Geilenkirchen - Ein bisschen zu viel Wasser beim Brunnenfest

Ein bisschen zu viel Wasser beim Brunnenfest

Von: ck
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Treffpunkt Dorfbrunnen: Günther Heinrich und Manfred Singer von der Interessengemeinschaft Pfarre Kraudorf. Foto: ck

Geilenkirchen. Brunnen und Wasser sind zwar untrennbar miteinander verbunden, doch so hatte sich die, 54 Mitglieder zählende Interessengemeinschaft der Pfarre Kraudorf ihr zweites Brunnenfest nicht vorgestellt. „Bei der Premiere im letzten Jahr war herrliches Wetter“, erinnerte sich Geschäftsführer Manfred Singer, „und wir haben bis tief in die Nacht hinein gemütlich draußen gesessen.“

Diesmal nieselte es fast ständig, und statt in T-Shirts saßen die Besucher in dicken Jacken im Pavillon neben dem Brunnen, der vor wenigen Jahren von der IG neu gebaut worden war.

Doch das schlechte Wetter tat der Stimmung keinen Abbruch: Die Gäste, meist Bewohner des idyllischen 100-Seelen-Dorfs, ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, gemeinsam zu feiern. Auch wenn es beim Trödelmarkt Einbußen gab, weil nur wenige Dorfbewohner ihre gebrauchten Schätzchen der Nässe aussetzen wollten, warteten doch viele schon ungeduldig auf zwei Programmpunkte: Die Führung in das Gewölbe der Dorfkirche St. Gertrud und die Autorenlesung.

Gewölbe und Glockenturm

Zunächst ging es mit Günther Heinrich, dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft, in die denkmalgeschützte Kirche, deren Vorgängerin bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. „Das jetzige Gotteshaus wurde nach der Zerstörung im Kriege im Jahre 1950 wieder aufgebaut“, erzählte Heinrich, und nachdem alle von der Empore aus einen Blick in das Kirchenschiff werfen konnten, ging es weiter ins Gewölbe. Um dort hinzugelangen, musste eine steile Metalltreppe im Glockenturm erstiegen werden, was besonders die Kinder spannend fanden.

Oben angekommen, offenbarte sich das gotische Kreuzrippengewölbe sozusagen von seiner Kehrseite: Die aus Beton gefertigten, grauen Spitzbögen ernteten verwunderte Blicke, denn so hatten die Gäste sie noch nie gesehen. Zum Schluss ging es eine leiterartige Treppe hoch zu den drei Glocken, von denen eine aus dem Jahre 1637 stammt, während die übrigen 1953 gegossen wurden.

Unten ging es zur Autorenlesung in den Innenhof der alten Schule. Beatrix Hötger-Schiffers aus Kraudorf machte den Anfang mit einer ihrer Kurzgeschichten aus dem Buch „Tödlicher Selfkant“, einer Sammlung von Kriminalgeschichten von Teilnehmern eines Schreibkurses der Volkshochschule. „Endstation Geilenkirchen“ erzählt von einem Serienmörder, der im Zug sein nächstes Opfer anvisiert und kurz vor seiner Tat in der Nähe des Geilenkirchener Bahnhofs eine Treppe hinunterfällt – direkt vor die Füße seines potenziellen Opfers.

Helmut Wichlatz, Autor aus Erkelenz, stellte sein Buch „Mordsclique“ vor, welches das jetzt im Erfurter Sutton Verlag veröffentlicht wurde.

Und auch die Hausherrin der alten Schule, Christina Hennen, im Hauptberuf Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin und Diplom-Sozialpädagogin, trug zwei skurrile Geschichten vor. Das Publikum bedachte die amüsanten Vorträge mit viel Applaus.

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