Die USA und Deutschland: Zwei Welten stoßen aufeinander

Von: jwb
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Nach der Rückkehr: Austauschschülerin Anne Weinberg zeigte dem Heinsberger Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers auf der Karte ihren Aufenthaltsort in Amerika. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Anne Weinberg, aus Waldfeucht-Bocket stammende Schülerin, ist wieder in der Heimat. Selbstbewusst und freundlich begegnete sie ihrem Gesprächspartner, dem CDU-Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers aus Heinsberg, und berichtete von ihren Erfahrungen, die sie bei ihrem einjährigen Aufenthalt als Austauschschülerin in Amerika gemacht hat.

Die ehemalige Schülerin der Realschule Gangelt hatte im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) von US-Kongress und Bundestag knapp ein Jahr bei einer Gastfamilie im amerikanischen Bundesstaat Ohio verbracht.

„Ich habe ausgesprochen großartige Erfahrungen gemacht, auch wenn ich erleben konnte, dass zwei Welten aufeinanderstoßen, denn der kulturelle Unterschied ist sehr groß. In den USA ist der Patriotismus sehr ausgeprägt, auch wenn dieser sich eher in Äußerlichkeiten bemerkbar macht. Ich aber bin ebenfalls stolz auf unser Deutschland, weil wir hier ein großartiges System haben, von der Schule bis zur Krankenversorgung können wir hier in Sicherheit leben“, beschrieb Anne Weinberg die unterschiedlichen Lebensumstände.

Vielfältige Einblicke

Vielfältige Einblicke in den Alltag – vom Schulsystem bis zu den Ernährungsgewohnheiten – haben ihren Blick für die Unterschiede im Leben einer mittelständischen Familie in den USA und im Kreis Heinsberg geschärft. Sie habe den Schulalltag als eher eintönig erlebt, weil ein eng begrenzter Fächerkanon von wenigen Fächern täglich gleich an acht Stunden den Unterricht ausgemacht habe. Fachunterricht (von Mathematik bis zur Amerikanischen Geschichte) in einer Fremdsprache bewältigen zu können, habe oft langes Lernen nach der Unterrichtszeit verlangt. Aufgrund der riesigen Entfernungen sei die Freizeitgestaltung ebenfalls nicht einfach gewesen.

Deutsches Brot vermisst

„Wenn so viel Veränderungen von der Sprache über die neuen Regeln bis zur Freizeitgestaltung auf einen einstürzen, dann vermisst man vor allem liebe Gewohnheiten bei der Esskultur“, sagte sie. Vor allem deutsche Brotsorten habe sie vermisst und das gemeinsame Essen nach der Schule. Die Fastfood-Kultur sei allgegenwärtig gewesen, obwohl ihre Gasteltern doch auf gesundes Essen sehr geachtet hätten, wie sie hinzufügte.

„Leider habe ich mir eine Verletzung am Bein zugezogen, die ärztliche Behandlungen notwendig gemacht haben. Da sind dann, obwohl wir durch das PPP-Stipendium versichert sind, doch einige Behandlungsteile wie Physiotherapie rein privat zu zahlen“, berichtete sie von ihren Erfahrungen mit dem amerikanischen Gesundheitssystem. Und wer am Schulsport teilnehme wolle, müsse ein ärztliches Zertifikat vorweisen, das mit 150 Dollar zu Buche geschlagen habe; natürlich aus eigener Tasche zu zahlen. Da seien wir in Deutschland sehr gut bedient.

Anne Weinberg sagte, sie habe gelernt, über den Tellerrand hinaus zu blicken. „Dazu hat mir das Jahr verholfen. Und ich kann nur jedem empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen, auch wenn der Wiedereinstieg in Deutschland einiges abverlangt“, zog sie eine positive Bilanz. Ein gereifter junger Mensch, der seit dem neuen Schuljahr nun auf dem Geilenkirchener Gymnasium St. Ursula das Abitur anstrebt.

Unterschiede verstehen lernen

„Neben der sprachlichen Weiterbildung sollen die Teilnehmer vor allem die gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Länder kennen und verstehen lernen“, beschrieb der Abgeordnete Wilfried Oellers, der auch zukünftig als Pate Ansprechpartner für Austauschschüler sein will, die Programmziele.

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