Die Fußballfreude kennt in Teveren keine Altersgrenze

Von: Laura Beemelmanns
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Die zehn Spieler im Alter von 22 bis 70 Jahren des Mittwochs-Abends-Fußballclubs haben nur eins im Sinn: Das Runde muss ins Eckige. Fotos: Laura Beemelmanns Foto: Laura Beemelmanns
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Angelo Conconi (64) (l.) und Günter Scheufens (70) gehören zu den ältesten Spielern im Club.

Geilenkirchen-Teveren. „Ecke!“, ruft einer der Spieler durch die ganze Halle. „Ja, ich komme!“, lautet die Antwort von Harald Simons – und zwar bei jeder einzelnen. „Er schießt alle Ecken – immer“, flüstert Norbert Hermanns im Vorbeigehen. Und warum? „Weil er das gerne macht“, antwortet Hermanns lachend. Simons verrät später „Ich weiß genau, wo der Ball landet, darum schieße ich die Ecken.“

In der Regel spielt er den Ball dann seinem Bruder Win zu, der ihn – laut Aussagen der anderen Spieler – auch immer ins Tor schießt. Dieses Mal jedoch spielen die Geschwister nicht in einem Team. Harald Simons war ein wenig zu spät, sprang als fünfter Spieler in der gegnerischen Mannschaft ein und läuft los, um sich so schnell wie möglich auf dem Spielfeld zu positionieren.

Komme was wolle

Die zehn Herren spielen seit etlichen Jahren jeden Mittwoch Abend Fußball – komme was wolle. In jungen Jahren waren sie die Stars auf den heimischen Fußballplätzen, spielten im SV Süggerath/Tripsrath oder Eintracht Birgden. Mit dem Sport abgeschlossen haben sie noch lange nicht.

Den Mittwochs-Abends-Fußballclub gibt es schon seit rund 40 Jahren. Seit etwa 15 Jahren spielen die Fußballer im Alter zwischen 22 und 70 Jahren in der Sporthalle auf der Nato-Base. „Ganz zu Beginn hatten wir zwei Spieler, die hier auch arbeiteten. Die beiden haben uns die Halle besorgt“, erklärt Simons. Seitdem sind sie geblieben und kommen jeden Mittwoch aus Immendorf, Brachelen, Birgden, Loverich oder Übach-Palenberg zusammen, um mit der sportlichen Tradition fortzufahren.

Und schon marschiert ein Soldat quer durch die Halle. Als hätte er sie daran erinnern wollen, dass sie hier aus der Base sind. Er lächelt, hat seine Sporttasche in der Hand und verlässt ohne ein Wort das Spielfeld. Auch das gehört zum Spielalltag auf der Base. Punkt für die Mannschaft im neongelben Leibchen. Es steht nach nur wenigen Minuten 5:2. Um Punkt 19.15 Uhr war Anstoß. Diesmal haben die zehn Spieler des Mittwochs-Abends-Fußballclubs eine Viertelstunde früher begonnen. „Heute wollen wir alle noch das Champions-League-Spiel sehen“, sagen sie. Auf ihre eigene Trainingseinheit verzichten sie deshalb jedoch auf gar keinen Fall. Dann das 6:2. Es geht alles ganz schnell.

Doch lieber ins Tor

Eben noch spielte Simons im Team mit den neongelben Leibchen. Nun tauscht er mit Günter Scheufens. Der 70-jährige möchte lieber ins Tor. Er hat genauestens beobachtet, dass das Team ohne Leibchen weniger Tore schießt. Er vermutet, dass er dort im Tor sein Knie ein wenig schonen kann. Falsch gedacht. Harald Simons schießt und trifft. „Ich habe, seitdem ich hier mitspiele, noch nie gesehen, dass Harry ein Tor schießt“, ruft der 22-jährige Benni. Kurz vor dem Spiel der Bayern gegen Arsenal London sind sie alle in Topform und geben nochmal richtig Gas – ganz wie die großen Vorbilder. Dabei sind die Spieler zum Teil mucksmäuschenstill. Es ist lediglich das tippelnde Geräusch von 20 Füßen in Fußballschuhen zu hören und ein gelegentlicher Knall, wenn ein Fuß den Ball trifft und gen Tor oder Wand rollt.

Sehr „faires Play“

Man(n) ist nahezu höflich und entschuldigt sich, wenn statt des Tores der Verteidiger getroffen wurde. In den letzten 15 Minuten sieht es jedoch wieder ganz anders aus. Es wird lauter. Die Spieler rufen den Torjägern zu und geben Tipps. Sie schreien bei jedem Schuss, der entweder die Latte oder die Wand trifft und geben alle noch einmal Vollgas.

Das Knie verdreht

Dann ein kleines Missgeschick: Einer der Spieler hat sich das Knie verdreht und verlässt das Spielfeld mit schmerzverzerrtem Gesicht. Alle anderen tun es ihm gleich – allerdings ohne verzerrte Miene. Sie halten eben zusammen und sind auch ein klein wenig froh über die gewonnene Zeit. Umso pünktlicher werden sie vorm Fernseher sitzen können, um das Spiel der Bayern zu verfolgen. Ihr Spiel in der Halle endete 8:3.

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