„Djanna“: Ethno-Jazz auf Schloss Zweibrüggen

Von: rei
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Inspiriert durch Reisen durch Marokko und Andalusien: Roman und Peter Grochol, Musiker der Formation „Djanna“ aus München, bereichern ihren Auftritt auf dem Schloss mit charmant vorgetragenen Anekdoten und Erläuterungen zu ihren Kompositionen. Foto: rei

Übach-Palenberg. Derzeit kann man im Rahmen der Jahresausstellung des Künstlerforums bis zum 18. Dezember im Schloss Zweibrüggen wieder zahlreiche Bilder, Zeichnungen, Skulpturen und Fotoarbeiten von mehr als 30 verschiedenen Künstlern aus der Euregio und darüber hinaus bewundern. In diesem Zusammenhang fand ein Konzert der Gruppe Djanna aus München auf dem Schloss statt.

Diese vom Maler und Musiker Peter Grochol ins Leben gerufene Formation besteht eigentlich aus vier Personen. Diesmal waren es in der Besetzung von Klavier (Peter Grochol) und Percussion (Roman Grochol) nur zwei. Bass und Saxofon fehlten, was der Klangbreite und Bildhaftigkeit der Musik allerdings keinen Abbruch tat.

„Djanna“ ist ein arabisches Wort und bedeutet laut dem moderierend durch das Konzert führenden Komponisten „himmlischer Garten“. Den Musikstil bezeichnete er selbst als Ethno-Jazz. Das sei der Versuch, neben anderen Kulturen, wie der bereits seit Langem in den Jazz eingeflossenen afrikanischen, insbesondere die orientalischen Musikeinflüsse damit zu verbinden.

Inspirationsquelle waren dabei Reisen durch Marokko und Andalusien, die tiefe Eindrücke hinterlassen haben und in der Musik des Komponisten wiederzufinden sind. Die gewünschte Verbindung von Orient und Okzident war mit den von Vater und Sohn dargebotenen Eigenkompositionen gut gelungen. Die charmant vorgetragenen Erläuterungen und Anekdoten zwischen den einzelnen Stücken lieferten genug Inhalt, um die Fantasie anzuregen und Bilder im Kopf entstehen zu lassen, ließen aber ausreichend Freiraum für eigene Emotionen und Vorstellungen.

Dass „Caravan“ ein Stück über eine absolut gleichmäßig und ausdauernd daher trottende Kolonne von Kamelen ist, hätte man dem Charakter des Stückes, markant intoniert durch Roman Grochol auf der Djembe, gewiss entnehmen können. Aber die Information „Die sind übrigens ganz schön schnell, auch wenn das immer so gemütlich aussieht“, verlieh dem Ganzen die besondere Note.

So mag im Kopf eines jeden Zuhörers – von denen viele mit geschlossenen Augen lauschten – ein ganz individuelles Bild entstanden sein. Das war so gewünscht, auch wenn den Musikstücken zumeist konkrete Gemälde Grochols zugrunde lagen. Hierauf hinzuweisen, sah sich der Künstler offenbar genötigt, als es im Rahmen der aus mehreren Teilen bestehenden „Spanischen Impressionen“ phasenweise leicht atonal wurde – gewollt.

Die Gemälde selbst waren allerdings nicht zu sehen. Auch sie hätten aber wohl genug Spielraum für eigene Interpretationen gelassen.

So bot Djanna ein gelungenes, rundum stimmiges und kurzweiliges Konzert, das wunderbar in das gewählte Ambiente passte und mit einem Protagonisten, der spürbar Freude am eigenen Schaffen hatte und sich aufrichtig und authentisch sichtbar über jede Beifallsbekundung freute.

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