Erkelenz - Dinge auch aus anderer Perspektive sehen

Dinge auch aus anderer Perspektive sehen

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Waltraud Hendrich ist eine der
Waltraud Hendrich ist eine der Patinnen der ersten Stunde. Seit fünf Jahren macht sie in Erkelenz mit.

Erkelenz. Ihre erste Familienpatenschaft liegt nun schon fünf Jahre zurück. Waltraud Hendrich gehört zu den Patinnen der ersten Stunde, als in Erkelenz Mitte September 2006 die Familienpatenschaften mit der Caritas-Jugendhilfe ins Leben gerufen wurden.

Sie hat ihre Entscheidung damals wie heute nicht bereut, als Patin Familien in Belastungssituationen zu begleiten und zu unterstützen.

Bei ihrer ersten Patenschaft half Waltraud Hendrich zwei bis drei Mal in der Woche einer 19jährigen Mutter, die beim ersten Kind sehr unsicher war. Im Laufe der Jahre hat sie viele Familien begleitet unter anderem auch eine 16-Jährige.

„Bei ihr stellte ich fest, dass mütterliche Kompetenz keine Altersfrage ist”, sagt sie.

In den Jahren habe sie so gelernt, verschiedene Dinge aus anderen Perspektiven zu sehen. Auch das Patenschaftsangebot änderte sich mit den Jahren. Die Patinnen wuchsen mehr zusammen. „Das Miteinander und der Austausch sind sehr gut, auch wenn Patinnen wechseln”, stellt Waltraud Hendrich fest.

Lobend äußert sie sich über die Schulung zu Beginn und die späteren Fortbildungen, die „gut sind, um Denkanstöße zu bekommen”. Zudem fühle man sich als Patin nie allein gelassen, erklärt sie.

In schwierigen Konfliktsituationen erhalte die Patin Unterstützung durch Andrea Schwartz, Koordinatorin der Familien-Patenschaften.

Der „Lohn” ihrer Tätigkeit sei darin zu sehen, dass es den Kindern gut gehe. „Man nimmt viel aus den Familien mit und schließt die Kinder ins Herz”, so Hendrich.

Manchmal entstünden so Wahlverwandtschaften, betont Helga Troiber-Geller, Leiterin der Caritas-Jugendhilfe Erkelenz und Hückelhoven. Dies sei der Fall, wenn zwar die Familienpatenschaft vom Caritas-Auftrag her beendet sei, jedoch sich eine Freundschaft zwischen der Familie und Patin entwickelt hat.

Insgesamt stellt Helga Troiber-Geller fest, dass sich die Familienpatenschaften mit Erkelenz als Vorreiter und der Ausdehnung auf den gesamten Kreis mehr als etabliert haben und überaus gut angenommen werden.

Kreisweit 74 Patinnen

Dies belegt Andrea Schwartz mit Zahlen. Seit 2006 gab es in Erkelenz insgesamt 60 Anfragen für eine Patenschaft und 21 geschulte Patinnen, wovon zehn aktiv sind. Kreisweit gab es insgesamt 211 Anfragen und 74 geschulte Patinnen, von denen 33 im Einsatz sind.

Bei allen Patinnen handelt es sich um lebenserfahrene Frauen. Zielgruppen sind überwiegend Kinder unter einem Jahr. „Damit ist unsere Konzeption umgesetzt worden”, so Schwartz. Fehlende soziale Netzwerke und Unterstützung aus der eigenen Familie und Unsicherheiten, die durch hohe Erwartungen von außen ausgelöst werden, seien Gründe, warum Eltern sich Unterstützung von außen suchen würden.

„Oft wollen die Eltern, es einfach nur gut machen und suchen deshalb Hilfe”, sagt Helga Troiber-Geller. Sie habe im Laufe der Jahre festgestellt, dass die Familienangehörigen der Patinnen die Aufgabe mittragen würden. Besonders die am Anfang oft kritischen Männer seien später überzeugt von der Patenschaft.

Ansprechpartner für weitere Informationen sind die Koordinatorinnen der Familien-Patenschaften Andrea Schwartz für den Nordkreis (Erkelenz, Hückelhoven, Wassenberg und Wegberg), Tel. 02433/442210 und Stella Ottenburger für den Südkreis (Heinsberg, Gangelt, Geilenkirchen, Selfkant, Übach-Palenberg und Waldfeucht), Tel. 02452/919293.
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