DRK in Birgden: Gegen die Armut, für die Integration

Von: Renate Kolodzey
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Über die Eröffnung des KAI in Birgden freuen sich Verantwortliche und Mitarbeiter des DRK sowie die zahlreichen Gäste aus Politik und Bevölkerung. Die Stelle unterstützt bei Schuldenberatung, Behördengängen und leistet wichtigen Beitrag zur Integration. Foto: Renate Kolodzey
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Saodat Kozieva (29) und ihr Ehemann Shurat Rozikov (33) aus Tadschikistan mit ihren drei Kindern. Foto: Renate Kolodzey

Gangelt-Birgden. Sonnenschein, blauer Himmel und ein laues Frühlingslüftchen lockten viele Besucher zur Eröffnung der neuen Außenstelle des KAI-Heinsberg nach Birgden in die Bahnhofstraße 12. Hier, im „Haus der Landfrau“ am Rande des Platzes „Großer Pley“, gibt es ab sofort einen „Kristallisationspunkt gegen Armut durch Integration“ (KAI) des Deutschen Roten Kreuzes.

Drei weitere existieren bereits in Heinsberg, Hückelhoven und Erkelenz. „Wir wollen niederschwellige Unterstützung wie Schuldenberatung, Hilfe bei Behördengängen und Ähnliches für alle, die Hilfe benötigen, anbieten“, informiert Gülsen Litherland, Leiterin des neuen Stützpunktes. Auch ein Gartenprojekt sei angedacht, bei dem sich Deutsche und Flüchtlinge beim Kultivieren einer kleinen Brachfläche kennenlernen können.

Nahversorgung mit dem Bus

Ebenso soll es einen Tante Emma-Bus geben. „Damit fahren wir mit Waren in entlegene Orte“, beschreibt Litherland. Auf dem „Großen Pley“ werde außerdem eine Tauschbibliothek eingerichtet – eine Idee, die mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) aus Birgden entstanden sei. Ferner finde im August in Brachelen ein Zeltlager für Kinder statt, zu dem sich auch Teilnehmer aus Birgden und Umgebung anmelden könnten.

Zur Eröffnung begrüßte nun Dieter Lipperts, Leiter der DRK-Gemeinschaft, die Gäste. Lothar Terodde, Geschäftsführer des DRK Heinsberg, führte aus, dass das DRK den ersten Kristallisationspunkt KAI vor zehn Monaten in Heinsberg errichtet habe. Hiermit wolle man die Flüchtlingsarbeit fortsetzen, jedoch solle das Angebot allen Bürgern zugutekommen. Um es breit aufstellen zu können, möchte das DRK mit Vereinen, karitativen Organisationen, Verwaltungen, Unternehmen und der Politik zusammenarbeiten.

Bürgermeister Bernhard Tholen freute sich: „KAI ist die perfekte Ergänzung zum hiesigen Asylkreis und Ansprechpartner für alle Menschen“, und Stefan Palloks, Ortsvorsteher von Birgden, versprach: „Wir werden mithelfen, dass dieser Stützpunkt funktioniert!“ Auch Barbara Ratayczak, Gemeindereferentin der Weggemeinschaft Gangelt, betonte: „Wir kooperieren gerne mit KAI!“, dazu bekräftigte Ehrenbürgermeister Heinrich Aretz: „Ab sofort ist KAI in die Vereinsgemeinschaft Birgden aufgenommen!“

Fröhlich ging es dann zu mit syrischen, arabischen und kurdischen Folkloretänzen, die die Tanzgruppe des KAI-Heinsberg, bunt gemischt aus Flüchtlingen und Deutschen, allesamt Mitglieder des DRK, den Gästen nun mit viel Schwung und Freude darbot.

Viele Geflüchtete engagieren sich mittlerweile im DRK, andere helfen, wo sie können. So auch Saodat Kozieva (29), die mit ihrem Ehemann und drei Kindern aus Tadschikistan emigrierte und bei der Eröffnung in Birgden einen Stand betreute.

Hedi Bouaziz aus Tunesien, der Arabisch, Französisch und Deutsch spricht, begleitet Franz-Josef Schippers vom Birgdener Asylkreis bei dessen monatlichen Besuchen der Flüchtlingsunterkünfte und übersetzt. Schippers ist voll des Lobes: „Leute wie diese sind wirklich ein großer Gewinn für den Ort!“

Schatzsuche für Kinder

Bei der Eröffnung gab es neben verlockend duftenden Grill-Spezialitäten und einem reichhaltigen Kuchen-Buffet jede Menge Aktivitäten für Kinder, darunter eine Schatzsuche. Auch das Kreativ-Atelier des KAI-Heinsberg, in dem ausländische und deutsche Frauen stricken, nähen und basteln, war vor Ort, und Margit Gimpel, Conny Hülhoven sowie Marieluise Schulze boten kunstvoll hergestellte Puppen, Taschen aus Jeansstoff, Baby-Mobiles und vieles mehr feil.

Die Besucher kannten keine Berührungsängste, gingen aufeinander zu, und Litherland strahlte: „So wie wir ‚ein‘ rotes Kreuz sind, möchten wir, dass die Menschen ‚eins‘ werden – das ist unser Ziel!“

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