Eigeninitiative ist gefragt: Glück fällt nicht vom Himmel

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Multiplizieren und Dividieren haben mal eine Zeitlang keine Rolle gespielt. Carina Mathes erarbeitet mit Kindern in der Grundschule Breberen andere Ergebnisse zum Thema „Glück”. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Glück gehabt!” - Dazu kann wohl jeder eine andere Geschichte erzählen. „Glücklich sein” ist für viele mit den Klassikern beschrieben: Gesundheit, Freunde, Familie. „Glück”, das ist für ein paar Wochen ein Unterrichtsfach, mit dem Carina Mathes die Viertklässler an der Nikolausschule in Breberen begeistert.

Umschrieben hat die Logopädin das Thema mit „Wir und unsere Gefühle”. Sie lässt die Kinder erzählen, und ganz schnell ist man beim Thema. „Allgemein wird der Glücksunterricht von der Kindern sehr begeistert aufgenommen. Und es ist sehr erstaunlich, wie gut die Schüler ihre Gefühle beschreiben können und das Gelernte spontan im nächsten Atemzug schon anwenden”, sagt Carina Mathes. „Da haben sie uns Erwachsene oft etwas voraus”, lacht sie, um gleich darauf hinzuweisen, dass es wichtig ist, diese Fähigkeiten schon im Grundschulteralter zu trainieren.

Die beiden Klassenlehrerinnen Angela Jansen und Maria Piepmeyer wundern sich, wie rege sich auch sonst eher ruhige und zurückhaltende Kinder an diesem Projekt beteiligen. „Glück ist trainierbar”, geht Carina Mathes behutsam an die Kinder heran. Es wird dann das Entstehen der Gefühle analysiert, es werden Wege aufgezeigt, Gefühle zu beeinflussen; es wird auch die Eigeninitiative angesprochen, erzählt, dass man sein Glück auch selber in der Hand hat: „Glück fällt nicht vom Himmel!”

Inspiriert von diesem Unterricht haben die Klassenlehrerinnen mit den Kindern und Carina Mathes, die nach „Wenn die roten Nasen reisen”, mit „Du bist Glück”, gerade ihr zweites Buch zum Thema auf den Markt gebracht hat, ein Theaterstück erarbeitet. „Vom Nikolaus, einer Zeitmaschine und vielen guten Taten”, wird zum Gangelter Nikolausmarkt am 28. November um 15 Uhr im Rathaus Gangelt uraufgeführt.

Das Arbeiten am eigenen Glück trainiert bei den Kindern auch das Selbstbewusstsein: „Ich weiß jetzt, dass, wenn ich eine tolle Idee habe und meine beste Freundin die nicht gut findet, es ja noch viele andere Menschen gibt, die meine Idee vielleicht doch gut finden”, fasst eine Schülerin das Gelernte zusammen.

„Wenn ich alleine im Dunkeln draußen bin und Angst bekomme, dann weiß ich, dass das Jan der Polizist ist, der mich beschützen will und mir deshalb Angst macht, damit ich schnell nach Hause gehe”, ist der pädagogische Ansatz einer anderen, die sich dabei unter anderem auf Jan, den Polizisten beruft, der ein „Leben-sichern-Helfer” ist und damit eine Figur aus der „Helfer-Armee” von Carina Mathes, der so prägnante Typen wie Clown Bobbel, Herr Scheck, Brummel, der Teddy oder das Affenpärchen Cora und Karo angehören.

Ein absolutes Muss

Nach vier Wochen an der Nikolaus-Schule in Breberen zieht Carina Mathes weiter. Wohin, das steht noch in den Sternen. „Glücksunterricht ist an unseren Schulen vor allem in der heutigen Zeit ein absolutes Muss”, stellt sie sich vor.

In welcher Form sie jedoch in Zukunft dazu beitragen kann, steht noch nicht fest. „Mein Wunsch wäre es, die Schulbücher oder Unterrichtsmaterialen für solch einen Glücksunterricht zu entwerfen.” Vielleicht hat sie ja Glück.
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