Geilenkirchen - Ein deutliches Zeichen für Toleranz und Frieden

Ein deutliches Zeichen für Toleranz und Frieden

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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45 Minuten für Toleranz und Frieden: Zu einer Mahnwache versammelten sich in Geilenkirchen rund 110 Menschen auf dem Synagogenplatz, um für Weltoffenheit und kulturelle Vielfalt einzustehen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Pegida und dergleichen haben hier nichts zu suchen“, sagt Jürgen Benden deutlich. 45 Minuten für Toleranz und Frieden: Mit einer Mahnwache wollten die Organisatoren Benden, Maja Bintakys-Heinrichs, Roswitha Eichhorn-Jordan und Uwe Eggert ein Zeichen für Toleranz und ein friedfertiges Miteinander setzen.

„Das machen wir bewusst, so was wie Pegida soll in Geilenkirchen gar nicht erst Fuß fassen“, nennt Eggert einen Hauptgrund.

Rund 110 Menschen hatten sich auf dem Synagogenplatz an der Herzog-Wilhelm-Straße versammelt. Darunter Vertreter des türkischen Integrations- und Bildungsvereins Hückelhoven, des aleitischen Kulturvereins Kreis Heinsberg, aus verschiedenen politischen Gremien und viele interessierte Bürger.

Während die vier Frauen von „Halb so wild“ eine erste Kostprobe ihrer Sangeskunst feil boten, zündeten viele Teilnehmer mitgebrachte Kerzen an. „Wir Geilenkirchener möchten ein deutliches Zeichen setzen für Toleranz, Frieden und Einheit, für Demokratie, Pressefreiheit und ein harmonisches Zusammenleben aller Religionen“, machte Jürgen Benden klar.

Die Bürger der Stadt würden für Weltoffenheit, kulturelle Vielfalt und eine demokratische Gesinnung eintreten. Benden stellte die Frage, wo man besser ein Zeichen für Solidarität und Zusammenhalt setzen könne, als an einem symbolträchtigem Ort wie dem Synagogenplatz. An einer Stelle, wo bis November 1938 eine der größten Synagogen der Region gestanden habe.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass Terroristen und Extremisten unsere Gesellschaft dominieren“, warnte Benden. Geilenkirchen sei eine internationale Stadt mit mehr als 28 000 Einwohnern, darunter mehr als 3000 Menschen aus 101 Nationen mit verschiedenen Kulturen und Religionen. Hier werde ein friedliches Miteinander vorgelebt.

„Es ist Zeit hinzusehen und aufzustehen für Vielfalt und Toleranz“, mahnte die Landtagsabgeordnete Dr. Ruth Seidl (Grüne). Angesichts der schrecklichen Ereignisse von Hoyerswerda, Rostock und Lichtenhagen, dem Kölner Anschlag und der NSU-Morde beobachte sie fassungslos die aktuellen Demonstrationen der sogenannten Pegida-Bewegung.

Auch den Gruppierungen wie Kögida, Dügida oder Bogida sei gemeinsam, dass sie rechtspopulistische Forderungen vertreten. „Pegida ist ein Angriff auf ein friedliches Zusammenleben, auf Vielfalt und Toleranz“, so Dr. Ruth Seidl.

Als Vertreter des Integrations- und Bildungsvereins Hückelhoven verurteilte Mehmet Yilmaz im Namen aller Muslime den Anschlag in Paris als einen Anschlag auf die demokratischen Werte, einen Anschlag auf die islamischen Werte.

„Es ist eine abscheuliche Tat, die wir auf das Schärfste verurteilen“, so Yilmaz. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Radikale, Extremisten und Terroristen, welcher Couleur auch immer, unsere Gesellschaft auseinanderdividieren“, sagte er weiter. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass Brücken des Dialogs und der Begegnung, die gemeinsam jahrzehntelang aufgebaut worden sind, zerstört würden.

Pfarrerin Tanja Bodewig und Bernhard Kozikowski richteten für die evangelische und katholische Kirche ein paar Worte an die Menschen auf dem Synagogenplatz. Am Ende wurde deutlich, dass alle anwesenden Bürger die Stadt Geilenkirchen weiterhin als weltoffene Kommune, ohne jegliche religiösen Vorbehalte und ohne nur den kleinsten Hauch eines Pegida-Einflusses, als eine Stadt in der sich alle Nationalitäten wohlfühlen, erleben möchten.

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