Domkapitular Albert Honings feiert Goldenes Priesterjubiläum

Von: Franz Windelen
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Domkapitular Albert Honings genießt in einer Senioren-Wohnung in Burg Trips seinen Ruhestand. Er kann auf viele wichtige Stationen und Momente in seinem 50-jährigen Priesterleben zurückblicken. Foto: Windelen

Geilenkirchen. Lange ist es her. Als kleiner Junge ist er einst mit seinen Freunden in jugendlicher Neugierde um Burg Trips geschlichen und hat gerätselt, was sich wohl hinter dem geheimnisvollen Gemäuer aus dem Mittelalter verbirgt. Gut 60, 70 Jahre später nun wohnt er selbst in der historischen Wasserburg und genießt dabei den wunderschönen Blick auf die Tripser Park- und Wiesenlandschaft: In einer Senioren-Wohnung verbringt Propst Albert Honings seit 2005 seinen Lebensabend - nach vielen Stationen pastoralen Wirkens.

Und dies erfährt am Sonntag, 27. Februar, eine besondere Krönung - mit dem Goldenen Priesterjubiläum, das im Rahmen eines festlichen Hochamtes um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt Geilenkirchen gefeiert wird.

Der inzwischen 77-jährige gebürtige Geilenkirchener ist den Katholiken im gesamten Kreis Heinsberg kein Unbekannter: Albert Honings war Pfarrer in Birgden, er war Propst in Heinsberg, er war Regionaldekan und er war Leiter des Erwachsenenbildungswerkes. Und er ist - inzwischen emeritierter - Domkapitular.

Albert Honigs erinnert sich an seine Geschichte, die in den Kriegswirren ihren Anfang nimmt. „Ich war damals Messdiener im Krankenhaus in der benachbarten Martin-Heyden-Straße, bereits da wurde das erste Interesse für die seelsorgerische Tätigkeit geweckt”, sagt Honings. Im Jahr 1948 bestand der Volksschüler die Aufnahmeprüfung für das St.-Michael-Gymnasium in Münstereifel (damals noch kein Bad). 1955 machte er sein Abitur. Es schloss sich das Theologie- und Philosophiestudium an der Bonner Friedrich-Wilhelm-Universität an. „1961, am 25. Februar, wurde ich im Hohen Dom zu Aachen durch Bischof Dr. Johannes Pohlschneider zum Priester geweiht”, benennt der Domkapitular einen der wichtigsten Meilensteine seines pastoralen Lebens.

Nach einer Kaplanstelle in Rheydt-Giesenkirchen führte sein Weg 1966 zum heutigen Cusanus-Gymnasium in Erkelenz, wo er bis 1970 als Religionslehrer unterrichtete. „Es war die Zeit, in der vieles im Umbruch war. In der Kirche, in der Gesellschaft. Durch das II. Vatikanische Konzil wurden die Messen mit einem Mal deutsch gelesen, die Priester standen mit dem Gesicht zum Volk, und auch als Religionslehrer konnte man auf einer anderen, besseren Basis mit den Schülern arbeiten. Der Wandel erfasste die Menschen, es war zugleich die Zeit der 68er”, gerät der Propst ins Schwärmen.

So reifte auch in Honings die Entscheidung, den Schuldienst zu quittieren und „etwas anders zu machen”, nämlich sich in der neuzugründenden katholischen Erwachsenenbildung, die im Haus der Region in Heinsberg eine Adresse fand, zu engagieren. Zu diesem Zweck absolvierte Albert Honings im Alter von 46 Jahren ein Studium an der Pädagogischen Akademie in Aachen.

Von 1973 bis ´82 erlebte der Gottesmann seine „goldene Zeit” als Pfarrer in der Gemeinde St. Urban in Birgden. „Ich konnte alles, was ich mir theoretisch angeeignet hatte, in meiner ersten Pfarrstelle umsetzen. Die Birgdener sind sehr aufgeschlossen, sie ließen sich für die moderne Pastoral begeistern. Vor allem die Katechese wurde, damals noch ungewohnt, in die Hände der Laien gelegt”, singt der Priester noch heute das Loblied auf seine alten Birgdener Schäfchen.

In diese Zeit fiel anno 1980 die Wahl zum Regionaldekan, dessen Amt er zwei Wahlperioden, bis 1990, bekleidete. Als im Jahr 1982 die Stelle des Propstes an St. Gangolfus Heinsberg vakant wurde, folgte Honings dem Ruf von Bischof Klaus Hemmerle und residierte in der Kreisstadt. Bis 2005, bis zu seiner Entpflichtung, zur „Pensionierung”.

Und so schließt sich der Lebenskreis. Da, wo Albert Honings seine Kindheit verbrachte („aber noch nah genug an meiner alten Wirkungsstätte in Heinsberg”), genießt er heute seinen Ruhestand. Nun ja, seinen Unruhestand. Denn auch heute noch, 50 Jahre nach der Priesterweihe, hält es den Seelsorger nicht in den vier Wänden im Burggeviert. „Ich unterstütze das Pfarrteam von St. Bonifatius Geilenkirchen, wo und soweit es mir möglich ist. Dabei fahre ich auch zu den Messen über die Dörfer”, spricht der Seelsorger über sein nimmermüdes Engagement.

Ein Engagement, das nicht zuletzt auch wegen des Priestermangels erforderlich ist. Das „Krisen-Problem” erkennt der Propst, der manche Bewährungsprobe der Kirche hat erleben müssen, sehr wohl: „Wir sind keine Geh-hin-Kirche mehr. Die Kirche muss auf die Menschen zugehen.” Beim Zölibat, mahnt er, müsse ernsthaft über ein Freiwilligenzölibat nachgedacht werden. Und: „Wir müssen die Laien ernst nehmen und sie beteiligen. Wir dürfen nicht in die vorkonziliare Zeit zurückfallen”, sagt Honings im Jahr seines Goldenen Priesterjubiläums und denkt an den klerikalen Frühling, einst im Gefolge des II. Vatikanischen Konzils, dem dann leider in den 90er Jahren ein „Nachtfrost in Form konservativer Bremser”, gefolgt sei.

Der hoffnungvolle Blick hinaus auf die sanften, jetzt ergrünenden Trips-Wiesen zeigt, dass es fast wieder Frühling ist.
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