Dünen aus der Eiszeit in der Teverener Heide

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Landschaftspfleger Lars Delling entdeckt eine Ödlandschrecke im Sand. Im September macht die es sich auf dem Boden des Offenlandes noch bequem. Foto: S. Sillius

Geilenkirchen-Teveren. Die Wanderung durch die Teverener Heide mit Lars Delling geht weiter. Nach dem Abstecher in die Moorlandschaft führt uns der Landschaftspfleger nun in das waldlose „Offenland”.

Es geht zunächst hinauf zum Aussichtspunkt in der Nähe des Einsamen Moores, der für die Euregionale 2008 ausgewählt wurde.

Der Ausblick ist beeindruckend. Noch befinden wir uns zwar nicht an der niederländischen Küste, und doch prägen bis zu fünf Meter hohe Binnendünen das Bild. Dünen, die weitab vom heutigen Meeresstrand abgelagert und zum Ende der Eiszeit entstanden sind. Das breite Urstromtaal der Maas war trockengefallen, der Wind blies leichtere Sandkörner in Richtung Osten.

Dominierendes Gewächs dieses Lebensraums ist der Sand-Magerrasen. „Besonders wertvoll ist das Silbergras”, erklärt Delling und verweist auf das Gewächs, das sich in Büscheln auf den Sandflächen angesiedelt hat. Das Silbergras ist genauso mobil wie die Wanderdünen, auf denen es wächst. Eine Pflanzendecke kann sich nur für kurze Zeit an einer Stelle behaupten. So muss sich das Silbergras stets neu aussamen.

Delling: „Das ist Natur aus zweiter Hand”. Wie die Moorlandschaft benötigt auch der Sandtrockenrasen eine ständige Pflege und darf nicht überwuchert werden, damit er nährstoffarm bleibt. Deshalb wird das Offenland regelmäßig „entkusselt”, das heißt: Wuchskräftige Gehölze werden entfernt - per Menschenhand oder mit Hilfe von weidenden Schafherden. Sie fressen das nährstoffarme Silbergras nicht gerne, und so bleibt es erhalten. Extensiv beweidet wird die Heide seit 1994, seit 1995 ist in dem Gebiet ein Schäfer ansässig.

Den Laien mögen die kahlen Flächen, die das Bild prägen, nicht unbedingt entzücken. Doch ohne das Entkusseln würden die schwächeren Pflanzenkollegen wie das Silbergras verdrängt und das gesamte Landschaftsbild zerstört. „Zuletzt wurden 2005 die Gehölze entfernt. Mit vielen Maßnahmen versuchen wir, das Anfangsstadium der Biotope zurückzugewinnen,” erklärt Delling den heutigen Anspruch der Landschaftspflege, der immer auch den finanziellen Möglichkeiten unterworfen ist. So habe sich die Finanzkrise auch auf die Teverener Heide ausgewirkt. Glücklicherweise habe man auf die zur Verfügung stehenden EU-Gelder zurückgreifen können, um die Landschaft weiterhin zu pflegen.

Wer das Offenland, die Heideflächen und ihre Bewohner selbst vom Wanderpfad aus sehen will, dem sei der Heiderundweg empfohlen. Er führt über sechs Kilometer an der Scherpenseeler Denne, An de Bök, der Borger Kiesgrube, der Feuchtweide, der Waldhute und der Püttschneise vorbei. Im dritten Teil geht der Spaziergang mit Lars Delling zuende. Darin werden die Tonseen mit ihren Anwohnern, den Zwergtauchern und Libellen, vorgestellt.
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