Die Sternsinger sind wieder unterwegs

Von: Markus Bienwald
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Stellvertretend für die alle Sternsinger im Stadtgebiet von Übach-Palenberg wurden einige von ihnen im Rathaus von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch empfangen. Foto: Markus Bienwald
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Laurin Beckhausen (l.), Maximilian Kubicki (M.) und Marie Klaas sind nur drei der Sternsinger, die derzeit in Übach-Palenberg Geld für Kinder in aller Welt einsammeln. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Das aktuell eher herbstliche Winterwetter ist ganz okay. Das finden zumindest Laurin Beckhausen, Marie Klaas und Maximilian Kubicki, die derzeit wie viele ihrer Kollegen als Sternsinger in der früheren Zechengemeinde unterwegs sind.

Zumindest der 13-jährige Max und die zehnjährige Marie kennen auch andere Wetterlagen. „Letztes Mal war es nur nass“, sagt Marie, die zum dritten Mal als Sternsingerin ihre Tour durch Palenberg antritt.

Von Kälte weiß auch Max zu berichten. Für Laurin ist es allerdings ein echtes Abenteuer und etwas ganz Neues, denn in dieser Funktion hat er „seinen“ Ortsteil noch nicht erlebt. „Trotzdem bin ich gar nicht aufgeregt“, sagt er, worüber Max und Marie ein wenig grinsen müssen. Wenn der Jüngste im Trio dann doch einmal vor Aufregung rot werden sollte, „kann er sich immerhin hinter dem selbst gebastelten Stern verstecken“, scherzt einer aus dem Hintergrund.

Was die Sternsinger in Übach-Palenberg erwarten wird, sind in jedem Falle lange Wege. Da kommen schon mal ein paar Kilometer zusammen, aber das macht ihnen nichts aus. „Meistens sind die Leute auch ganz nett“, weiß Max aus Erfahrung, „allerdings kommt das auch ganz auf die Uhrzeit an, zu der wir klingeln kommen“. Gerade samstags ist das so eine Sache, und ob die Menschen dann auch Lust haben, sich das eigens einstudierte Lied anzuhören, ist der zweite Knackpunkt.

Wichtig ist für die drei wie auch für ihre Mitstreiter aber am Ende das Ergebnis. Möglichst volle Spendenbüchsen sollen es sein, und damit der Grundstock dafür gelegt werden konnte, half Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch bei seinem alljährlichen Empfang für die Sternsinger der Übach-Palenberger Pfarrgemeinde St. Petrus schon mal mit ein paar Zehn-Euro-Scheinen nach. Kakao und leckeres Gebäck gab es beim Verwaltungschef auch, und noch ein paar Worte darüber, dass der Respekt untereinander, vor fremdem Gut und vor der Allgemeinheit ein hohes Gut sei. Dazu dachte Jungnitsch darüber nach, beim nächsten Empfang lieber doch den großen statt des beim Sternsingerempfang doch etwas klein geratenen kleinen Sitzungssaals zu nehmen.

Doch zurück auf der Straße, bei den Kindern, die für ihre Altersgenossen in der ganzen Welt an den Türen klingeln und um Spenden bitten, ist das eher weniger ein Thema. Vielmehr üben sie noch einmal das Lied von den Heiligen Drei Königen, mit denen sie von Tür zu Tür ziehen – ganz so wie sie es vorher einstudiert haben. Zum Schluss des Hausbesuches darf jeder noch seinen „Decknamen“ für den heutigen Einsatz in guter Mission – Caspar, Melchior und Balthasar – sagen und sich kurz vor den Spendern verneigen. Der Geldbetrag in der Sammelbüchse wird gegen einen kleinen Zettel getauscht, der zeigt, dass die jungen Herren heute schwerpunktmäßig für Flüchtlinge in der ganzen Welt unterwegs sind.

Als Beispielland in diesem Jahr wurde übrigens Bolivien ausgewählt. Und natürlich bekommen die Spender auch den Haussegen, klassisch mit Kreide oder eher praktisch als Aufkleber mit weißer Schrift auf schwarzem Grund. „20C+M+B+16“ steht in beiden Fällen dann auf dem Türstock oder an der Wand. Das hat nichts mit den Königsnamen Caspar, Melchior und Balthasar zu tun, sondern symbolisiert das lateinische „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus.

Natürlich achten die Sternsinger darauf, dass der Haussegen nicht schief hängt. Auch im übertragenen Sinne, dafür ließen sie sich gerne in die Geheimnisse eines guten Sternsinger-Daseins einweisen. „Wir fangen schon ein paar Wochen vorher mit den Vorbereitungen an“, sagt Harald Lengersdorf, der in Übach die singenden Könige anleitet. Da werden nicht nur die Lieder eingeübt und die passenden Kostüme geschneidert und gebastelt, auch bei der Auswahl des stets in den Dreiergruppen mitgeführten Sterns gilt es, gut zu planen. Als erfahrener Sternsinger-Aussender weiß Lengersdorf natürlich genau, was alles unterwegs gebraucht wird: zwei Mal Kreide für den Haussegen an der Wand, die passenden Aufkleber und Infozettel, einen Stern pro Gruppe, eine Spendendose und möglichst warme Klamotten sind da von Vorteil, auch wenn in diesem Winter die richtig kalten Temperaturen noch auf sich warten lassen.

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