Geilenkirchen - Drillinge sorgen für ein turbulentes Fest

Drillinge sorgen für ein turbulentes Fest

Von: Katrin Fuhrmann
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Melanie und Sebastian Dötze mit den Drillingen Maemi, Lenny und Colin Keoni vor dem geschmückten Weihnachtsbaum. An Heiligabend wird mit der ganzen Familie gefeiert. Foto: Katrin Fuhrmann

Geilenkirchen. Maemi greift mit ihren kleinen Händen nach ihrer Rassel und verzieht ihr Gesicht so lange, bis ihre Patentante anfängt zu lachen. Derweil strampelt Lenny auf dem Schoß seines Vaters mit den Füßen so wild umher, dass erst einmal eine Knuddeleinheit nötig ist, bis er sich langsam beruhigt.

Colin Keoni liegt auf der großen, bunten Spieledecke vor dem Tannenbaum, spielt mit seinem Stofftier und beobachtet das Geschehen.

Dass die drei Geschwister beinahe zeitgleich anfangen zu quengeln, mag bloßer Zufall sein. Es kann aber auch daran liegen, dass sie eine ganz besondere Verbindung zueinander haben – sie sind nämlich Drillinge.

Seit sie vor sechs Monaten auf die Welt kamen, hat sich im Leben von Melanie und Sebastian Dötze, den Eltern, so einiges verändert. „Es ist turbulenter, aufregender und anstrengender geworden. Dafür sind wir jeden Tag umso glücklicher, dass wir die drei an unserer Seite haben“, sagt Melanie Dötze lächelnd.

Dennoch sei sie froh, dass sie sich dieses Jahr zumindest nicht um das Weihnachtsmenü kümmern muss. Es wird nämlich bei den Urgroßeltern der Drillinge gefeiert – in großer Runde.

25 Familienmitglieder versammeln sich an Heiligabend, um gemeinsam dieses besinnliche Fest zu feiern. Und was gibt es zu essen? Das ist simpel und ebenso gut durchdacht. „Jeder bringt irgendetwas mit“, sagt Melanie Dötze. „Es gibt Suppen und Salate als Vorspeisen, Spargel, Kartoffeln und Roastbeef zum Hauptgang und Pudding, Eis und Herrencreme als Nachtisch“, sagt sie. Neben dem Festmenü werden es an Heiligabend aber vor allem die Drillinge sein, die im Mittelpunkt stehen. Melanie und Sebastian nehmen das Weihnachtsfest zum Anlass, ihrer Familie Dankeschön zu sagen – für die Unterstützung und Hilfe in den vergangenen sechs Monaten und auch in Zukunft. „Ohne die Unterstützung von Familie, Freunden und Bekannten würden wir das alles gar nicht schaffen“, sind sich Melanie und Sebastian Dötze sicher.

Nach der Geburt überschattete zunächst die Angst das Glück: Die Drillinge waren Frühgeburten und wogen bei der Geburt gerade einmal rund 900 Gramm. Heute ist von dieser Angst kaum noch etwas zu spüren. Zwar hängen die Drillinge immer noch an ständig piepsenden Alarmmonitoren, die die Herzfrequenz messen, aber das gehöre nun mal dazu. „Wir merken so einfach schneller, wenn etwas nicht in Ordnung ist“, sagt Melanie Dötze. Die Drillinge hätten sich gut entwickelt. Regelmäßige Physiotherapie-Einheiten zeigten Erfolge. „Bei der Frühchenförderung lernen die Kinder, visuelle Reize wahrzunehmen, sich umzudrehen und zu greifen“, erklärt Melanie Dötze. Damit aber nicht genug. Einmal in der Woche gehen die Dötzes mit Maemi, Lenny und Colin Keoni sogar zum Baby-Schwimmen.

Die Sache hat allerdings jedes Mal einen kleinen Haken: Wenn die fünf irgendwo hin wollen, sei es zum Schwimmen oder zu Verwandten, müssen Melanie und Sebastian Dötze schon am Vorabend einige Vorkehrungen treffen. Schnuller, Windeln, Handtücher und Fläschchen müssen eingepackt werden. Ebenso wie Rasseln, Decken und Milch. Nicht zu vergessen die „Maxi-Cosis“ – alles in dreifacher Ausführung, versteht sich. „Planung nimmt bei uns eigentlich die meiste Zeit in Anspruch“, sagt Melanie Dötze und lacht. Übrigens: Wasch- und Spülmaschine laufen bei den Dötzes beinahe rund um die Uhr.

Auf die Frage nach dem täglichen Windelverbrauch hin muss Melanie Dötze erst einmal nachdenken, leise hört man sie zählen. „Jedes Kind braucht täglich fünf Windeln“, sagt sie. „Das sind 15 Windeln am Tag, 105 in der Woche.“ Wie viel Zeit für das Wechseln der Windeln draufgeht, hat sie bislang nicht ausgerechnet.

Beim Blick auf ihren bunt geschmückten Tannenbaum beginnt sie zu schmunzeln. Sie weiß selbst nicht genau, wann sie eigentlich die Zeit gefunden hat, ihrem Haus wenigstens einen Hauch von weihnachtlicher Atmosphäre zu verleihen. Immerhin ist sie nicht nur „Vollzeit-Mama“. Melanie Dötze studiert nebenbei BWL an der Abendschule. Das heißt neben Fläschchen kochen, wickeln, Wäsche waschen und bügeln auch ordentlich pauken, den Unterricht besuchen und Klausuren schreiben. Wie sie das schafft? Ganz einfach. Ihr Mann und ihre Familie greifen ihr unter die Arme und nehmen ihr eine Menge Arbeit ab. „Natürlich habe ich viel zu tun. Und natürlich ist es manchmal etwas stressig. Aber die Unterstützung und der Zusammenhalt in meiner Familie sind einfach sehr groß. Deswegen schaffen wir das auch“, sagt sie.

Für alle Verwandten halten sie in diesem Jahr daher auch ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk bereit: Mit Maemi, Lenny und Colin Keoni waren sie bei einem Fotografen, der von der kleinen Großfamilie Hunderte Fotos geschossen hat. „Die Fotos werden den Verwandten sicher gefallen“, sagt Sebastian Dötze. Das Ehepaar ist sich außerdem sicher: „Nach Weihnachten haben wir wahrscheinlich wieder genügend Spielzeug für die Drillinge“, sagt Sebastian Dötze.

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