Die Weiden, das Tipi und das Bauen

Von: mabie
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Spatenstich zum Weiden-Tipi im Kinder- und Familienzentrum „Arche Noah“: Während die Väter schwere zu erledigen hatten, genossen die Kinder die Vorzüge des Winters. Fotos (3): mabie Foto: mabie
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Spatenstich für ein Weiden-Tipi auf dem Außengelände der Tageseinrichtung für Kinder und des Familienzentrums „Arche Noah“: Während die Väter schwere Erdarbeiten zu erledigen hatten, genossen die Kinder die Vorzüge des Winters. Fotos (3): mabie Foto: mabie

Übach-Palenberg. „Zu spät, zu spät“, ruft der junge Mann, „jetzt haste den ersten Spatenstich verpasst!“ Na ja, zugegeben, mit dem Wetter hatte der Autor dieser Zeilen am Samstag auch nicht gerechnet. Macht aber nix, zumindest sind jetzt schon die ersten Umrisse dessen sichtbar, was später einmal ein naturbelassenes Weiden-Tipi zum Spielen auf dem Außengelände der Tageseinrichtung für Kinder und des Familienzentrums „Arche Noah“ in Übach sein soll.

Erdarbeiten

Bislang sieht man aber nur einen Kranz ausgehobener Erde, aber das ist nicht so wichtig. Denn etwas weiter drüben, bei den Frauen und Kindern, zeigt Kirsten Evenschor, wie das geht mit den Weiden, dem Tipi und dem Bauen. „Die Weiden müssen unten circa fünf Zentimeter angeschnitzt und dann verflochten werden“, erklärt sie der gemischten Mutter-Kind-Gruppe. Kurzes Stirnrunzeln unter den dicken Mützen, aber wenige Minuten ist schon alles im Lot, die Vorbereitungen für den Bau auf dem verschneiten Spielgelände der Kindertagesstätte sind in vollem Gange.

Zweiter Teil des Ausbaus

Während die Kinder draußen auf dem kleinen Hügel mit der Rutsche den Winter noch mal kräftig genießen, ist Zeit genug, sich im Warmen mit der Leiterin vor Ort der zur Pro-multis-Gruppe gehörenden Einrichtung, Marlene Pöttgens, zu unterhalten. Doch die winkt gleich ab, verweist an Andrea Krifft. Ihres Zeichens Vorsitzende des Fördervereins in der Kindertagesstätte, freut sie sich, dass bei diesem zweiten Teil zum Ausbau des Außengeländes rund 35 fleißige Helfer gekommen sind. „Der erste Teil hat bereits letzte Woche stattgefunden“, klärt sie auf.

So hat der Förderverein bereits eine Woche zuvor die erntereifen Weidenzweige von Kopfweiden in Linnich geschnitten. Natürlich wieder unter fachlicher Anleitung der Diplom-Biologin Kirsten Evenschor. Die betreibt in Belgien einen Natur-Campingplatz und weiß, was draußen ohne modernen Schnickschnack – eben naturnah – machbar ist. Andrea und Kirsten haben sich bei einem Besuch der Familie Krifft in Belgien kennengelernt und sofort beschlossen, die Arbeit der Biologin im Kreise des Fördervereins vorzustellen. So kam der Stein ins Rollen und die Weiden kamen nach Übach.

Und auch das Wetter anderes vermuten lässt, gibt es – vom Schnitt bis zur Verarbeitung der Weiden – keine bessere Zeit im Jahr als Ende Februar. „Dann haben die Weiden noch keine Blätter und finden später, wenn‘s wärmer wird, optimale Bedingungen zum austreiben“, erklärt Kirsten Evenschor. So versprach sie den Kindern, Erzieherinnen und Erwachsenen schon in diesem Jahr eine reiche Ernte. „Einen Meter in einem Jahr“, werden die Zweige wachsen, viel lebendes Spielmaterial im Naturgarten, beispielsweise für Flitzebögen oder zum Korbmachen.

Hochmotiviert sind derweil draußen die Männer zugange, die sich bei diesen eher sportschautauglichen Temperaturen beherzt ans Ausheben eines gut 60 Zentimeter tiefen Grabens für das Tipi machen. „Später ist das Tipi hoch genug, damit auch Erwachsene bequem darin stehen können“, so Marlene Pöttgens. Sie freut sich über den ehrenamtlichen Einsatz der Eltern, Kinder und Erzieherinnen. „Wir sind froh darüber, dass wir den Förderverein haben“, sagt sie. Sie weiß den Spielcharakter der fertigen Bausteine, zum Beispiel des Laubengangs zum Verstecken, zu schätzen. „Wenn die Kinder gerade daheim sind, können sie zum Beispiel am Montag zu ihren Vätern sagen: ‚Komm, wir gehen mal gucken!‘“, so Pöttgens. So wächst die Verbindung der Eltern und Kinder nicht nur zur Kita, sondern auch zum gemeinsamen Projekt. Dazu ist es besonders in heutigen „Homing“-Zeiten wichtig, wo sich vieles nur in den eigenen vier Wänden abspielt, die Kinder einmal nach draußen zu bringen. „In unserem Garten wird nicht nur gespielt, da werden auch mal Käfer mit Becherlupen beobachtet“, sagt Pöttgens.

Das nächste Projekt steht auf dem rund 2500 Quadratmeter messenden Gelände auch schon an: „Ein Matschkasten kommt spätestes nach den Sommerferien.“ Und dank der Unterstützung des Fördervereins soll es künftig auch einen Seilgarten geben. Doch davon redet noch niemand, als am Mittag die heiße Gulaschsuppe samt Brot die fleißigen Helfer sättigt. Vielmehr ist jeder stolz, gemeinsam dazu beizutragen, die Kita seiner Kinder noch ein Stück attraktiver zu machen.

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