Ein Kaufkraft-Magnet für Geilenkirchen

Von: Udo Stüßer
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Ende des Jahres wird das historische Bahnhofsgebäude in neuem Glanz erstrahlen und neben McDonalds eine Bäckereifiliale mit angeschlossenem Café und einen Kiosk beherbergen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. In den nächsten Wochen kommt die Abrissbirne: Der städtebauliche Schandfleck Alt-Extra wird dann endgültig beseitigt. Damit wird der Grundstein für das neue Einkaufszentrum an der Herzog-Wilhelm-Straße gelegt.

„Der Abriss ist ein deutliches Zeichen für die Erneuerung der Stadt”, freut sich Bürgermeister Thomas Fiedler, für den derzeit „alles nach Plan” läuft. Ziel des „kompetenten, dynamischen Partners”, des Projektentwicklers ten Brinke, sei die Fertigstellung des Einkaufszentrums mit einer Verkaufsfläche von knapp 7000 Quadratmetern und 300 Parkplätzen vor Weihnachten 2011.

Neben Kaufland werden sich in dem Zentrum und der sich bis zur Konrad-Adenauer-Straße angrenzenden Passage ein großer Drogeriemarkt, ein großes Bekleidungsgeschäft und etwa zehn Einzelhandelsgeschäfte niederlassen. In vollem Gange ist derzeit schon die Sanierung des Eisenjansen-Gebäudes an der Konrad-Adenauer-Straße als Eingangstor zum Zentrum. Ziel ist eine zeitgleiche Fertigstellung.

Thomas Fiedler rechnet mit einer Sogwirkung, mit einer größeren Anzahl von Käufern und auch ansiedlungswilligen Einzelhändlern. Dass in Geilenkirchen noch Potenzial vorhanden ist, zeigt eine Untersuchung der Industrie- und Handelskammer Aachen auf der Grundlage von Daten der Gesellschaft für Konsumforschung. Danach ergab sich im vergangenen Jahr eine Kaufkraft für den Einzelhandel von 138,2 Millionen Euro, das bedeutet 4891 Euro je Einwohner. Die Kaufkraft blieb in Geilenkirchen nicht zu 100 Prozent am Ort.

Die IHK Aachen hat für Geilenkirchen einen Einzelhandelszentralitätswert von 78,7 ermittelt. Eine Kennziffer von mehr als 100 sagt aus, dass ein Kaufkraftzufluss stattfindet, eine Kennziffer von kleiner als 100 bedeutet, dass ein Kaufkraftabfluss stattfindet. „Unser Bestreben ist es, einen Wert von 108 zu erreichen. Wir wollen nicht nur die Kauftkraft der Bevölkerung binden, sondern auch Käufer von außerhalb anziehen”, sagt Fiedler, für den das Einkaufszentrum ein „großer wichtiger Schritt” in diese Richtung ist.

Dass nun auch die Nachbarstadt Übach-Palenberg ein Zentrum plant, ist für ihn kein Schock. Denn: „Kaufland und der Investor ten Brinke haben das bei ihren Berechnungen einkalkuliert.” Mit Blick auf den Rewe-Markt an der Haihover Straße rechnet Fiedler nicht mit einem „Lebensmittelmarkt-Kannibalismus”: „Ich gehe davon aus, dass so viel Kaufkraft angezogen wird, dass beide gut davon leben können. Ich hoffe auf eine Erfolgsstory für alle.”
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