Ein ganzes Viertel trifft sich zum fröhlichen Fest

Von: Georg Schmitz
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Die Kinder im Wohnviertel Lüt
Die Kinder im Wohnviertel Lütticher Straße freuen sich über den Scheck von Bürgermeister Thomas Fiedler und Birgit Gerhards, denn die Spende ist für Spielgeräte gedacht. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Ich bin zugezogen und habe festgestellt, dass in unserem Viertel weder ein Spielplatz noch eine andere Freizeiteinrichtung vorhanden ist”, berichtet Sandra Leitzgen.

Gemeint ist das Viertel um die Lütticher Straße in Geilenkirchen. Hier wohnen derzeit über 100 Kinder mit deren Familien aus rund einem Dutzend Nationen. Die Mutter von fünf Kindern macht sich schon seit einiger Zeit Gedanken darüber, wie man hier Abhilfe schaffen kann. Bei der Sozialpädagogin Ulla Aichner vom Förderverein Franz von Sales fand sie ein offenes Ohr, und fortan überlegten sich die beiden Frauen, welche Art von Freizeitangebot man den Kindern in und um die Lütticher Straße herum bieten könne.

Ulla Aichner wiederum nahm Kontakt zu Birgit Gerhards vom Jugendamt der Stadt auf. Diese sagt spontan ihre Hilfe zu, denn das Projekt passte ideal in das Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken”, mit dessen Umsetzung die Stadt Geilenkirchen kürzlich begonnen hat.

Im Rahmen des mit erheblichen Bundesmitteln geförderten Programms wurden die „Zukunftswerkstätten” ins Leben gerufen, deren Akteure die konkreten Aktivitäten bündeln und in Angriff nehmen. Eine Projektgruppe beschäftigt sich mit dem Thema „Integration”, hier ist es ein Ziel, dass sich alle Menschen, ganz gleich welcher Nationalität, besser kennenlernen. Auch soll erreicht werden, dass sich die Bewohner der Wohnviertel mit hohem Migrationsanteil, mit ihrem Umfeld und auch mit ihrer Stadt identifizieren. So reifte die Idee, zwei Viertelfeste zu veranstalten, das erste fand am Samstag in der Lütticher Straße statt.

„Ein konkretes Ergebnis des Bundesprogramms ist dieses Viertelfest”, machte Birgit Gerhards klar. Es sei Sinn und Zweck, dass die Menschen das Programm selber mit Leben erfüllen. Neben Sandra Leitzgen und Ulla Aichner hat auch Barbara Kramer vom Gangway-Projekt einen großen Anteil am Gelingen des Festes. Im Vorfeld hatten sie alle Familien im „Lütticher Viertel” angesprochen und auf das Fest aufmerksam gemacht. Natürlich sollten in erster Linie die Kinder von dem Ereignis profitieren, und die erschienen in einer unerwartet hohen Anzahl im eigens aufgestellten Partyzelt. Über die Kinder wurden auch die Eltern erreicht, sie waren zum Großteil ebenfalls vertreten. So trafen sich die Anwohner aus über einem Dutzend verschiedener Nationalitäten in und vor dem Zelt.

Über den Tag verteilt mögen es mehrere hundert Menschen gewesen sein, die dem Fest zum Erfolg verhalfen. Sogar zwei junge Chinesen, die derzeit am Freshmen Institut im Loherhof studieren, gesellten sich hinzu. Ferydoun Echghi hatte sie mitgebracht. Er arbeitet in einer Projektgruppe mit und hat die Patenschaft über die beiden Studenten Song Yuan Li und Yi Zheng übernommen. Viele Besucher brachten Salate und Kuchen mit.

Die aus dem Bundesprogramm abgerufenen finanziellen Mittel beschränkten sich bei dem Viertelfest auf die Bezahlung einer Mitarbeiterin, die Zeltmiete, Heizung, Strom, Spiel- und Bastelmaterial sowie Getränke. Schon zu Beginn wurden die Ankömmlinge mit Weihnachtsmusik begrüßt. Das „Familienorchester” Rita Aretz (Saxophon, Dieter Aretz (Posaune) und Josef Aretz (Akkordeon und Flügelhorn) wurde von Bürgermeister Thomas Fiedler mit seiner Trompete bestens unterstützt.

Fiedler und Birgit Gerhards freuten sich über die zahlreichen Gäste des Festes. Sie überreichten einen Scheck über 3000 Euro, den die Hausverwaltung der Lütticher Straße noch einmal um 500 Euro aufstockte. Endlich wird es bald die lang ersehnten Spielgeräte für das Wohnviertel geben, denn die beiden Spenden sind für den Aufbau eines Spielplatzes gedacht. Einen Großteil der Spendensumme hatte der Bürgermeister als Kassierer beim neuen DM Markt in Geilenkirchen gesammelt. „Für solche Projekte würde ich immer wieder den Kassierer machen”, sagte Fiedler mit Blick auf den Erfolg der Aktion.
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