Die Hastenrather Straße bleibt „abgebunden“

Von: Jan Mönch
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Besonders für Radfahrer ist die Einmündung auf die Sittarder Straße laut CDU kritisch. Denn der Radweg endet an dieser Stelle. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Die Hastenrather Straße bleibt gesperrt. Oder, um den etwas medizinischen, aber offenbar korrekten Begriff zu verwenden: Sie bleibt „abgebunden“. Das war das wenig überraschende Ergebnis der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Dienstag.

Wie erwartet stimmte das Gremium für den Antrag der CDU, die Öffnung – oder müsste es heißen: „Anbindung“? – der Hastenrather Straße erst dann wieder einer Neubetrachtung zu unterziehen, wenn die neue Bundesstraße 56 fertiggestellt ist. Es blieb bei einer einzigen Stimme gegen diesen Antrag, sie kam von Heinz Huben von den Unabhängigen Bürgern (UB). Auch das war zu erwarten.

Der Sitzung vorangegangen war über Monate andauernder Ärger um Zuständigkeiten, einen in Zweifel gezogenen Unfallschwerpunkt und die Vermutung, mit der Abbindung der Hastenrather Straße 2004 habe die Gemeinde dereinst lediglich den Geschäftsleuten am Nahversorgungszen-trum auf Steuerzahlers Kosten einen Gefallen tun wollen.

Die offizielle Begründung war auch deshalb in Zweifel gezogen worden, weil es zwar 1999 eine Unfallhäufung gegeben hat, die Straße aber erst fünf Jahre später dicht gemacht wurde. Zunächst hatte der Kreis gegenüber unserer Zeitung sogar die Auskunft gegeben, die Einmündung auf die Sittarder Straße sei zu keinem Zeitpunkt auffällig gewesen, dies aber später korrigiert.

Der Verdruss mündete nun in gleich drei Anträgen zum Thema: Neben dem der CDU waren da Helga Heinen und Josef Backhaus, die zu den Freien Wählern gehören, in Ermangelung eines Ratsmandats aber als Privatpersonen auftraten und die Straße einspurig in Richtung Hastenrath geöffnet haben wollten. Und dann war da die UB-Fraktion, die gleich eine Öffnung in beide Richtungen beantragt hatte.

Im Ausschuss nun legte die CDU in Person von Fraktionschef Karl-Heinz Milthaler, dessen Bitte um eine „sachliche Diskussion“ weitestgehend entsprochen wurde, ihre Sicht auf die Dinge dar. „Wir haben lange darüber geredet, sicher ist, dass wir keinem wünschen, dass dort etwa passiert“, führte Milthaler einmal mehr die Unfallgefahr als wichtigstes Argument ins Feld.

Bürgermeister Bernhard Tholen pflichtete dem bei: „Die Stelle mag 2001, 2002 und 2003 etwas weniger unfallträchtig gewesen sein.“ Aufgrund des weit stärkeren Verkehrs wäre dies jedoch heute nicht mehr der Fall, würde man dem Antrag der Freien Wähler oder gar der UB nachkommen. Tholen erinnerte den ehemaligen Christdemokraten Huben zudem daran, dass auch er selbst das Verfahren einst für eine gute Idee gehalten habe. „Weil man uns belogen hat“, sparte dieser in der Retourkutsche nicht an Deutlichkeit.

Wütend war Huben zudem über das angebliche Abschieben der Verantwortung an den Kreis. „Die Gemeinde ist zuständig und nur die Gemeinde“, schimpfte der UB-Mann. Tholen sprach von einer „Willensäußerung“, die die Gemeinde tätigen müsse. Danach sei es Sache der Straßenverkehrsbehörde, eine Anordnung zu treffen. Das klang schon moderater als in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor zwei Wochen. Da hatte sich die Gemeinde in aller Kürze für „nicht zuständig“ erklärt. Wie auch immer: Die „Willensäußerung“ der Gemeinde ist nun getan. Die Straße bleibt zu.

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