Dorfausstellung: Einblicke in eine wechselvolle Geschichte

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
9585068.jpg
Guido Peters zeigt Ordensschwester Käthe bei der Dorfausstellung im Pfarrhaus einen von ihm aus dem Englischen ins Deutsche übersetzten Text. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Kraudorf. Bei der fünften Dorfausstellung „Fotos, Funde, Bücher und Dokumente aus früheren Zeiten“ in Kraudorf konnten sich die Bürger der Pfarre am Sonntag einen Einblick in die wechselvolle Geschichte der Dörfergemeinschaft verschaffen.

Guido Peters hatte die Exponate gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eigentlich ist Peters kein Ur-Kraudorfer, denn er zog erst 2001 von Mönchengladbach in das 188-Seelen-Dorf. Zwischenzeitlich fühlt er sich hier pudelwohl und kann sich gar nicht mehr vorstellen, irgendwo anders beheimatet zu sein.

Spannendes Feld

Seit sieben Jahren befasst sich Guido Peters mit der Historie des Ortes, und darin sieht er ein spannendes Betätigungsfeld. Unzählige Stunden seiner Freizeit hat er bereits für sein Hobby geopfert. Peters hat recherchiert, aufgearbeitet, gesammelt und viele Daten zusammengetragen, die teilweise sogar die Einwohner von Kraudorf, Nirm, Hoven, Kogenbroich und Leerodt erstaunen.

Erstmals 1144 erwähnt

Beim Durchforsten alter Schriften ist ihm beispielsweise aufgefallen, dass dem erstmals 1144 erwähnten Kraudorf vor Jahrhunderten eine weitaus wichtigere Bedeutung beigemessen worden sein muss als heute. „Es scheint, als wäre Kraudorf damals der Ursprungsort gewesen, um dem sich Randerath und Horst reihte“, lässt Peters die interessierten Besucher wissen. Bei der Ausstellung waren auch Dokumente zu sehen, in denen der anfängliche Name „Cruttorp“ und „Crutorp“ auftauchte.

Auf den Tischen im Pfarrhaus lagen die Dokumente, Fotos, Karten, Urkunden und Bücher zum Betrachten oder Durchblättern bereit. Im Zweiten Weltkrieg war die Gegend stark umkämpft, deshalb war ein Hauptaugenmerk diesem Teil der Geschichte gewidmet. Kartenmaterial, Berichte und Abhandlungen über die Kämpfe beleuchteten das Geschehen. Der Westwall und die „Operation Clipper“ spielten hierbei eine große Rolle.

Ins Deutsche übersetzt

Guido Peters hat aus dem in Englisch verfassten Buch von Harald P. Leinbauch und John D. Campbell „the men of Company K.“ sogar die beiden Kapitel „the Chateau“ und „Kogenbroich“ ins Deutsche übersetzt. Der Text war bei der Ausstellung einsehbar.

Im Eingangsbereich befassten sich mehrere Bücher mit der Kirchengeschichte, und die fanden besondere Aufmerksamkeit bei Ordensschwester Käthe, die der Ausstellung einen Besuch abstattete. Auch auf alten Familienfotos entdeckte sie bekannte Gesichter. Ein Bild zeigte das frühere Kaufhaus Engelen in Kraudorf, das in den 60er-Jahren seine Pforten für immer schloss.

Im Fundus von Guido Peters befinden sich auch eine Niederschrift über Sitzungen der Vertretung der Gemeinde Randerath vom 26. April 1971, also ein Jahr vor der kommunalen Neugliederung. Peters ist auf die älteren Bürgerinnen und Bürger der Pfarre angewiesen, denn sie bringen einen großen Erfahrungsschatz mit und können noch viel erzählen. Die Bewohner der Orte haben ihm schon jede Menge Material zur Verfügung gestellt. Er hofft, dass in den nächsten Jahren noch vieles aus Kellern und Speichern ans Tageslicht befördert wird, so dass sich die Ausstellung von Jahr zu Jahr durch zusätzliche Exponate auszeichnen kann.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert