Geilenkirchen - Dirt-Biker sehen große Gefahr in der Sprunganlage

Dirt-Biker sehen große Gefahr in der Sprunganlage

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
dirt-bild
Johann M. Graf (r.) und Friedhelm Rose (3.v.r.) wurden von den Bikern über den maroden Zustand der Dirt-Bike-Anlage im Wurmauenpark informiert. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Seit August 2009 wagen auf den in der zweiten Hälfte des Wurmauenparks angelegten Hügeln sprungfreudige Jugendliche waghalsige Stunts. „Wir weihen heute ein besonderes Bauwerk ein, das sich gar nicht als solches darstellt”, hatte der damalige Bürgermeister Andreas Borghorst bei der Eröffnung gesagt.

Manche würden die Anlage als „ein paar Häufchen” in der Landschaft ansehen, die aber für die Fahrradjugend eine besondere Bedeutung hätten. Nach einem Ratsbeschluss ist die im Kreis einmalige Anlage für Cross- und Mountainbikes von der Stadt mit rund 30.000 Euro finanziert und gebaut worden.

Doch heute präsentiert sich das Gelände in einem desolaten Zustand und birgt eine erhebliche Verletzungsgefahr. Dies beklagen jedenfalls die Biker, die noch im vergangenen Sommer die „Line” als Showbühne nutzten. „Wir finden uns in dieser Anlage nicht wieder”, sagt Florian Krell, der sich mit zwei seiner Freunde über den Zustand ärgert. Die Dirt-Bike-Anlage sei nicht so, wie sie sein sollte, nur die Startrampe sei okay. Der anfängliche mit den Jugendlichen besprochene Plan sei in stark veränderter Form umgesetzt worden. „Die Sprünge sind zu eng”, bemängelt Timo Schreiter, der hier bei einem Sturz schon zwei Zähne verloren hat. Auch habe es schon etliche Knochenbrüche gegeben, so dass die Verletzten mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

„Auf einer Länge von 60 Metern sollten maximal zwei Sprünge sein”, nennt Jonathan Sommerfeld einen weiteren Punkt. Bei zu eng beieinander liegenden Hügeln berge die Landung eine große Gefahr. „Was kann hier 30.000 Euro gekostet haben?”, fragt Johann M. Graf.

Der Ratsherr der Freien Bürgerliste unterstützt die Jugendlichen in ihren Bemühungen, die „Line” zu verbessern. In einem Hügel, den die Biker selber abgetragen hätten, um einen größeren Abstand zwischen zwei Sprüngen zu bekommen, hätten sie Schiefer, Ziegelsteine, Stacheldraht, Keilriemen eines Baggers, ja sogar den großen Unterschenkelknochen einer Kuh gefunden. „Hier wurde Bauschutt verwendet”, ist sich Johann M. Graf sicher. Normalerweise bestehe ein Hügel aus einer Kies-Unterschicht, die als Drainage dient. Als Obermaterial finde ein Lehm-Sand-Gemisch Verwendung, das dann fest gestampft werde.

„Wir möchten, dass die alten Sprünge abgetragen werden, das hier geht gar nicht”, fordert Florian Krell. Die Dirt-Biker bieten ihre Hilfe an, zum Beispiel in den Osterferien. „Es muss nur noch ein Bagger mit Baggerführer zur Verfügung gestellt werden, dann kann es losgehen”, so die Biker. Florian Krell erinnert daran, dass die Jungs anfangs die Anlage mit modellieren durften, dies aber später untersagt wurde. Die „Line” sei auch nicht gerade angelegt worden, sondern hätte eine leichte Kurve. Dies bedeute eine Gefahr, denn die „Line” sei so schwieriger zu springen.

Die Jungs hoffen auf Unterstützung aus der Politik, so von Johann M. Graf und dem sachkundigen Bürger Friedhelm Rose. „Wir sind längst an der Sache dran”, zeigt sich Bürgermeister Thomas Fiedler verwunder. Die Stadt habe im Dezember 2010 eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter Leitung des Bürgermeisters alle Aspekte freiwilliger Leistungen von Bürgerinnen und Bürgern in sozialen und kulturellen Projekten behandele.

Unter anderem sollen neue Formen der Mitgestaltung des öffentlichen Raums und der Nutzung und Entwicklung von Freizeitanlagen entwickelt und den Fachausschüssen des Rates vorgestellt werden. „Dazu gehört auch die Weiterentwicklung der Dirt-Bike Anlage am Wurmauenpark unter Beteiligung der jungen Dirt-Biker”, so Thomas Fiedler.

Die jugendlichen Nutzer hätten nach Einrichtung dieser Anlage wiederholt Verbesserungswünsche an die Verwaltung herangetragen. Das Tiefbauamt werde sich im Frühjahr vor der Dirt-Bike-Saison mit den Jugendlichen und interessierten Eltern zusammensetzen und eine aufwändige, aber wirksame Verbesserung der Fahrspuren und Sprunghügel in Angriff nehmen.

Dazu sollen Maschinen des Bauhofs den Jugendlichen dabei helfen, die Dirt-Bike-Anlage nach ihren Vorstellungen zu modellieren. „Eine grundlegende, kostenaufwändige Neuanlage der Dirt-Bike-Anlage ist hingegen nicht geplant, erklärt der Bürgermeister. Diese sei bei den bestehenden Kontakten zwischen Dirt-Bikern und Stadt auch nicht verlangt worden und wäre wegen der Haushaltslage der Stadt ohnehin nicht finanzierbar.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert