Geilenkirchen - Ein Besuch in Auschwitz, der die Schüler sprachlos gemacht hat

Ein Besuch in Auschwitz, der die Schüler sprachlos gemacht hat

Von: agsb
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Die Schüler präsentierten unter anderem ein Modell des Konzentrationslagers, das alle Blicke auf sich zog. Foto: (agsb)

Geilenkirchen. „Muss es denn Auschwitz sein, kann die Schule nicht auch nach Buchenwald fahren?“ zitierte Uwe Böken, Schulleiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, bei seiner Begrüßung zur Präsentation des Auschwitz-Projektes 2016 die Worte von Ratsmitgliedern aus einer Ratssitzung der Stadt Geilenkirchen.

Doch die Bedenken der Ratsmitglieder konnte er nicht teilen, stattdessen findet Böken es besonders wichtig, gerade das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz zu thematisieren. Denn er sehe eine sehr enge Verbindung der Stadt Geilenkirchen mit der grausamen Geschichte der Judenverfolgung, viele Geilenkirchener Mitbürger wurden nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht

„Der Besuch in Auschwitz ist somit für Geilenkirchener Schüler nur folgerichtig“, sagte der Schulleiter und widersprach damit den Gedanken einiger Ratsmitglieder. Er sei aber dann erleichtert gewesen, dass der Rat trotz Bedenken die Finanzierungslücke geschlossen habe, und bedankte sich dafür im Namen aller Schüler. Auch an die vielen Sponsoren und an die Schüler, die durch einen Sponsorenlauf ebenfalls mithalfen, die Finanzierung mit auf die Beine zu stellen, richtete er seinen Dank.

Bereits vor Jahren hatte sich die Anita-Lichtenstein-Gesamtschule das Ziel gesetzt, möglichst keine Schüler zu entlassen, ohne dass sie einmal die Stätten der größten Grausamkeiten, die in deutschen Namen begangen worden sind, persönlich zu besuchen. Im Jahr 2011 wurde dann die erste Fahrt unternommen, mittlerweile ist sie Tradition.

Wunsch der Gesamtschule ist es, dass sich die jungen Menschen mit der Geschichte des Dritten Reichs und der Judenverfolgung auseinandersetzen und auch den Mut entwickeln, sich für ein freies Europa einzusetzen. Und die Schulvision scheint voll und ganz aufzugehen. Das zumindest zeigte die Präsentation des jüngsten Auschwitz-Besuches. Sie ließ vor Ort die zahlreichen Besucher regelrecht verstummen. Und zwar genau so, wie es auch den Schülern bei ihrem Besuch in Auschwitz ergangen war.

Das wurde bei den Berichten der Schüler in der Gesamtschule deutlich, als sie von ihren Eindrücken erzählten: Beim Anblick des Konzentrationslagers mit seinen Bahnschienen sei es ihnen kalt den Rücken runter gelaufen. Auch erzählten sie, wie beklemmend der Rundgang gewesen sei, und dass keiner der Jugendlichen begreifen konnte, welche Grausamkeiten hier stattgefunden hatten. Einige Schüler wollten gleich weinend wieder rauslaufen, erfuhr man aus den Erzählungen.

Doch die Schüler zeigten Mut und setzten sich mit diesem Teil der Geschichte auseinander. Unittelbar nach dem Auschwitz-Besuch, als die Eindrücke noch ganz präsent waren, gestalteten die Jungen und Mädchen eine umfangreiche Ausstellung. „Habt Ihr die Fotos gemacht?“ fragte eine Besucherin die Schüler am jeweiligen Stand mit sehr aussagekräftigen Bildern. Vor allem ein Modell des Lagers mit anschließender Befreiung zog alle Blicke auf sich.

Hier zeigten die Schüler mehr als nur Geschicklichkeit, das Werk war mehr als beeindruckend. So gingen viele Besucher sprachlos von Präsentationstand zu Präsentationsstand und erhielten selbst einen Einblick von dieser Geschichte, die nicht vergessen werden darf.

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