Drei Jahre alte Warnung dreht auf Facebook ihre Runden

Von: jpm
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10848987.jpg Symbolbild: dpa/Oliver Berg
Auf Facebook kursiert eine Warnung für Übach-Palenberg: Dort soll es zu versuchten Kindesentführungen gekommen sein. Das stimmt aber gar nicht, sagt die Polizei.

Übach-Palenberg. Angeblich soll es in Übach-Palenberg zu versuchten Kindesentführungen gekommen sein. Polizei und Stadtverwaltung widersprechen.

Facebook, das größte unter den sogenannten sozialen Netzwerken, ist für die verschiedensten Formen des Zeitvertreibs zu gebrauchen, zur Kontaktpflege zum Beispiel oder um Freunden Fotos von seinem Mittagessen oder von süßen kleinen Kätzchen zu zeigen. Außerdem tun sich ungeahnte Möglichkeiten für Zeitgenossen auf, die gezielt Falschinformationen in die Welt setzen, was auch immer sie antreiben mag. Aktuell kursiert eine solche Meldung mit lokalem Bezug auf Facebook.

Angeblich, so der unbekannte Urheber der Zeilen, habe eine Übach-Palenberger Grundschule eine Warnung an die Elternschaft herausgegeben. Man solle Kinder nicht allein zur Schule gehen lassen. Es habe nämlich zwei versuchte Kindesentführungen gegeben, ausgegangen seien diese von Personen in einem schwarzen Auto mit verdunkelten Scheiben. Einheimische mögen die Info doch weiterverbreiten.

Und das geschieht zurzeit auch. Diejenigen, die die Warnung teilen, tun dies vermutlich mit den besten Absichten. Allein: Die Schauergeschichte stimmt so nicht, das beteuern Kreispolizei wie Stadtverwaltung.

Dass eine Übach-Palenberger Grundschule eine Warnung an die Eltern herausgegeben hat, ist hingegen zutreffend. Bloß liegt das, erstens, bereits gute drei Jahre zurück. Und schon damals, zweitens, klang der von der Schulleiterin aufgesetzte Handzettel wesentlich weniger konkret als die nun kursierende Warnung. Die Rede war davon, dass es „vermutlich“ eine versuchte Kindesentführung gegeben habe, dies aber „nicht endgültig bestätigt“ sei. Es folgt eine Auflistung von Ratschlägen.

Wie eine Anfrage bei der Polizei ergibt, wurde seinerzeit tatsächlich ein entsprechender Vorfall zur Anzeige gebracht. Die Ermittlungen seiner Kollegen, sagt Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken, habe jedoch zu keinerlei Ergebnis geführt. Man wisse nicht, ob es 2013 wirklich eine versuchte Kindesentführung gab. Ebenso wenig könne man es aber ausschließen. Die Aktualität, die die nun kursierende Meldung suggeriert, entbehre aber definitiv jeder Grundlage. Frenken sagt, dass es ein zunehmend auftretendes Phänomen sei, dass Falschmeldungen im Netz ungeprüft weiterverbreitet werden. Von einem Problem für die Polizei will er nicht sprechen, richtig sei aber, dass ohne jeden konkreten Anlass Ängste hervorgerufen würden.

Vielleicht wollte derjenige, der das Schreiben nach drei Jahren aus der Schublade zauberte und in dramatisierter Form weiterverbreitete, ja genau das erreichen.

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