Ein großer Platz im Herzen der Stadt?

Von: Udo Stüßer
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Hinter dem Kreisverkehr beginnt zum Jahresende der weitere Ausbau der Konrad-Adenauer-Straße. Mit oder ohne Radweg? Diese Frage wird noch mit den Bürgern diskutiert. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Nachdem der erste Bauabschnitt zur Umgestaltung der Konrad-Adenauer-Straße abgeschlossen ist, beginnt die Planung des zweiten Bauabschnittes vom Kreisverkehr vor dem St.-Ursula-Gymnasium bis zur Abzweigung Heinsberger Straße (Dohmens Eck).

Doch wie soll dieser zweite Bauabschnitt gestaltet werden? Mit oder ohne Fahrradweg? Einseitiger oder zweiseitiger Fahrradweg? Tempo 20 oder Tempo 50?

Bereits im Oktober 2008 hat der Stadtrat über die Umgestaltung beschlossen. Damals gab es keine Mehrheit für einen Radweg. Nach der Kommunalwahl und der damit verbundenen Änderung der Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat und nach dem Wechsel des Planungsbüros soll nun erneut über die Gestaltung der Konrad-Adenauer-Straße beraten werden.

Das Aachener Planungsbüro BKR Aachen Castro & Hinzen hat vier Planungsvarianten entworfen, die der Stadtplaner und Architekt Professor Dietmar Castro am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung vorstellte.

Zunächst beschrieb Castro den derzeitigen Zustand des Bauabschnittes, kritisierte das „uneinheitliche Bild durch unterschiedliche Materialien” und die „flickenähnlichen Parkplätze”.

Castro wies auch auf das hohe Schüleraufkommen in Stoßzeiten und auf zu erwartende neue Fußgängerströme durch die geplante Passage zum neuen Kaufland hin. Den Ausschussmitgliedern legte Castro schließlich vier Varianten vor:

Variante eins: Laut diesem Vorentwurf ist ein gestalterischer Zusammenhang zwischen den Bauabschnitten erkennbar, weil die Form und das verwendete Material identisch sind. Etwa in Höhe des Rathausplatzes sollen Parkbuchten mittig auf der Straße eingerichtet werden.

Im weiteren Verlauf der Konrad-Adenauer-Straße sollen beidseitig Parkplätze in Längsaufstellung eingerichtet werden. Bei dieser Variante verbleibt kein Raum für einen Radweg. Castro bezeichnete allerdings die Verkehrsführung als unübersichtlich, die Sicherheit für Radfahrer sei eingeschränkt.

Variante zwei: Hier haben die Stadtplaner einen einseitigen Radweg vorgesehen. Der aus der Heinsberger Straße kommende Radweg wird auf der Konrad-Adenauer-Straße weiter in Richtung Markt und Kreisverkehr fortgeführt. Da ein einseitiger Radweg Zwei-Richtungsverkehr ermöglichen muss, ist eine Breite von 3,50 Meter erforderlich.

Für Parkplätze bleibt kein Platz mehr. Aber auch diese Planung konnte Castro nicht empfehlen: Der Ausbau sei mit einem hohen baulichen Aufwand verbunden. Wenn man, wie geplant, Tempo 20 einführen wolle, bestehe ein Widerspruch zur Straßenverkehrsordnung. Die Parkplätze würden wegfallen, die Fußgängerbereiche seien eingeengt, Gefahren lauerten vor allem vor der neuen Passage.

Zwei Radwege

Variante drei: Auch diese von ihm vorgelegte Planung konnte Castro nicht unbedingt empfehlen. Sie sieht beidseitige, 1,50 Meter breite Radstreifen vor. Dadurch wird die Fahrbahn verengt, Autofahrer können bei Bedarf auf den Radstreifen ausweichen.

Parkplätze sind bei dieser Variante im oberen Bereich der Konrad-Adenauer-Straße möglich. Der Stadtplaner sieht hier aber ein Konfliktpotenzial mit vorbeifahrenden Radfahrern. Auch hier sei laut Straßenverkehrsordnung eine Tempo-20-Zone nicht möglich, warnte Castro. Außerdem müssten die Parkplätze reduziert und Fußgängerbereiche eingeengt werden.

Variante vier: Hier stellte der Aachener Stadtplaner das Modell des „shared space” vor, das gestaltersich eine Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer zu Grunde legt. Es werden keine seperaten Rad- und Fußwege ausgewiesen, auf Bordsteine und andere Abgrenzungen wird ganz verzichtet. Optisch soll sich dieser Bereich dem Marktplatz anpassen, so dass der Eindruck eines großen Platzes entsteht.

„Hier nimmt jeder auf den anderen Rücksicht. Das bringt auch für den Radfahrer eine höhere Sicherheit”, erklärte Castro. Die Fußgängerbereiche würden erweitert, es entstehe ein erlebbarer Markt. Eine Querungshilfe für Fußgänger ist im Bereich der neuen Passage vorgesehen.
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