Ein ganz und gar nicht unnahbarer Stargast

Von: Markus Bienwald
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Bestens aufgelegt präsentierte sich Aachens Generalmusikdirektor Kazem Abdullah bei seinem Besuch im Bischöflichen Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen. Foto: Markus Bienwald
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Bestens aufgelegt präsentierte sich Aachens Generalmusikdirektor Kazem Abdullah bei seinem Besuch im Bischöflichen Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen.
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Bestens aufgelegt präsentierte sich Aachens Generalmusikdirektor Kazem Abdullah bei seinem Besuch im Bischöflichen Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen.

Geilenkirchen. Freiwillig noch eine Schulstunde dranhängen? Und das, wo das Wetter sich doch endlich mal von seiner sonnigen Seite zeigt? „Ja, klar“, dachten sich die Schüler der neunten Klasse am Bischöflichen Gymnasium St. Ursula. Schließlich gab es in der Schule am Geilenkirchener Markt auch hohen Besuch: Aachens Generalmusikdirektor Kazem Abdullah hatte sich angesagt.

„So einen Besuch bekommt man nicht jeden Tag geboten“, kommentierte Schulleiter Jürgen Pallaske das Gastspiel.

Dieses kam ohne Musik aus. Nur den Taktstock und eine Partitur hatte der sympathische 37-Jährige dabei. Warm wurden die Schüler der vier neunten Klassen ganz schnell mit dem Dirigenten. Die derzeitige Diskussion um seine Person (siehe Ausgabe von vergangenem Samstag) blieb dabei bewusst außen vor.

Dass er Aachen aber vermissen wird, wenn in diesem Jahr sein fünfjähriges Engagement in der Kaiserstadt gegen seinen Willen endet, ließ er dennoch durchblicken. „Ich mag Aachen“, sagte Abdullah. Es sei zwar eine im Vergleich beispielsweise mit Los Angeles oder New York kleine Stadt. „Ich werde aber die Atmosphäre vermissen, man kann dort viel unternehmen“, lobte er.

Und obwohl es an diese warmen Mittag unter dem Schuldach auch um die Vorliebe für Sport, für sonnige Urlaube oder die Weltgewandtheit des Profimusikers ging, waren die Schüler mit ihren vielen Fragen schnell auch wieder beim Thema Musik.

So gab Abdullah, der übrigens schon im zarten Alter von 16 Jahren die Verantwortung für sein erstes Orchester übernahm, zu, dass ihn sein erstes Konzert als Dirigent ganz schön nervös gemacht hat. „Das war in Mexico City, und es war wirklich aufregend“, gestand er. Im nächsten Atemzug ging es um seine Vorliebe für Deutschland, wo es nicht nur viele Musikinteressierte, sondern auch eine großartige Orchesterszene gebe.

Zu dieser Szene gehören übrigens auch bald die jungen Schüler des Geilenkirchener Gymnasiums. Denn im Rahmen der Unterrichtsreihe „Sinfonische Musik“ haben sie es mit ihren Lehrerinnen Andrea Fühner und Barbara Nideggen geschafft, mit dem Sinfonieorchester Aachen zusammenzuarbeiten.

Deren Leiter ist Kazem Abdullah, und beim letzten Sinfoniekonzert, das er als Generalmusikdirektor leiten wird, spielen die Schüler von St. Ursula eine ganz besondere Rolle. „Die Schüler verfassen die Texte und moderieren die halbstündige Einführung in das Sinfoniekonzert“, freut sich Barbara Nideggen.

Am Montag, 29. Mai, gibt es dann Werke von Samuel Barbar, George Gershwin und Igor Strawinsky zu hören, mit erläuternden Worten der Schüler aus Geilenkirchen. „In enger Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogin Lisa Klingenburg und dem Musikdramaturgen Christoph Lang arbeiten die Schüler im Musikunterricht seit einigen Wochen am Programmheft“, ergänzt Andrea Fühner.

Ziel ist es, eine interessante Mischung aus Fakten, Bildern und Geschichten zu den Werken und Komponisten zu schaffen, die einen Mehrwert für die Besucher bieten sollen. Viel Arbeit also für die Schüler, doch mit dem angenehmen Besuch des aus den USA stammenden Generalmusikdirektors im Hinterkopf geht diese freiwillige Mehrarbeit sicherlich leicht von der Hand.

Denn im Gespräch mit dem ganz und gar nicht unnahbaren Musikprofi stellten sie nicht nur fest, dass Musik, das Interesse daran und die Arbeit damit viel, viel Zeit in Anspruch nehmen können. Sie merkten sicherlich auch, dass Musik die Menschen fröhlich und entspannt stimmen kann. „Schließlich geht man in ein Konzert, um sich auf die Musik einzulassen und sie zu genießen“, wusste Kazem Abdullah.

Und dem schlossen sich Schüler wie Pädagogen am kurzweiligen Nachmittag in Geilenkirchen gerne an.

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