Gangelt-Hastenrath - Die letzten Recken auf der Bühne

Die letzten Recken auf der Bühne

Von: sche
Letzte Aktualisierung:
Gerd Geradts leitete unter and
Gerd Geradts leitete unter anderem die Chorgemeinschaft aus Hastenrath. Natürlich gab er auch den Ton am Klavier an. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Hastenrath. „Av on to eene falsche Tuen, on doch es et schuen”, so persiflierte der St.-Lucia-Kirchenchor Saeffelen frei nach den Bläck Fööss die vom Dirigenten Karl Mobers mundartlich geprägte Lokalhymne beim Treffen der Selfkantchöre, die wieder mit Großeinsatz in der Festhalle ihrem gegenseitigen Versprechen nachkommen, sich einmal im Jahr zwanglos und ohne Stress zu treffen. Sieben Chöre traten an und boten gesanglich eine große Vielfalt an.

Sie setzten sich dabei nicht nur für die Erhaltung des mehrstimmigen Gesangs auch im kleinsten Dorf ein, sondern befolgten auch das in diesen Tagen veröffentlichte Prinzip eines Engländers, der den Finger auf das deutsche Volkslied legt, weil „er das angloamerikanischen Einerlei nicht überdrüssig ist”.

Immerhin ist es ein Ausländer, der eigentlich auf eine selbstverständliche deutsche Pflicht verweist. Immer mehr Chöre sind gegen Volkslieder eingestellt. Sie gelten als überholt und bieten Anstoß mit ihren altbackenen Texten. So lautet ihre Meinung. Beim Chortreffen geht es den Initiatoren aber um noch mehr. Weil auch „im Selfkant immer mehr Lichter ausgehen”, so ein Insider , müssen die Chöre enger zusammenrücken, sich austauschen und sich auch ausweinen können, denn der Mitgliederschwund ist gewaltig.

Es fehlt vor allem an Männern; sie verlieren immer mehr das „Stimmrecht”. Die letzten Recken kämpfen mit Schwunderscheinungen und Altersgebrechen. Trotzdem stemmt man sich mit ganzer Kraft und nimmt sich gerne ein Beispiel am anderen. Empfohlen wird zum Beispiel Dreistimmigkeit oder einfaches einstimmiges Singen, womit wir wieder beim Volkslied wären.

Für ein leuchtendes Beispiel steht der Höngener mehrfache Meisterchor St. Josef da, der frisch gestärkt und neuen Mutes nach dem erfolgreichen dreifachen Meisterkonzert (zusammen mit Alsdorf und Waldfeucht) am Vortag ins Rennen ging und kein bisschen müde wirkte.

Obwohl auch dieser Chor Alterserscheinungen aufweist, rostet er nicht. Piet Tobben und sein Repetitor halten ihn auch auf Trab. Der Höngener Kirchenchor, Leitung Luuc Karsten, hat zwar noch ein stattliches Frauenpotenzial, ihm fehlen aufgrund der Konkurrenz aber auch die Männer. Dabei sein ist alles.

Es geht auch um Leistungen, nicht aber um Benotung und Vergleiche. Dafür sind doch die Bedingungen und Besetzungen zu unterschiedlich. Man war sogar ausdrücklich dankbar, dass keiner kniff und sich entschuldigen ließ.

Dass Trübsalblasen keinen Sinn macht, bewiesen die Saeffelener. Karl Mobers präsentierte auch Überraschungen sowohl mit Klassikern wie Prätorius oder Haydn nach dem Motto: Vergesst die Alten nicht! Gerd Geradts und die Chorgemeinschaft Süsterseel-Hastenrath punktete mit Musicalhits. Der Gesangsverein St. Josef Schalbruch und der Kirchenchor St. Cäcilia Havert unter Heinz Willems beziehungsweise Jan Jansen gaben sich Mühe, sie ernteten für ihr Gesangsgeschehen Beifall.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert