Übach-Palenberg - Ein Gottesdienst wie im Jahr 1557

Ein Gottesdienst wie im Jahr 1557

Von: a.s.
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Was bedeutet es, evangelisch zu sein? Dieser Frage ging man in der Übach-Palenberger Christuskirche nach.

Übach-Palenberg. Allerorts wird derzeit das Gedenkjahr zum Beginn der lutheraner Reformation eingeläutet. Ein Jahr lang erinnern verschiedenste Aktionen an den Augustinermönch, der die christliche Kirchenlandschaft bis heute geprägt hat. So tat es auch die Frelenberger Gemeinde mit einem besonderen Gottesdienst in der Christuskirche.

Zur Feier des Tages hatte Pfarrer Christian Justen nämlich in den Geschichts- und Kirchenbüchern geblättert, um die Zweibrückener Kirchenordnung aus dem Jahre 1557 herauszusuchen und für diesen Abend als Vorbild zu nehmen. Von Herzog Wolfgang von Zweibrücken in Auftrag gegeben, ist sie eine der ältesten Richtlinien im Rheinland und wurde ab 1609 auch in Jülich eingeführt.

Der wohl größte Unterschied zur heutigen Gottesdienstordnung bestand laut Pfarrer Justen vor allem in Form und Länge der Predigt: Zwischen einer Dreiviertel- und einer Stunde sollte das Evangelium ausgelegt werden. Ganz so lange wurde von den Gläubigen in diesem Gottesdienst dann jedoch nicht der Predigt gelauscht. Pfarrer Justen hatte für diesen Anlass nämlich eine besondere, an einem Lied Martin Luthers ausgerichtete Predigt vorbereitet.

Dabei begann er mit einigen Gedanken darüber, was es über Jahrhunderte hinweg bedeutete, evangelisch zu sein, und wie Martin Luther dies in „Ein feste Burg ist unser Gott“ verarbeitet hatte. In einem Wechsel aus Singen der Strophen und Predigt erläuterte Justen, wie dieses Lied nicht als kämpferisch, sondern hoffnungsvoll zu verstehen ist. Gott gebe Schutz und Stärke und sei da, um das Leben zu meistern und Hoffnung zu schenken.

Das Besondere an dieser Messe war nicht nur die umfangreiche Thematisierung Martin Luthers und seines Liedes, sondern auch das anschließende gemeinsame Essen in den Pfarrräumen. In geselliger Runde konnte bei Würstchen und Kartoffelsalat der Beginn der Reformationsfeierlichkeiten weitergeführt werden.

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