Duo der Extraklasse begeistert das Publikum auf Schloss Zweibrüggen

Von: Christina Kolodzey
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Herausragende Musiker: Mike Roberts und Agnieszka Gralak begeisterten das Publikum beim 27. Schlosskonzert in Zweibrüggen. Foto: Christina Kolodzey

Übach-Palenberg. Musik ist universell und kann die unterschiedlichsten Nationen verbinden. Manchmal ergeben sich dadurch musikalische Überraschungen, die man selten zu hören bekommt. So lernten sich ein amerikanischer Hornist aus Indianapolis und eine polnische Harfenistin aus Warschau durch ihre Lehrtätigkeit an der Musikhochschule in Aachen kennen und beschlossen kurzerhand, gemeinsam zu musizieren.

Unterschiedlich wie ihre Völker sind auch ihre Instrumente – doch beim 27. Schlosskonzert in Zweibrüggen konnten sich die Zuhörer davon überzeugen, wie wundervoll beide harmonieren.

Die Rede ist von Mike Roberts und Agnieszka Gralak. Schon von Kindesbeinen mit der Musik verbunden, erlernte Mike Roberts zunächst Trompete und Agnieszka Gralak Klavier. Bald darauf entdeckten sie jedoch ihre Leidenschaft für Horn und Harfe, worin sie heute unbestrittene Meister sind, was unter anderem ihre Erfolge als Solohornist im Aachener Sinfonieorchester und Soloharfenistin des Warschauer Oper- und Ballettorchesters belegen.

Das Konzert startete mit zeitgenössischen Komponisten, und gleich zu Beginn gelang es den Künstlern, das Publikum mit getragenem, fantasievollen Vortrag von „Elegia op. 59“ des Österreichers Dieter Angerer in ihren Bann zu ziehen. Einen beeindruckenden Soloauftritt mit farbenreicher Gestaltung von Samuell Pratts „The little Fountain“ („Der kleine Brunnen“) bestritt sodann Agnieszka Gralak, dem sich nicht minder eindrucksvoll als Solist Mike Roberts – teils voluminös, teils sanft – mit „Laudatio“ von Bernhard Krol anschloss. Mit reichlich Applaus nach jeder Darbietung zeigten die Gäste, wie überaus gut ihnen die Interpretationen gefielen.

In „Chants D’Arrière-Saison“ („Lieder im Spätherbst“), Teil 1 und 2 sowie – nach der Pause – Teil 3 und 4, des Franzosen Bernard Andrès konnten die Zuhörer wiederum bewundern, wie prächtig Horn und Harfe harmonieren: Perlende Harfenklänge und weiche Horntöne füllten das Schloss, luden zum Träumen ein, gespielt mit brillanter Leichtigkeit, wie es nur wahre Könner vermögen. Hierzu passte die Romanze des Nemorino aus der Oper „Der Liebestrank“ des Italieners Gaetano Donizette, die beide Künstler so einfühlsam intonierten, dass das Publikum nicht anders konnte, als in sich versunken zu lauschen.

Im Harfensolo „Sonata Nr. 2“ des Parisers François Nadermann konnten die Zuschauer Agnieszka Gralaks grazile Fingerfertigkeit in rasantem Tempo auf den Saiten bewundern. „Nocturne Nr. 2“ von Frédéric Duvernoy dagegen zeigte, wie vorteilhaft sich beide Instrumente ergänzen und wie harmonisch das Zusammenspiel sein kann – das Horn sehr zart, die Harfe hell klingend, vereint durch eine wunderschöne Melodie.

Nach der Pause ging es mit viel rhythmischer Lebendigkeit in François-A. Boieldieus „Solo für Horn mit Harfenbegleitung“ weiter, worauf das Jägerlied „Morgentraum im Walde“ von Anton Wunderer, teils mit imposanten Soli beider Instrumente, folgte.

Die ganze Herrlichkeit des Harfespiels wurde in Carlos Salzedos Solo „Chanson dans la Nuit“ („Lied in der Nacht“), offenbar – meisterhaft gespielt, kraftvoll und unendlich sanft. Claude Debussys „Romance für Horn und Harfe in D-Dur“ und die „Ballade op. 23“ von Dieter Angerer, teils fröhlich, teils getragen, waren zusammen mit Frédéric Duvernoys „Nocturne Nr. 1“ die letzten Stücke dieses überaus gelungenen Konzerts.

Die energischen Zugabewünsche der Anwesenden quittierte Mike Roberts mit einer Überraschung: Er trug ein 3,60 Meter langes original Schweizer Alphorn in den Saal und spielte darauf, was immenses Erstaunen auslöste. Unter dem donnernden Applaus verabschiedeten sich die beiden herausragenden Musiker vom restlos begeisterten Publikum im Schloss Zweibrüggen.

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