Ein Gedenktag nicht nur in der Rückschau

Von: Georg Schmitz
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Im Namen des Bundesministers der Verteidigung, der Kanadischen Streitkräfte, der Reservistenkameradschaft Awacs und der Stadt Geilenkirchen wurden bei der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag vier Kränze am Ehrenmal niedergelegt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Landauf, landab gedachten die Menschen beim Volkstrauertag am Wochenende mit Feierstunden und Mahnwachen der Toten von Kriegen und Gewaltherrschaft. Die zentrale Gedenkfeier für den Kreis Heinsberg in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) fand erstmals in der Aula des St. Ursula Gymnasiums mit anschließender Kranzniederlegung auf dem Geilenkirchener Ehrenfriedhof neben der Pfarrkirche St. Marien statt.

Teilgenommen haben ranghohe Vertretern der in Geilenkirchen ansässigen militärischen Einrichtungen und Reservistenkameradschaften, Abordnungen der Löscheinheit Geilenkirchen der Freiwilligen Feuerwehr, die drei Schützenbruderschaften der Innenstadt, einige Vereine aus dem Stadtgebiet und der Musikverein Prummern und des Spielmannszuges Niederheid.

Der stellvertretende Schulleiter des Bischöflichen Gymnasiums, Bernward Coers, sah sich bei seiner Ansprache auch den Bundestagsabgeordneten des Kreises Heinsberg, Wilfried Oellers (CDU) und Norbert Spinrath (SPD), sowie dem Landtagsabgeordneten Bernd Krückel gegenüber.

Das Kammerorchester der Schule unter Leitung von Thomas Kamphausen hatte die musikalische Gestaltung übernommen. „Das ist keine schöne Musik, diese Musik tut weh“, sagte Coers nach dem ersten Beitrag des Kammerorchesters, dem 5. Satz aus dem 8. Streichquartett von Dimitri Schostakowitsch. „Diese Musik erschreckt uns und ermahnt uns“, fuhr der stellvertretende Schulleiter fort, sie passe zum Volkstrauertag.

„Wir gedenken derer, die aus ihrem Gewissen heraus Widerstand leisteten gegen Diktatoren und Gewaltherrschaft“, sagte der Standortälteste, Oberst Reinhard Jörß. An solchen Tagen würde öffentlich getrauert, der Volkstrauertag dürfe sich aber nicht nur in Rückschau und Tradition beschränken.

Bürgermeister Thomas Fiedler verwies auf die Weltkriege und die Kriege der jüngeren Geschichte, die immer Soldaten und Zivilpersonen in vorher nie da gewesener Vielzahl mit Leid und Tod überzogen hätten. „Wir trauern deshalb immer um alle Kriegs- und Gewaltherrschaftsopfer, egal ob sie in Uniform oder in Zivil waren“, so Fiedler. Man dürfe aber auch nicht verkennen, dass es ein ziviles Aufbegehren gegen das Militärische als kriegsführende Kraft gab und gebe. „Es ist meines Erachtens wichtig, dass nicht ausschließlich rückwärtsgewandtes Erinnern sondern die Sensibilisierung für eine permanente Gefährdung in den Fokus einer vielgestaltigen Erinnerungskultur rücken sollte, eine Kultur, die uns befähigt, Demokratie, Frieden, Toleranz und Fürsorglichkeit stets zu verteidigen und zu schützen“, mahnte der Bürgermeister.

Verfolgt und getötet

Vor der anschließenden Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof ergriff der Kreisverbandsvorsitzende des VDK, Josef Nießen, das Wort. „Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir gedenken der Soldaten, die in Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren“, trug er die ersten Sätze der offiziellen Wortfolge des Totengedenken vor, bevor sich die Gesellschaft zu einem Empfang ins Hotel Jabusch auf den Weg begab.

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