Ein „Heimatlauf“ für den Medaillensammler

Von: mabie
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Der gebürtige Übach-Palenberger Timo Krampen (Bild) schnürte am Wochenende anlässlich des Lauftags beim SV Rot-Weiß Schlafhorst nochmal in seiner Heimatstadt die Laufschuhe. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Es ist kühl an diesem Morgen. Der Regen des Vortags ist vergessen, die letzten Windböen der Nacht streifen noch herum, während ein junger Mann seine Laufschuhe schnürt. Das hat eine besondere Bewandtnis, denn der Sportler ist an diesen Ort zurückgekehrt, der seine Heimat und der Ursprung seines Sportinteresses darstellt.

Timo Krampen, der beim SV Rot-Weiß Schlafhorst in Übach-Palenberg seine Karriere als Leichtathlet in Bewegung brachte, passt seine Schuhe an, um „schnell“ mal die 3,8 Kilometer lange Hausstrecke beim 41. Internationalen Volkslauf in Übach unter die neongelben Sohlen zu nehmen. Am Ende kehrt er mit einer guten Zeit von 15,32 Minuten zurück, auch wenn das natürlich nicht den Erfolgserlebnissen entspricht, die er in kurzer Zeit im Sprinten sammeln konnte.

Das Studium der Sportwissenschaft an der Ruhr-Universität verschlug Timo Krampen im Oktober 2012 nach Bochum und schließlich zum TV Wattenscheid 01. Dort schloss sich Timo der starken Truppe um Trainer Dietmar Ragsch an, dem so genannten „Tiger-Team“. Aus dem Trainingslager auf Mallorca heraus präsentierten sie ihre verrückte Idee: Staffellaufen über Hürden. „Wir haben natürlich sofort den Weltrekord und damit auch den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde angepeilt“, sagt der sympathische Läufer lachend.

Am 13. Juli war es so weit: Das Team vier mal 400 Meter Hürden lud zum großen Showdown nach Bochum. Zahlreiche Fans, auch aus Timos Heimat, folgten dem Ruf der Tiger und pushten die Renner über die Hürden. Am Ende erreicht das Quartett das Ziel nach 3:33,49 Minuten – Weltrekord! „Das war der helle Wahnsinn“, blickt Timo noch heute strahlend zurück. Es folgte auch Wahnsinniges: Ein jubelndes Stadion, Autogrammwünsche und ein regelrechter Interview-Marathon. Für den 21-Jährigen, der noch im Jahr zuvor oft im Training auf sich alleine gestellt war, einer der Höhepunkt des Jahres, doch bei weitem nicht das einzige Highlight.

„Sportlich hatte ich bereits eine Woche zuvor alle Ziele abgehakt“, gesteht er. So gelang bei den Deutsche Meisterschaften in Ulm mit 52,67 Sekunden über 400 Meter eine neue Bestzeit und Platz zehn. Einen Tag später belegte er mit der 400-Meter-Staffel des TV Wattenscheid den siebten Platz. Und bei der Deutschen U-23-Meisterschaft in Göttingen kam Timo ebenfalls auf den siebten Rang.

Saisonende in der Heimat

Doch auch neue Medaillen schmücken sein Zimmer am Olympia-Stützpunkt in Wattenscheid. Früh in der Saison bewies der ursprüngliche Übach-Palenberger, dass das professionelle Training anschlug. „Ende Mai kam ich bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften mit 52,99 Sekunden auf den dritten Platz“, freut er sich über seine erste nationale Medaille. Ebenfalls Bronze sprang auch bei den Westdeutschen Meisterschaften in Duisburg heraus.

Zum Saisonabschluss zeigt sich Timo Krampen noch einmal in seinem Heimatkreis. Er sprintete Anfang August in Erkelenz über 100 Meter, mit 10,97 erstmals unter elf Sekunden.

Aber nichts kann ihm mehr Lächeln ins Gesicht zaubern als eine Runde in der Heimatstadt, auch wenn die zuvor blitzblank gelben Sohlen nun ein wenig Schmutz aufgenommen haben.

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