträger: „Der Fingerabdruck ist ohnehin freiwillig. Ebenso die Online-Version, die jederzeit auf Wunsch deaktiviert beziehungsweise aktiviert werden kann”, sagt Michael Wirth. Anja Schade rechnet damit, dass es relativ flugs geht von der Antragstellung über die Erstellung in der Bundesdruckerei bis hin zur Aushändigung im Rathaus. „Wir gehen, wie bisher auch, von zwei bis drei Wochen aus.”

Der neue E-Personalausweis im handlichen Format besitzt eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren. Also wie gehabt.

Abteilungsleiter Wirth betont, dass die alten Ausweise bis zu ihrem jeweiligen „Verfallsdatum” selbstverständlich gültig sind und nicht im Zuge der Umstellung eingezogen werden.

Obgleich mehr Arbeit auf das Team im Übach-Palenberger Bürgerbüro zuzurollen droht, denkt Michael Wirth nicht an eine Ausweitung der Öffnungszeiten, die da sind: montags, dienstags, mittwochs und donnerstags von 8 bis 17 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr. Und außerdem jeden Samstag von 10 bis 12.30 Uhr. „Der Samstags-Service wird viel und gerne von Berufstätigen in Anspruch genommen”, freut sich Wirth.
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