Ein kleines Logo von großer Bedeutung

Von: Franz Windelen
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Die Vorsitzenden präsentieren das neue Logo, das in die gemeinsame Zukunft weist: Udo Jastrinski vom Aktionskreis Ubach (r.) und Manfred Latour von der Werbegemeinschaft Palenberg. Foto: Windelen

Übach-Palenberg. Das kunstvoll gestaltete Logo, das Udo Jastrinki und Manfred Latour stolz in Händen halten, ist zwar nicht groß, aber es ist dennoch von großer, beinah historischer Bedeutung.

Denn das Stückchen Papier symbolisiert zugleich das erste gemeinschaftliche Handeln von Aktionskreis Übach und Werbegemeinschaft Palenberg. Es prangt in den Schaufenstern der rund 100 Mitgliedsbetriebe. „Es ist ein Schritt in Richtung Stadtmarketing”, blickt Manfred Latour, der Vorsitzende der Palenberger Kaufmannschaft, zukunftsfroh auf Größeres. Sein Übacher Kollege Udo Jastrinski sieht das genau so: „Es muss sich was bewegen in der Innenstadt, und nicht nur auf der Grünen Wiese.”

Dabei drängt sich unweigerlich die Frage nach dem geplanten Einkaufszentrum (EKZ) im Schatten des Wasserturms, an der Schnittstelle zwischen den beiden Stadtteilen, auf, dessen Konturen immer konkreter werden. „Das EKZ wird natürlich mit gemischten Gefühlen gesehen”, macht Udo Jastrinksi keinen Hehl aus den Sorgen, die die Geschäftswelt plagen. Im gleichen Atemzug fügt er jedoch hinzu: „Wir sollten das EKZ nicht ablehnen, wir müssen die Chance nutzen, die damit verbunden sind.” Der Vorsitzende des Übacher Aktionskreises spricht von der „Sogkraft”, die Besucher und damit Kaufkraft von außerhalb in die Stadtteile spült. „Noch ist nichts in trockenen Tüchern”, gibt Latour zu bedenken. Es müsse darum gehen, Sortimentslücken im Übach-Palenberger Angebot abzudecken.

Jastrinski bemüht ein Beispiel: „Es kann nicht angehen, dass ich zum Herrenbekleider nach Aachen fahren muss.” Apotheken, Versicherungen, Optiker, Bäcker oder Metzger indes gebe es ausreichend in den Innenstädten, sagt er: „Solche Dienstleister darf man nicht ins EKZ holen.”

Das neue Logo - basierend auf dem Logo der Stadt Übach-Palenberg und mit der recht eindringlichen Aufforderung „Kauf in Deiner Heimatstadt/damit sie eine Zukunft hat” - signalisiert auch den engen Schulterschluss beider Kaufmannschaften, der bisher nie wirklich zustandekam. „Die Chemie zwischen den Vorständen stimmt”, sagt Manfred Latour und weist auf die „Notwendigkeit der Synergien zwischen Übach und Palenberg” hin. Auslöser für die jüngste Kooperation sei nicht das geplante EKZ gewesen, weit im Vorfeld all dieser Diskussionen und Planungen habe man erkannt, dass die Übacher und Palenberger Alleingänge nicht den durchschlagenden Erfolg bringen.

„Die City muss attraktiver werden”, ist eine Kernaussage von Udo Jastrinski. Stadtmarketing allein in der Regie der Politik, wie bereits vor Jahren angeleiert und am Ende gescheitert, lehnen die Vorsitzenden ab. „Mit im Boot sitzen müssen Kaufmannschaften, Gewerbetreibende, Industrie, Hauseigentümer, Bürger und natürlich die Stadt”, umreißt Manfred Latour den personellen Rahmen des „Lenkungskreises”, der das Stadtbild mit seinen Ideen aufpolieren soll.

Zur Attraktivierung gehören nach Ansicht von Udo Jastrinski auch einheitliche Öffnungs- und Schließungszeiten sowie ein einheitliches Erscheinungsbild in den Straßen - etwa Blumenkübel im Sommer und Tannenbäumchen im Winter. Auch die Bürger sollen „zeitnah” in einer Befragung durch die Stadt Wünsche und Anregungen äußern dürfen.

Mit Veranstaltungen diverser Art könne man zwar nicht die Käufermassen dauerhaft in die Geschäfte locken, aber man könne „Duftnoten setzen”, zeigen, dass sich in Übach-Palenberg ein Bummel durch die Ladenlandschaft lohne. Frühlingsfest und Kaiser-Karlsfest in Palenberg (letzteres am kommenden Wochenende) sowie Maiblütenfest und Lichterfest in Übach seien längst Publikumsmagneten. Am 30. Oktober soll das Lichterfest, bereits das dritte, von 16 bis 22 Uhr in einer verfeinerten Form zelebriert werden: Schüler mit Lichtern werden sich in einem Sternmarsch vom Carlsplatz beziehungsweise Rathausplatz kommend am Arndtplatz treffen, dann wird ein farbenprächtiges Feuerwerk am Fuße des Wassertrums gezündet.

Eine weitere gemeinsame Tat nach dem Logo wird im nächsten Jahr ein Weihnachtsmarkt auf der alten CM-Zechenbrache sein. Bei soviel Initiativgeist dürfte das frische Logo wohl nicht so schnell verblassen.
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