Die große Bahnhofserneuerung

Von: Manfred Hahn
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Der Zustand des Geilenkirchener Bahnhofs bot immer wieder Anlass zu Kritik. Nun handelt die Deutsche Bahn. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Die Bahnhöfe Geilenkirchen und Lindern, die seit vielen Jahren heftig von Reisenden kritisiert werden, stehen endlich vor einer Verjüngungskur und werden modernen Erfordernissen angepasst. Wie Beigeordneter Markus Mönter am Dienstag im Umwelt- und Bauausschuss mitteilte, wird die Bahn im Sommer nächsten Jahres mit den Arbeiten beginnen, die 2020 abgeschlossen sein sollen.

Möglich macht das nach Mönters Ausführungen der neue Rhein-Ruhr-Express. Zwar liegt Geilenkirchen nicht an dessen Hauptstrecke (Dortmund bis Köln) aber an einem „Außenast“ (Aachen-Mönchengladbach). Die Arbeiten sollen in der Hauptsache während der Sommerferien ausgeführt werden, dennoch wird es, so Mönter, Verkehrsbehinderungen geben. Auch Ersatzverkehre müssen zeitweilig eingerichtet werden.

Wesentliche Ziele der Umbauten sind die Anhebung der Bahnsteige von 26 auf 76 Zentimeter sowie deren Verlängerung, die Herstellung der Barrierefreiheit und weitere Hilfen vor allem für Reisende mit Behinderungen. Dazu zählen jeweils zwei Aufzüge in den beiden Bahnhöfen, mit denen die Mittelbahnsteige erreicht werden können.

Neben größeren Wartehäuschen wird in Geilenkirchen der Mittelbahnsteig eine größere Überdachung erhalten. In beiden Bahnhöfen werden Rampen die entstehenden Höhenunterschiede ausgleichen.

Für Lindern wies Mönter darauf hin, dass für die Zeit nach der Modernisierung durch die Bahn daran gedacht ist, neue Parkplätze (Park and Ride) jenseits der Gleise anzulegen. Dazu sei zwar auch Grunderwerb erforderlich, doch dabei sehe man keine Probleme.

Schon der Beigeordnete hatte in seinen Ausführungen bemerkt: „Bei der Planung von Barrierefreiheit und Behindertengerechtigkeit liegt der Teufel im Detail.“ Wie sehr das der Fall ist, erklärte dann Geilenkirchens Behindertenbeauftragter Heinz Pütz, der auf Antrag von Gero Ronneberger Rederecht im Ausschuss erhielt. Pütz hatte sich im von der Bahn bereits modernisierten Bahnhof Übach-Palenberg informiert und dabei erhebliche Mängel gefunden.

Pütz hatte festgestellt, dass die Handläufe an den Treppen zu kurz seien und so Stolperfallen schaffen. Reflexionsstreifen seien nur an der ersten und letzten Stufe angebracht, was nicht den Vorschriften entspreche. Es fehle ein ausreichendes Leitsystem zu den Aufzügen, und Handlaufmarkierungen seien unzureichend.

Für die Arbeiten in Geilenkirchen und Lindern sei es wichtig, so Pütz, darauf zu achten, dass zum Beispiel in den Wartehäuschen erhöhte Sitzplätze für Behinderte geschaffen werden, dass es eine ausreichende Beleuchtung gibt und Fahrkartenautomaten für behinderte Menschen gekennzeichnet und für Rollstuhlfahrer problemlos erreichbar sind. Bei den Aufzügen müsse man darauf achten, dass dort auch Notruftasten für Gehörlose vorhanden sind.

„Wir werden dicke Bretter bohren müssen, Geilenkirchen und Lindern müssen Vorzeigebahnhöfe werden“, sagte Heinz Pütz. Der umgebaute Übach-Palenberger Bahnhof entspreche jedenfalls nicht den Vorschriften, fasste der Behindertenbeauftragte seine Erfahrungen zusammen.

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