Domorganist erhält in der Erlöserkirche stürmischen Applaus

Von: Renate Kolodzey
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Professor Michael Hoppe an der Stahlhuth-Orgel auf der Empore der Erlöserkirche erhielt großen Beifall für seine Darbietungen. Foto: Renate Kolodzey

Übach-Palenberg. Gut gelaunt begrüßte Regine Rüland, Leiterin der „Chorgemeinschaft Übach“, die Besucher in der Erlöserkirche und freute sich, einen musikalischen Leckerbissen ankündigen zu können: In einjähriger Vorbereitungszeit war es ihr gelungen, den Domorganisten des Aachener Doms, Professor Michael Hoppe, für ein Konzert zugewinnen.

An der Robert-Schumann Musikhochschule in Düsseldorf studierte Hoppe katholische Kirchenmusik und das Konzertfach Orgel mit Diplom. Später war er hier auch als Dozent tätig. Weiterhin absolvierte er Chorleitungsstudien an der Musikhochschule Köln mit dem Diplom der Reifeprüfung, ebenso zahlreiche Meisterkurse. Nach einer Zeit als Assistent des Domkapellmeisters am Essener Dom wechselte er nach Aachen, wo er 2001 als Professor für Orgelspiel/Orgelimprovisation und Tonsatz an die Katholische Hochschule für Kirchenmusik berufen wurde und zugleich Prorektor war. Von 2006 bis 2014 lehrte Hoppe an der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen, im Bereich Tonsatz/Komposition. Häufig gibt er Konzerte im In- und Ausland und veröffentlichte zahlreiche Kompositionen. Seit Juli 2013 ist er Domorganist am Aachener Dom.

Auf der Empore hoch oben in der Erlöserkirche erwartete nun den renommierten Musiker die Stahlhuth-Orgel aus dem Jahre 1963, und unten auf den Bänken freuten sich die Gäste auf die Musik. Im Zentrum des Konzerts stand ein Block der Bach‘schen Werke aus dem dritten Teil der „Klavierübung“.

Hoppe begann mit „Präludium e-moll“, einem frühbarocken Werk von Nikolaus Bruhns, der Bach mit seiner Musik inspirierte. Das improvisatorisch geprägte, schnell und ruhig frei zu spielende Werk mit streng geformten Sätzen bot der Künstler beeindruckend dar, und der gewaltige Schlussakkord war für die Ohren das berühmte „Tüpfelchen auf dem i“. Weiter ging es mit Gaston Litaize, einem französischen Komponisten aus dem 20. Jahrhundert, und seinem „Lied aus Douze Pieces“. Hierbei stand die Melodie im Vordergrund, die sehr farbig beleuchtet wurde.

Viele Zuhörer lauschten mit geschlossenen Augen, fühlten sich in eine andere Welt entrückt und genossen die Virtuosität und Spielfreude des Interpreten.

Das Barockzeitalter mit Johann Sebastian Bach stand als nächstes auf dem Programm: „Präludium Es-Dur, BWV 552“ erklang festlich und kräftig, ebenso der Schlusssatz, die „Fuge, BWV 552“, während das „Kyrie“ und „Allein Gott in der Höh sei Ehr“, zwei Choralbearbeitungen, die Bach zur Grundlage seiner Komposition gewählt hatte, ruhig, doch mit großer Intensität gespielt wurden.

Der Romantiker Felix Mendelssohn-Bartholdy arbeitete in seiner „Sonate Nr. 3, A-Dur, op. 65.3“ die Melodie „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ im 1. Satz „Con moto maestoso“ mit ein. Ihr Beginn war feierlich, während im 2. Satz „Andante tranquillo“ ein ungewöhnlich nachklingender, meditativer Abschluss die Musik bestimmte. Die jüngeren Zuschauer in den Bänken schauten gebannt nach oben und verdrehten sich die Köpfe, um einen Blick auf denjenigen werfen zu können, der solch anrührende Töne hervorbrachte.

Weiter ging es mit dem Franzosen Marcel Dupre, der, ebenso wie Gaston Litaize, eine andere Facette der üblichen Orgelmusik mit sehr farbiger Harmonik darstellt. Sein Werk „Prelude et Fugue, f-moll, op. 7.2“ hat einen Passionscharakter – eher zurückgenommen mit verhaltenen Registern, die Hoppe nichtsdestotrotz meisterhaft zog und so für ein außergewöhnliches Erlebnis sorgte. Den Abschluss bildete die französische Spätromantik mit Charles-Marie Widor. Er arrangierte Bachs Schlusschor der Matthäus-Passion aus „Bachs Memento“ für die Orgel in seinem „Mattheus Final“. Hier durfte der Domorganist alle Register ziehen und mit gewaltigen Klängen pure Gänsehaut hervorrufen.

Das beeindruckte und begeisterte Publikum zollte ihm stürmischen Applaus für seine Leistung an dem sehr schwer zu spielenden Instrument.

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