Geilenkirchen - Dorothea Klein wird 90: Die Zeitung liest sie immer von A bis Z

Dorothea Klein wird 90: Die Zeitung liest sie immer von A bis Z

Von: Renate Kolodzey
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Immer für einander da: Dorothea Klein (l) mit ihrer ältesten Tochter Jutta Küting, die in Monschau lebt. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. Auf ein bewegtes Leben kann Dorothea Klein zurückblicken, die am Nikolaustag 1925 im ostpeussischen Wuslack, Kreis Heilsberg, als mittlere von vier Geschwistern und Tochter eines Kirchschullehrers zur Welt kam. „Ich besuchte die Oberschule für Mädchen, als Goebbels auf die glorreiche Idee kam, die achten Klassen zu schließen und uns in den Arbeitsdienst zu stecken“, erinnert sie sich.

„Mit 19 Jahren bin ich in die Lüneburger Heide geflüchtet, wo ich in einer Munitionsfabrik Granaten drehen musste, zusammen mit Zwangsrekrutierten aus 16 Nationen.“

Später führte sie ihr Weg nach Sachsen-Anhalt, damals russische Besatzungszone. Dort hielt sie sich mit Feldarbeit über Wasser, ehe sie die Möglichkeit zu einer Lehrerinnenausbildung bekam und diesen Beruf ausübte. In den Sommerferien reiste sie illegal in den Westen, nach Wassenberg, wo ihr älterer Bruder lebte. Da sie durch den rechtswidrigen Aufenthalt dort kein Recht auf Wohnraum hatte, arbeitete sie im Haushalt, wo ihr Unterkunft gewährt wurde. 1949 lernte sie ihren Mann, einen Finanzbeamten, kennen, den sie bald heiratete. 1957 wurde das erste Kind, Jutta, geboren, der bald Regina und Ulli folgten. Als das Finanzamt in Wassenberg 1959 aufgelöst wurde, zog die Familie nach Geilenkirchen. „Hier ist es schön ruhig – nur die Awacs macht Krach“, meint die Jubilarin lachend.

Inzwischen sind sechs Enkelkinder im Alter zwischen 14 und 34 Jahren ihr ganzer Stolz. Ihr Mann starb vor acht Jahren, doch ihre Kinder, die in Aachen und Monschau leben, besuchen sie regelmäßig, und Tochter Jutta hilft ihr zweimal wöchentlich bei den Einkäufen. Ansonsten kommt sie gut allein zurecht. „Ich mag Kreuzworträtsel und Gartenarbeit, brauche Erde zwischen den Fingern“, beschreibt sie ihre Hobbys, „und die Zeitung lese ich von A bis Z – besonders den politischen Teil!“ „Früher hat sie auch gern gebacken – ihre Erdbeerrolle war legendär“, erinnert sich Tochter Jutta.

Am Sonntag startet ein großes Familienfest mit 50 Personen, und tags darauf freut sich die Jubilarin auf den Besuch des Bürgermeisters – und lässt sich überraschen, wer ihr sonst noch gratuliert.

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