Dorfgemeinschaft baut historisches Gebäude auf

Von: agsb
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Im Sommer soll die feierliche Einweihung stattfinden, dann ist die Gemeinde Birgden um eine weitere Attraktion reicher. Die Birgdener sind sich einig: Da wurde erstklassige Arbeit geleistet. Foto: agsb

Birgden. Die älteren Senioren reiben sich ein wenig die Augen wenn sie den Bahnhofsteig Birgden entlang gehen oder zum Bahnhof hineinblicken. Da steht das Bahnhofshäuschen, oder der Güterschuppen, als wäre das historische Gebäude nie weg gewesen.

Als der Schienenverkehr der damaligen Kreisbahn zwischen Geilenkirchen und dem Selfkantland bis nach Tüddern um die 1970er Jahre eingestellt wurde, entschied man sich, auch die historischen Bauwerke wie den Güterschuppen am Bahnhof Birgden abzureißen. Der Verlust dieses Bahnhofshäuschens wog allerdings schwer - nicht nur für Birgden.

Durch die historische Selfkantbahn erlebte die Region dann wieder einen unverhofften Aufschwung, und die Bahn ist mittlerweile zur Touristenattraktion geworden. Bekanntlich witterte die Region Gangelt, Selfkant und Waldfeucht durch die Aufnahme in den Leaderprozess (Mittel der EU für ländliche Entwicklung) als gemeinsamer Zweckverband „Der Selfkant“ Morgenluft, viele Projekte wurden eingebracht und auch gefördert.

Bei der Selfkantbahn selbst sah man die Chance, auf diesen Zug aufzuspringen, und man entschloss sich, eine Bewerbung zum Wiederaufbau der Bahnhofshäuschen in Birgden einzureichen. Ehrenbürgermeister Heinrich Aretz war hier bereits voller Tatendrang und sah für die Dorfentwicklung Birgden einen weiteren Aufschwung. Im Gemeindehaus Waldfeucht stellte Günther Steinhauer von der Selfkantbahn dieses Projekt 2012 vor, man war hier vielleicht seitens der Selfkantbahn zu euphorisch und man sah bereits den Baubeginn eines großen Projektes.

Beachtliche Trotzreaktion

Jedoch meistens kommt es anders als man denkt. Als 2013 dann ein negativer Entscheid ins Haus flatterte war die Enttäuschung riesengroß, aber sie rief auch eine beachtliche Trotzreaktion der Birgdener hervor, besonders bei Heinrich Aretz, der dann selbst den Zündschlüssel herumdrehte und sagte: „Das Häuschen wird gebaut“.

Aretz mobilisierte neben Vertretern der Selfkantbahn die Ortsvereine, die Bevölkerung und die Gemeinde. Das Material wurde durch Spenden, Fördergelder sowie die Gemeinde Gangelt gestellt, die Ausführung dann ehrenamtlich organisiert. Beim Spatenstich waren die Berder Flobbe, Blaue Funken, DLRG, Kirchenchor, Kirchenvorstand, Komberch und die Jägerschaft im Oktober 2014 dabei. Mittlerweile hat sich dank weiterer Unterstützung ein großes Bauteam gebildet.

Beim Spatenstich war Aretz selbst so euphorisch, sah eine Fertigstellung im Sommer 2015. Wobei Günther Steinhauer hier nur schmunzelte. Und er wusste warum. Man war ja nicht in Zeitnot und wollte die Sache nicht überstürzen. Mittlerweile wurden schon Bänke neben dem Güterschuppen aufgestellt, die Arbeiten werden bald ein Ende finden. Zur Freude aller ist die benachbarte Lebenshilfe auch aktiv und unterstützt die Arbeiten am Bahnhofshäuschen. In diesem Sommer soll die feierliche Einweihung stattfinden.

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