Ein eigenes Lied für die Stadt mit den zwei Herzen

Von: mabie
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Tontechniker Jan Klein (l.) und Franz Josef Mainz, sorgen dafür, dass nach vier Stunden eine perfekte Aufnahme vorliegt. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg/Aachen. Kühl ist es an diesem Montagmorgen, doch den Herren vom Männerchor Boscheln macht das nichts aus. Ihre Stimmlippen sind bestens in Form, teilweise wird das noch durch eine schnelle Zigarette im Tor des Aachener Hinterhofes bestätigt. Drinnen liegt ein mit allem, was für eine moderne Musikproduktion benötigt wird ausgestattetes Tonstudio und wartet nur auf die Stimmen der Männerriege.

Natürlich haben sie die Reise in das Tonstudio nicht mal eben so angetreten, sondern wollen am Ende des Tages mit einer produktionsfähigen CD wieder zurück in die Stadt mit den zwei Herzen. „Hymne an unsere Stadt“ wird sie heißen, und dazu hat Franz Josef Mainz als musikalischer Leiter der geselligen Truppe das Tonstudio im Hinterhof der Welkenrather Straße mitten in Aachen ausgewählt.

Hinter penibel abgeschotteten Mauern und Fenstern spüren sie teilweise zum ersten Mal den Druck auf den Ohren, den so ein schallisolierter Raum mit sich bringt. Doch der Druck, nun von Profis gehört zu werden und innerhalb von nur vier Stunden eine CD zu produzieren, schlägt sich auch teilweise im Gesang der gestandenen Männer nieder. „Das Hauptproblem ist, dass sie den Rhythmus halten müssen“, sagt Mainz, der mit Techniker Jan Klein am Mischpult die Sangeserfolge nachvollzieht.

Ganz tapfer geschlagen

Regler rauf, justieren, all das ist für Jan das tägliche Brot und er hält die Männer, die natürlich keine Profis sind, für gut. „Die Männer schlagen sich ganz tapfer“, sagt der junge Techniker völlig entspannt. „Bei der guten Laune kann es nur eine gute Aufnahme geben“, ergänzt er noch und justiert für die folgende Aufnahme noch schnell ein paar Mikrofone. Hier werden die Herren aus Boscheln nämlich nicht nur als Team aufgenommen, sondern auch die einzelnen Stimmlagen.

Bass und Tenor sind getrennt voneinander dran, immer wieder wird die Aufnahme mit der modernen digitalen Tontechnik auf Feinheiten kontrolliert und entsprechend angepasst. „Das ist für die Männer Neuland“, sagt Mainz, der als Teil des Klassik-Trios „Credo Piu“ schon ein paar Aufnahmesessions hier in diesem Studio absolviert hat. „Dann haben wir mehr Zeit“, sagt er mit Blick auf die Uhr, „denn heute stehen uns nur vier Stunden zur Verfügung.“

Viel länger hat indes die Vorbereitung des Projekts CD-Produktion in Anspruch genommen. Franz Josef Mainz hat jetzt noch ein paar Schweißperlen auf der Stirn stehen, wenn er daran denkt. „Wir mussten vor allem rechtlich in trockene Tücher kommen“, sagt er, denn die Musik stammt von anderen Künstlern, die teilweise schon durch ihre Erben vertreten werden.

Das Arrangement für den Chor, das stammt allerdings von ihm. „Ein Jahr ging da schnell ins Land“, sagt Mainz lächelnd, denn beim Text brauchte er sich keine Sorgen um Urheberrechte zu machen. Der stammt vom Vorsitzenden des Männerchores, Werner Gibbels, und ist gleichsam ein Kaleidoskop der Sehenswürdigkeiten der Stadt und Erinnerungen an das Leben dort.

Da wird von der schönen Wurm gesungen, der blaue Wasserturm hochgelobt und vor allem das Lebensgefühl in Übach-Palenberg beschrieben. „Du bist die Stadt, in der wir gerne sind, hier war ich glücklich damals schon als Kind“, schreibt Gibbels. Damit die Stadt in Kürze – das ursprünglich angepeilte Ziel ist der Bürgerempfang am 11. Januar – das Stück auch in Polycarbonat gepresst und in der Erstauflage von voraussichtlich 200 Exemplaren verteilen kann, müssen die Sänger aus der Frischluft heraus und noch ein wenig Zeit im Aufnahmestudio verbringen.

Eine tolle Abwechslung

„Ich würde es noch mal machen“, sagt Franz Josef Mainz, bevor es wieder hinter verschlossenen Glastüren losgehen kann, „schließlich ist Musik mein Hobby.“ Auch Sangesfreund Eckhard Kubetschek findet die Aufnahme im Tonstudio eine tolle Abwechslung: „Als Sänger macht es einfach Spaß und wir hoffen alle, dass es eine gute und musikalische CD wird.“

Dafür geben die Boschelner alles, schließlich wollen sie auch ein Stück weit weg von ihrer Heimatstadt einen Eindruck davon geben, was sie an der Stadt mit den zwei Herzen fasziniert.

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