Ein Flugzeug für die Geilenkirchener Abrüstungsexperten

Von: st
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Er hat ein wachsames Auge auf die Entwicklung von Streitkräften: Brigadegeneral Peter Braunstein. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Das Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr in Geilenkirchen besteht im April seit genau 25 Jahren. Doch die Aufgaben sind im Laufe der jahre nicht weniger geworden. Im Gespräch mit unserer Zeitung äußert sich dazu der Kommandeur des ZVBw, Brigadegeneral Peter Braunstein.

Deutschland hat in diesem Jahr die Ratspräsidentschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa inne. Was bedeutet das für Ihre Einrichtung?

Braunstein: Wir arbeiten konzeptionell dem Auswärtigen Amt und dem Verteidigungsministerium zu. Wir unterbreiten dem Verteidigungsministerium und dem Auswärtigen Amt Vorschläge und entwickeln Strategien, die Deutschland dann in die OSZE einbringen kann.

Wie groß ist dadurch die Belastung für Sie und Ihre Soldaten?

Braunstein: Die Belastung ist erheblich. Wir unterstützen mehrere Veranstaltungen in Wien, veranstalten aber auch Workshops mit bis zu 100 Teilnehmern in Geilenkirchen. Das wird sich noch bis in den Herbst hineinziehen.

Sind parallel dazu noch die laufenden Aufgaben der Rüstungskontrolle zu meistern?

Braunstein: Ja, im Moment noch. Aber wir fahren am Rand unserer Kapazitäten.

Bei Ihrem Amtsantritt haben Sie davon gesprochen, die Internationalisierung des Zentrums voranzutreiben. Wie ist da der Stand der Dinge?

Braunstein: Ich habe mit mehreren Nationen in Mitteleuropa gesprochen. Wir wollen im Bereich der Ausbildung enger zusammenarbeiten. Wir wollen Ausbilder austauschen und werden den einen oder anderen Offizier hier haben, um uns zu unterstützen. Im Gegenzug werden unsere Offiziere in anderen Staaten tätig. Damit sind wir einen großen Schritt vorangekommen.

Seit dem Verlust eines eigenen Flugzeuges vor der namibischen Küste im Jahre 1997 nutzt Deutschland Flugzeuge anderer Vertragsstaaten. Im Koalitionsvertrag der regierenden Parteien ist die Neubeschaffung eines Flugzeuges explizit genannt. Bleibt es da nur bei einer Absichtserklärung?

Braunstein: Nein, das Flugzeug wird Ende 2017/Anfang 2018 in Dienst gestellt. Es war bisher eine Frage der Finanzierung. Aber mittlerweile haben sich das Finanzministerium, das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium geeinigt. Wenn es um die Ausstattung des Flugzeuges geht, sind wir mit eingebunden. Es wird aber nicht in Geilenkirchen stationiert, sondern der Flugbereitschaft in Köln zugeordnet.

Ist aufgrund der weltweiten Krisenherde der Wert der Rüstungskontrolle gestiegen?

Braunstein: Ja. Man muss genau beobachten, wie sich Armeen verändern. Die meisten Armeen liegen heute unterhalb der vertraglich festgelegten Obergrenze. Wenn sich diese Armeen verändern, wenn sie beispielsweise wieder aufrüsten oder in ihre Infrastruktur investieren, stellen wir das fest und ziehen daraus unsere Schlüsse, welche Überlegungen bei diesen Nationen im Gang sind. Verbessern wollen wir auch die Kontrolle über den Verbleib von leichten Waffen und Munition in Krisengebieten. Dabei haben wir den Fokus besonders auf Nord- und Westafrika gerichtet. Diese Depots dürfen nicht in die falschen Hände gelangen. Waffen dürfen nicht verschwinden.

Bei all diesen Aufgaben wurde das Personal von 500 Soldaten und Zivilisten im Jahre 1991 auf 170 reduziert. Ist mit einer weiteren Reduzierung zu rechnen?

Braunstein: Im Moment schaffen wir es noch, mit einer weiteren Reduzierung ist nicht zu rechnen.

Ist der Standort Geilenkirchen als Sitz des ZVBW auch künftig gesichert?

Braunstein: Ja!

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