Die Kämpfernatur: Mit 15 Jahren den dritten Dan

Von: Markus Bienwald
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Eleonore Müller aus Frelenberg trägt den 3. Dan. Der Trainerschein und der vierte Dan sind ihre nächsten sportlichen Ziele. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Ich war fünfeinhalb“, erinnert sich Eleonore Müller noch ganz genau, „da habe ich zum ersten Mal ein Taekwondo-Training in Frelenberg mitgemacht“. Heute, gute zehn Jahre später, erinnert sie sich noch ganz genau an den Moment, als sie zum ersten Mal in der Turnhalle an der Annabergstraße mit dem Kampfsport in Berührung kam.

„Es macht einfach Spaß“, sagt sie heute noch, und Sport ist sowieso ihr Ding. „Ich treibe gerne Sport, auch Mannschaftssport, zum Beispiel Basketball.“ Doch eigentlich ist Tae-kwondo ihre Sache. Wer der heute 15-Jährigen zuschaut, merkt auch schnell, warum das so ist. Da fliegen die langen Haare schon mal heftig durch die Gegend, wenn eine eintrainierte Trittkombination ansteht.

Technik und Disziplin

Bei der Begeisterung für den Sport ist es kein Wunder, dass sie trotz ihres jungen Alters schon den dritten Dan-Grad erreicht hat. „Alle anderen bei der Prüfung waren schon über 20“, sagt die Realschülerin. Später will sie ihr Fachabitur erreichen, vorher steht aber der Trainerschein an.

„Den Trainerschein will ich auf jeden Fall machen“, sagt die sympathische junge Dame, „und dann bereite ich mich auf den vierten Dan vor.“

15 und schon drei Dan-Grade im Kampfsport, da fragt sich der Zuschauer unwillkürlich nach den Familienbanden, die dahinter stecken. Und siehe da, Vater Carsten ist nicht nur Trainer im Verein, sondern auch Dan-Träger, und das bereits im 6. Grad. Und er ist stolz auf seine Tochter, die sich an die erste Berührung mit dem Kampfsport gar nicht mehr erinnern kann.

„Da war meine Frau noch schwanger“, sagt Carsten Müller lächelnd. Damals kam die Ehefrau zum Training des Mannes, der zu dieser Zeit noch in seinen Anfängen als Frelenberger Kampfsportler unterwegs war. Ob diese Anwesenheit die spätere Ausrichtung geprägt hat, ist natürlich nicht zu sagen. Wohl aber, was Eleonore so gut am Taekwondo gefällt. „Es ist die Mischung aus Disziplin und Technik“, ist sie überzeugt. Andere Kampfsportarten hätten zwar auch viel Disziplin nötig, doch Taekwondo verbinde viel Technik mit Körperspannung und -beherrschung.

„Ein schöner Sport“, sagt sie, bindet sich die Haare zum Zopf und zeigt, was sie kann. Selbst die für das Foto etwas länger ausgeführte Beinhaltung stellt sie nicht vor Probleme. „Perfekte Haltung“, kommentiert der Vater. „Danke, Trainer“, gibt die Tochter zurück. Das ist keine ungewöhnliche Konversation zwischen den beiden Sportlern, schließlich kam beim Training in der Frelenberger Turnhalle irgendwann einmal der Moment, als aus Papa der Carsten wurde.

Strenger Trainer?

Kein Problem für die sportbegeisterte Familie, allerdings gibt es bei der Frage, ob der Papa als Carsten, der Trainer, strenger ist, als er es vielleicht mit anderen Schützlingen ist, mehrere Antworten. Vielleicht wird das dann eines Tages weiter zu vertiefen sein, wenn die Tochter mit dem lieben Papa zumindest in Sachen Dan-Grad gleichgezogen hat.

Dass dieser Tag kommen wird, daran zweifelt ernsthaft eigentlich niemand, denn Eleonore hat bestimmt das Zeug dazu.

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