„Die Welle“: Wenn Fiktion fast zur Wirklichkeit wird

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
11866626.jpg
Reduzierte Requisiten und spielfreudige Schüler ergeben bei der Inszenierung der „Welle“ am Carolus-Magnus-Gymnasium eine ansehnliche Mischung. Aufgeführt wird das Stück am Montag, 7. März, im Pädagogischen Zentrum (PZ) der Schule. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Dass ihr Schuljahresprojekt einmal eine solche Aktualität haben würde, hätten die Schüler des Literaturkurses am Carolus-Magnus-Gymnasium (CMG) zu Beginn ihrer Proben wohl nicht gedacht. „Sicherlich haben wir damit ein aktuelles Thema aufgegriffen, aber die Entwicklungen konnten wir natürlich nicht vorhersehen“, sagt Lehrerin Martina Corsten, die mit ihren 18 Schülern das Stück „Die Welle“ auf die Bühne bringt.

Aufgeführt wird das Stück, das auf dem berühmten Roman des Schriftsteller Morton Rhue basiert, bereits verfilmt wurde und von Reinhold Tritt bearbeitet wurde, am Montag, 7. März, im Pädagogischen Zentrum (PZ) der Schule. Los geht‘s an diesem Abend im 19 Uhr. Worum es in dem Stück geht? Es handelt von einer wahren Begebenheit, bei der High-School-Lehrer Ben Ross seinen Schülern die Folgen von einfacher Manipulation zeigt. Doch was als Experiment beginnt, läuft am Ende ziemlich aus dem Ruder.

Das war nicht der Plan des engagierten Lehrers, der seinen Schülern eigentlich nur zeigen wollte, dass Manipulationen, wie sie beispielsweise im Dritten Reich stattgefunden haben, auch heute noch immer wieder möglich sind. Waren seine Schüler davon zunächst nicht überzeugt, so fanden sie schnell heraus, dass ihr Lehrer Recht behalten sollte.

Anderes Bühnenbild

Die CMG-Schüler adaptierten jedoch nicht einfach nur den bereits vorhandenen Stoff, sondern setzten ihn auch in einer ungewöhnlichen Art und Weise um. So wurden Figuren geändert – aus dem Lehrer wurde beispielsweise eine Lehrerin – und auch das Bühnenbild ist anders. Dieses reduzierten die Nachwuchsschauspieler nämlich bis auf das Äußerste. Lediglich Umzugskartons und Hocker als Requisiten sind vorhanden, der Rest ergibt sich aus dem Spiel.

„Das war für die Schüler natürlich nicht so einfach, aber sie haben sich bei den langen Proben und auch bei der Vorbereitung schon sehr motiviert und sehr spielfreudig gezeigt“, lobt die reale Lehrerin Corsten. Die eigenständige Erarbeitung des gesamten Stücks inklusive dem Umschreiben des Skriptes, der Vorbereitung kleiner Tanzszenen und auch des gesamten Marketings mit Plakatentwurf und Kartendruck oblag ebenfalls den künftigen Abiturienten.

Das war jedoch noch längst nicht alles. Zusätzlich wagten die engagierten Schüler noch ein eigenes kleines Experiment. „Die Schüler haben eine kleine Gruppe gebildet, die so genannte „V-AG“, die sich wie eine Art elitärer Club nach außen verhielt, um den gruppendynamischen Prozess des Stückes selbst zu erfahren“, weiß Martina Corsten.

Das sorgte für ein Einheitsgefühl, machte die jungen Übach-Palenberger aber auch sensibel dafür, wie schmal der Grad zwischen Ausgrenzung und Gruppengefühl in Wirklichkeit sein kann. Tickets für dieses sehenswerte Stück sind nur an der Abendkasse erhältlich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert